Sanktionen gegen Rußland wirken zurück

Sanktionen - Bärenmarkt

Wie die Sanktionen gegen Russland wirtschaftlich auf die USA zurückwirken. Ein US-Finanzexperte und Investor sieht Risiken.

Sanktionen wirken zurück

Warren Strauss ist ein US Finanzexperte und Investor. Unlängst sendete er seinem „guten Freund“ Larry C. Johnson einen Text zur Information mit der Sicht von Warren Strauss auf die Sanktionen gegenüber Russland.

Sicher, damit steht Strauss nicht allein. Auch Christian Kreiss (hier, hier und hier), Mathias Bröckers, Cameron Leckie und Sergey Glazyev wurden hier schon mit einer ähnlichen Sichtweise vorgestellt. Larry Johnson erhielt von Warren Strauss die Erlaubnis, den Text auf seinem Blog zu veröffentlichen.

Die gegenwärtige Lage schätzt Strauss als einen „brutalen Bärenmarkt“ ein.

Wenn der letzte Bärenmarkt von 2000 bis 2002 rund 2 1/2 Jahredauerte, dann hat der jetzige das Zeug dazu, noch viel schlimmer zu werden. Wie viel schlimmer, sei schwer zu sagen. Dafür sieht er vor allem vier Gründe:

  1. Die strukturelle heiße Inflation. Sie sei das Ergebnis der derzeitigen US-Innenpolitik. Die USA hätten den Bergbau, die Bohrungen nach natürlichen Ressourcen auf US-Bundesland und Offshore-Bohrungen einschränkt und Projekte verhindert, die den Transport und die Lagerung von Öl, Erdgas und Flüssiggas sowie den Abbau wichtiger Mineralien erleichtert hätten. Damit habe die Politik die Produktion eingeschränkt. Weniger verfügbares Angebot treibt die Preise in die Höhe. Dass der Präsident stattdessen Bergbau und Bohrungen in anderen Teilen der Welt, z. B. in Venezuela und im Nahen Osten fördere, bezeichnet Strauss als „erbärmlich heuchlerisch“, denn es verringere die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der USA.
  2. Umkehr der FED-Politik. Die FED habe seit 2008 kontinuierlich die Zinssätze auf „Null gesenkt und darüber hinaus Mittel geschaffen, um die Explosion, ja Explosion, der US-Staatsschulden von 4 Billionen Dollar im Jahr 2000 auf heute 30 Billionen Dollar zu finanzieren“. Welche Folgen damit verbunden sind, verdeutlicht er an den Leitzinsen, die von 5 % im Jahr 2000 auf aktuell 1,0 % gesunken seien. Ähnlich die 10-jährige Staatsanleihen, die damals bei 8 % lagen und heute bei 2,8 % liegen. Schließlich betrug 2000 die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP 20 %, heute liege sie bei 120 %.
  3. Globale Instabilität, von Osteuropa und der „chinesischen Aggression gegen Hongkong und Taiwan“. Ein großes Problem für die USA sei deren beschränkte Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Denn ein erheblicher Teil der notwendigen und nützlichen Technologie bezzögen die USA aus Regionen, „in denen ein feindliches Regime die Fabriken kontrolliert“. Damit bestehe die Gefahr von Lieferengpässen und das Risiko der Cyberunsicherheit. Zudem hätten Boykottmaßnahmen und Sanktionen des Westens auf Russlands spezielle Militäroperation in der Ukraine die Inflation noch verschlimmert. Dies träfet die unteren Einkommensschichten am härtesten.
  4. Merkwürdiger Betrug in den sozialen Medien. Aufgrund gefälschter Bot-Konten könnten Werbetreibende ihre bisherigen und zukünftigen Zahlungen für Werbung hinterfragen, was die Geschäftsmodelle von Social-Media-Unternehmen gefährde. „Es könnte sein, dass die aktuellen Bewertungen für Social-Media-Unternehmen immer noch überbewertet sind und dass in den nächsten Quartalen ein starker Rückgang ihrer Aktienkurse ‚in den Karten‘ steht.“

Darüber hinaus verweist Warren Strauss auf weitere Risiken, „wie z. B. eine destruktive Steuerpolitik, innere Unruhen, das Aufeinanderprallen von Ideologien im Inland, Angriffe auf die US-Justiz und fortgesetzter grober Wahlbetrug sowie eine Gesundheitspolitik, die auf falschen Annahmen beruht, nur um Freiheitsrechte zu verletzen.“ Damit entstünde eine wesentliche gefährlichere Situation als die Kubakrise.

„Ich kann mir keine Zeit in meinem Leben (ich bin 1952 geboren) vorstellen, die gefährlicher war als die jetzige. Selbst in der Kubakrise gab es nicht so viele verschiedene Bedrohungen aus so vielen verschiedenen Quellen. Es handelte sich um eine als existenziell empfundene Bedrohung durch die Atommacht Russland, die eine nukleare Bedrohung in unmittelbarer Nähe unserer Grenzen aufbaute. Das kommt mir heute bekannt vor, wo die NATO aggressive Streitkräfte an der russischen Grenze aufstellt und seit 2020 die Idee vorantreibt, die Ukraine in die NATO aufzunehmen.“

Die Aktienmärkte reagierten bisher nur freiwillig. Wenn jedoch der Bärenmarkt in die Phasen der unfreiwilligen Liquidation oder dem „Zwangsverkauf“ eintritt, dann wird die finanzielle Hebelwirkung den Reichtum zerstören.

„Heute hören wir immer noch irrationale Plattitüden, die uns ermutigen, investiert zu bleiben. Diese Plattitüden haben keine grundsätzliche Berechtigung, da sie naiv dazu verleiten, auf positive Renditen zu hoffen, die ‚gleich um die Ecke‘ liegen.“

Zu den Bereichen, in denen das Aktienrisiko jetzt sinnvoll sein könnte, gehörten die Produktion von US-Erdgas für den Inlandsverbrauch oder Export nach Europa. Ähnlich nützlich sei die Produzenten von Kupfer, Nickel, Stahl, Eisenerz, Platingruppenmetallen, Gold (natürlich), Silber und Phosphatdünger, um die kommende Nahrungsmittelknappheit zu lindern.


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