Kapitallebensversicherungen – Düstere Prognose

Kapitallebensversicherungen bringen immer weniger Rendite. Der Widerspruch zwischen der (immer noch relativ) hohen Zinsgarantie für die Sparer und gleichzeitig anhaltend niedrigen Renditen an den Finanzmärkten bereitet den Finanzexperten der Versicherungsgesellschaften zunehmend Sorgen.

Wie sicher ist das in Lebensversicherungen gesparte Geld?

Moody’s, die zweitgrößte Ratingagentur der Welt prophezeit den Versicherungsgesellschaften wegen der Zinsgarantie bei Kapitallebensversicherungen ein Milliardenloch. Zudem sinkt die Anzahl der Policen in Deutschland. Waren es im Jahr 2005 noch über 94 Millionen Verträge, so ist deren Zahl nunmehr auf rund 89 Millionen zurückgegangen.

Die Versicherer hatten in der Vergangenheit viele Kunden mit Garantiezinsen von vier Prozent geködert. Die durchschnittliche Garantie für Kapitallebensversicherungen liegt derzeit in der Bundesrepublik bei etwa 3,2 Prozent. In der Schweiz und in Italien werden dagegen nur rund 2,5 Prozent, in Frankreich sogar nur ein Prozent garantiert.

Kapitallebensversicherungen - NettoverzinsungZinsen von vier Prozent sind mit dem Portfolio der Versicherungen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erwirtschaften.

Die Laufzeiten der Verträge und damit die Zinsverpflichtung aus den Kapitallebensversicherungen übersteigen bei vielen Versicherern die Einnahmen aus ihren Kapitalanlagen.

„Ein Beispiel: Gelder von Policen mit 30-jähriger Laufzeit wurden in
Rentenpapiere mit zehn Jahren Laufzeit investiert. Jetzt müssen die Assekuranzen die auslaufenden, zumeist höher verzinsten Titel durch weniger einträgliche ersetzen.“

Die BaFin hält die deutschen Lebensversicherer an, eine ausreichende Zinszusatzreserve zu bilden. Betrug diese im Jahr 2012 noch rund fünf Milliarden Euro, so wird sie im laufenden Jahr voraussichtlich sechs Milliarden Euro erreichen. Moody’s geht angesichts der derzeit absehbaren Zinsentwicklung jedoch von bis zu 90 Milliarden Euro Rückstellungsbedarf in den nächsten zehn Jahren aus.

Offensichtlich trauen die Kunden den Versicherern dies trotz großer stiller Reserven der Assekuranzen nicht recht zu. Die Zahl der Verträge sinkt und laut dem jüngsten Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hält nur noch jeder dritte Bundesbürger die Kapitallebensversicherung für eine geeignete Anlageform zum Vermögensaufbau.

Mit Blick auf die Rendite sollten auch die Verträge zur Basisrente – Rürup-Rente geprüft werden.

Quelle: ERFOLG – Neues aus der Wirtschaft, 11/2013

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