Finanztsunami – bald am Bosporus?

Finanzbeben am Bosporus

Auch auf der Ebene der Finanzmärkte wird die Türkei zum Erdbebengebiet — die Auswirkungen könnten global hochdramatische Folgen haben.
von Christian Kreiß

Die Lockdowns seit März 2020 haben zu einer Schwächung der Wirtschaftskraft, insbesondere vieler mittlerer und kleiner Unternehmen, und gleichzeitig zu einer Schuldenexplosion geführt. Die weltweiten Schulden sind heute so hoch wie noch nie und sowohl absolut als auch im Verhältnis zur Wirtschaftskraft deutlich höher als bei Ausbruch der Finanz- und Schuldenkrise 2008. Die Immobilienpreise sind gegenüber 2007 erheblich gestiegen — und schon damals waren sie so hoch, dass dadurch eine weltweite Krise ausgelöst wurde. Die Aktien sind momentan so teuer wie fast noch nie in den letzten 150 Jahren. Solch hohe Kurse haben in der Geschichte immer einen Crash ausgelöst. In den Augen des Autors droht eine zweite Finanzkrise, die deutlich härter werden dürfte als die erste, weil der Bereinigungsbedarf heute sehr viel größer ist als 2008. Wodurch könnte eine Finanzkrise 2.0 ausgelöst werden und wie könnte sie ablaufen? Auf die erste Frage gibt es eine naheliegende Antwort: durch die Türkei.

Höchster Weltschuldenstand der Geschichte

Die weltweiten Schulden haben Mitte 2021 mit 296.000 Milliarden beziehungsweise 296 Billionen US-Dollar den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Sie lagen um 36 Billionen Dollar höher als vor den Lockdowns ab März 2020 und betrugen 353 Prozent der Weltwirtschaftskraft (1). Auf jeden Dollar Sozialprodukt kommen derzeit also 3,50 Dollar Schulden. Damit sind die Schulden sowohl absolut wie im Verhältnis zur Wirtschaftskraft heute deutlich höher als 2008.

Damals waren sie zu hoch, was zur Finanz- und Schuldenkrise 2007 bis 2009 führte. Durch die Lockdowns wurde 2020 eine Jahrhundertkrise ausgelöst und gleichzeitig ein Schuldensprung wie noch nie in Friedenszeiten herbeigeführt. Wie sollen die Lockdown-geschwächten Unternehmen, Staaten und Haushalte die sprunghaft gestiegenen Schulden bedienen oder gar zurückzahlen?

Verschlechterung der Bonitätsstruktur

Die Zahl von sogenannten Zombie-Unternehmen, die die letzten 10 bis 15 Jahre eigentlich nur wegen der extrem niedrigen Zinsen überleben konnten, ist beachtlich (2). Die Schulden von bonitätsschwachen Unternehmen (sogenannte high yield oder BBB-geratete Anleihen) sind in den USA in den letzten 10 Jahren wegen des historisch einzigartig niedrigen Zinsniveaus sprunghaft gestiegen (3). Einige Länder wie Griechenland oder Italien haben derart hohe Staatsschulden, dass deren Bedienung bei steigenden Zinsen leicht zu Problemen führen könnte.

Historisch hohe Immobilienpreise und Aktienkurse

Die Finanz- und Schuldenkrise 2007 bis 2009 wurde durch zu hohe Immobilienpreise ausgelöst. Als die Immobilienblase platzte, begann die Finanzkrise. Heute sind die Immobilienpreise weltweit sowohl absolut wie auch im Verhältnis zu den Medianeinkommen signifikant höher als 2008 (4).

Aktien, vor allem US-Aktien sind heute so teuer wie fast noch nie in der Geschichte. Das Shiller PE Ratio des S&P 500 ist derzeit mit 39,5 fast zweieinhalb Mal so hoch wie im Durchschnitt der letzten 150 Jahre (5): Man muss heute für einen Dollar Unternehmensgewinn einen etwa zweieinhalb Mal so hohen Aktienpreis bezahlen wie in den letzten eineinhalb Jahrhunderten. Nur 1929 und 2000 waren Aktien ähnlich teuer wie heute. Beide Male kam es kurz darauf zu einem Börsencrash.

