Ahnungslos ins Alter? – Nettoeinkommen vs. verfügbares Einkommen

Ausreichendes verfügbares Einkommen – die Mehrzahl der Deutschen wähnt sich gut für den Lebensabend präpariert. An Armut im Alter möchte man nicht denken. Doch zwischen Theorie und Praxis klafft eine erhebliche Lücke, wie eine aktuelle YouGov-Umfrage unter begüterten Mitbürgern ergab. Teilnehmer der Erhebung mussten ein kurzfristig verfügbares Vermögen von mindestens 200.000 Euro nachweisen.

Nettoeinkommen - verfügbares EinkommenDanach gaben rund 68 Prozent der Vermögenden an, sehr gut auf den Ruhestand vorbereitet zu sein. Rund 95 Prozent bezeichnen sich zumindest als gut gerüstet. Andererseits konnte weniger als ein Drittel ihr voraussichtliches Einkommen im Alter tatsächlich angeben. Damit scheint sich zu bestätigen, was unabhängige Vermögensspezialisten seit langem wissen. Die meisten Bundesbürger scheitern an simplen Finanzfragen. Das gilt umso mehr bei der Berechnung der eigenen Rentenlücke. Fest steht aber, dass die Folgen des Rentenpakets der Bundesregierung mit Mehrausgaben von mindestens 160 Milliarden Euro bis 2030 viele Ruheständler in spe empfindlich treffen werden.

Widersprüche traten auch bei der Anlagestrategie zu Tage: Lediglich sechs Prozent zeigten sich mit den Zinsen für ihr Bank- oder Tagesgeldkonto voll zufrieden. Dennoch lassen 53 Prozent der Befragten ihr Geld auf dem Girokonto ruhen, sogar 70 Prozent legen ihr Vermögen in niedrig verzinstem Tagesgeld an.

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Mit der Planung des eigenen Lebensabends haben sich die meisten Vermögenden in der Altersgruppe der 45- bis 65-Jährigen bereits beschäftigt. Und immerhin 71 Prozent betrachten eine finanzielle Strategie für die Jahre nach der Pensionierung als sehr oder äußerst wichtig.

Ihren Nachfahren möchten 58 Prozent der Begüterten nicht unbedingt ein ansehnliches Erbe hinterlassen. So können sich 55 Prozent vorstellen, ihren vermieteten Immobilienbesitz in den nächsten Jahren zu verkaufen. Gerade einmal 14 Prozent schränken sich ein, um mehr vererben zu können. Gut 60 Prozent wollen bei ihrer Lebensqualität keinerlei Kompromisse machen. Auf der anderen Seite planen drei Viertel für den Ruhestand fest Einnahmen aus Betongold, Lebensversicherung und Erbe ein.

Quelle: Erfolg – Neues aus der Wirtschaft, 12/2014

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