Geldvermögen der Privathaushalte wächst weiter

Wie ist das möglich, dass das Geldvermögen der Privathaushalte trotz Niedrigzinsen weiter wächst?

Das Geldvermögen der Privathaushalte wächst

Das Geldvermögen der Bundesbürger ist im zweiten Quartal 2013 nach Angaben der Bundesbank um 23 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Trotz niedriger Zinsen summierten sich Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen und Ansprüche gegenüber Versicherungen auf den Rekordwert von 5,027 Billionen Euro.

Geldvermögen - Wachstum bis 2012
Geldvermögen 1991 bis 2012

Während in Sichteinlagen inklusive Bargeld rund 30 Milliarden Euro hinterlegt wurden, zogen die Bundesbürger zwölf Milliarden Euro aus Termin- und Spareinlagen einschließlich Sparbriefen ab.

Die Ansprüche gegenüber Versicherungen nahmen um 17 Milliarden Euro zu.

Etwa vier Milliarden Euro flossen auf den Kapitalmärkten in Investmentzertifikate – in Aktien nur 0,6 Milliarden Euro.

Die historisch niedrigen Zinsen wurden durch die Privathaushalte zugleich zur Kreditaufnahme genutzt. Allein im zweiten Quartal nahmen Die Bürger Kredite mit einem Gesamtvolumen von sechs Milliarden Euro auf, insbesondere Wohnungsbaukredite.

Geldvermögen ungleich verteilt

Wenngleich das Geldvermögen der privaten Haushalte allein in den letzten 20 Jahren auf das Doppelte anstieg, hat doch die Ungleichverteilung der
Einkommen in Deutschland hat zugenommen.

Aus dem Sozio-Ökonomischen Panel geht hervor, dass die zehn Prozent der Bundesbürger mit dem höchsten Einkommen zwischen 2000 und 2011 ein Einkommenszuwachs von 13 Prozent erzielten. Allein die 135 Superreichsten in Deutschland – voran die Familien der Aldi-Gründer und der Gründer von Lidl und Kaufland – besitzen knapp 340 Milliarden Euro.

Die 40 Prozent der schwächsten Einkommensbezieher mussten dagegen Einkommensrückgänge von bis zu fünf Prozent hinnehmen. Der Anteil der Deutschen, die nicht einmal Rücklagen bilden können, seit 2011 von 17 auf knapp 22 Prozent gestiegen.

Seit 2011 geht die Schere besonders auseinander, denn nach der Wirtschaftskrise wachsen gerade die Gewinne aus dem Börsenboom und aus nachhaltigen Kapitalanlagen wie beispielsweise Immobilien wieder überproportional an.

Quelle: ERFOLG – Neues aus der Wirtschaft, 12/2013

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