Zwischenergebnis

An den internationalen Anleihe-, Schulden-, Immobilien- und Aktienmärkten hat sich meiner Einschätzung nach eine erhebliche asset bubble aufgebaut. Die Bewertungen der Vermögensgegenstände haben sich mittlerweile weit von der realen Wirtschaftskraft entfernt, sie sind seit Jahrzehnten weit stärker gestiegen als die tatsächliche Wirtschaftsleistung (6). Diese Entwicklung hat sich durch die jahrzehntelange Nullzinspolitik wichtiger Notenbanken, die Lockdowns und das viele frisch gedruckte Notenbankgeld noch erheblich beschleunigt: In den USA hat sich Zentralbankgeldmenge in den letzten 15 Jahren etwa verzehnfacht, im Euroraum verachtfacht (7).

Trotzdem glauben viele Investoren immer noch, dass ihre Vermögen voll werthaltig sind. Das ist aber eine große Illusion. Die Buchwerte der Vermögensgegenstände sind schon lange nicht mehr in vollem Umfang durch die reale Wirtschaftsleistung unterlegt.

In dem Moment, in dem die Anleger in größerem Umfang versuchen, ihre Schulden oder ihr in andere Vermögensgegenstände investiertes Geld zurückzubekommen, werden sie feststellen, dass das unmöglich ist. Viele Schuldner sind hoffnungslos überschuldet, eine Rückzahlung geht weit über ihre Kraft. Wenn das den Investoren bewusst wird, dürften die Kurse und Preise weltweit zu purzeln anfangen und einen Schulden-, Immobilien- sowie Börsencrash auslösen. Was könnte der Auslöser dafür sein? Möglicherweise die Türkei.

Der Absturz der türkischen Lira

Am 25.November 2021 betrug der Wechselkurs der türkischen Lira zum US-Dollar etwa 12 Lira pro Dollar (8). Mitte September lag der Kurs noch bei ungefähr 8,50. Heute bekommt man also gut 40 Prozent mehr Lira pro Dollar als vor zwei Monaten. Vor fünf Jahren, im November 2016 stand die Lira bei circa 3,50. Heute bekommt man also beinahe dreieinhalb Mal so viele Lira pro Dollar wie vor fünf Jahren. Anders ausgedrückt: Die Lira hat sich in den letzten fünf Jahren im Wert beinahe geviertelt.

Hohe türkische Schulden in Fremdwährung

Die Türkei hatte im 2. Quartal 2021 laut Global Debt Monitor Schulden von insgesamt circa 153 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (9). Bei einem BIP von rund 720 Milliarden US-Dollar 2020 (10) entspricht das etwa Schulden in Höhe von 1.100 Milliarden Dollar. Die Auslandsschulden betrugen im zweiten Quartal 2021 446 Milliarden Dollar (11). Das entspricht 62 Prozent des BIP.

Nach Berechnungen des Institute of International Finance beliefen sich die Schulden der Türkei in ausländischer Währung zur Jahresmitte 2021 auf 80 Prozent vom BIP (12). Das wären ungefähr 576 Milliarden Dollar. Die Türkei hat also erhebliche Fremdwährungsverbindlichkeiten. Das heißt, wenn die Lira sich abschwächt, wird das Bedienen der Fremdwährungsschulden schwieriger. Ein beträchtlicher Teil dieser Schulden muss innerhalb der nächsten 12 Monate zurückgezahlt werden. Ende September 2021 waren das, je nach Abgrenzung, 125 bis 168 Milliarden Dollar (13). Wie sollen diese Schulden angesichts des Lira-Absturzes zurückbezahlt werden?

Allein türkische Unternehmen haben derzeit 33,8 Prozent vom BIP beziehungsweise über 240 Milliarden US-Dollar Fremdwährungsschulden (14). Wenn man die Verbindlichkeiten in Lira umrechnet heißt das, dass diese Unternehmen in türkischer Lira nun gut 40 Prozent mehr Schuldendienst leisten müssen als noch vor zwei Monaten oder 3,4 Mal so viel wie vor 5 Jahren. Konkret: Wenn ein Unternehmen vor fünf Jahren 100 Millionen Dollar Kredit aufgenommen hat, bekam es damals 350 Millionen Lira dafür.

Heute muss das Unternehmen 1.200 Millionen Lira zurückbezahlen. Das könnte manche Unternehmen in Liquiditätsschwierigkeiten bringen und zu Problemen beim Schuldendienst führen. Das Gleiche gilt für die türkische Regierung, die mit 23 Prozent vom BIP in ausländischer Währung verschuldet ist und türkische Banken, die ebenfalls Fremdwährungsschulden in Höhe von 23 Prozent vom BIP haben (15).

Türkei vor Finanzkrise?

Kurz: Der dramatische Absturz der Lira könnte und dürfte dazu führen, dass so mancher türkische Schuldner in Rückzahlungsprobleme kommt. Das ist umso wahrscheinlicher, als das Vertrauen der türkischen Konsumenten im November 2021 den tiefsten Stand seit Beginn der Datenerhebung 2004 erreichte. (16) Die Prognosen für den Inlandskonsum und damit für die wirtschaftliche Entwicklung sind also denkbar schlecht, trotz steigender Exporte. Auch die Inflationsrate von derzeit knapp 20 Prozent trägt nicht gerade zur Vertrauensbildung der Konsumenten und zu Optimismus bei der Währungsentwicklung bei (17).

Dazu kommt, dass auch die langfristigen Zinsen in der Türkei in den letzten Monaten dramatisch gestiegen sind. Türkische Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit haben derzeit einen Zins von über 20 Prozent, das sind etwa acht Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr (18). Also auch eine Refinanzierung über den Inlandsmarkt ist für viele Schuldner derzeit extrem teuer und keine einfache Lösung.

Auswirkungen türkischer Finanzprobleme auf die Weltfinanzmärkte

Angesichts des selbst im internationalen Vergleich relativ hohen Gesamtbetrages der Fremdwährungsschulden von über 570 Milliarden US-Dollar könnten sich Zahlungsprobleme türkischer Schuldner schnell auf die Weltanleihemärkte übertragen und dort zu Kursrückgängen führen. Es ist also gut möglich, dass türkische Finanzprobleme eine Erschütterung an den Bondmärkten nach sich ziehen und dort möglicherweise eine Kettenreaktion auslösen.

Zur Erinnerung: Lehman hatte kurz vor seiner Pleite 2008 Schulden in Höhe von 613 Milliarden Dollar (19). Dieser Betrag hat ausgereicht, um eine Weltfinanzkrise auszulösen. Die Schulden der Türkei haben eine ähnliche Größenordnung und daher möglicherweise ebenfalls das Zeug, eine globale Finanzkrise loszutreten. Ist die Türkei diesmal der erste Dominostein der umfällt, wie es 2008 Lehman war?

Möglicher Ablauf

Wie könnten sich konkret türkische Schuldenprobleme auf die Weltfinanzmärkte auswirken? Wenn die ersten türkischen Gläubiger ihren Schuldendienst nicht mehr bedienen können, dürfte das zu einem Kurssturz bei türkischen Anleihen führen. Solche Turbulenzen in einem wichtigen Schwellenland führen leicht zu Ängsten der Anleger und zu einer allgemeinen Flucht aus riskanten Anleihen durch Investoren an den Bondmärkten. Konkret dürften zunächst die Anleihen auch anderer Schwellenländer unter Druck kommen und zu Kapitalabzügen durch die Industrieländer, insbesondere der USA (20), aus riskanten Schwellenländern führen.

Wie bei der Südostasienkrise Ende der 1990er Jahre bringt dies schnell Währungsturbulenzen, genauer Währungsabstürze von Schwellenländern mit sich. Aber nicht nur Anleihen in Schwellenländern dürften Probleme bekommen, sondern auch bonitätsschwache Schuldner in Industrieländern, insbesondere High-Yield Bonds und BBB-Anleihen, Stichwort Zombie-Unternehmen, könnten unter die Räder kommen.

Wenn ein solcher Vertrauensverlust beziehungsweise eine solche Angst weiter um sich greift, wie beispielsweise 1907 oder 1929, und zur Panik wird, dann kann dies recht schnell auch die Aktienmärkte mit nach unten reißen.

Auch die Immobilienpreise würden dann eine starke Korrektur erleben, weil die Immobilien mit ungeheuren Mengen an Schulden finanziert sind. Die internationalen Anleihe- beziehungsweise Bondmärkte waren Ende 2020 mit einem Marktvolumen von 123,5 Billionen Dollar größer als die weltweiten Aktienmärkte mit 105,8 Billionen Dollar (21). Mit anderen Worten: Es ist weltweit mehr Geld in Anleihen investiert als in Aktien. Wenn die Bondmärkte in die Knie gehen, können sie daher mit Leichtigkeit die Aktienmärkte mit nach unten ziehen.

Letztlich beruht das Funktionieren aller Schuldbeziehungen, aller Kredit- und insbesondere der riesigen Anleihemärkte auf dem Glauben der Geldgeber, auf dem Vertrauen, dass das Geld zurückbezahlt werden wird. Das Wort Kredit kommt von credere, glauben. Wenn der Glaube der Gläubiger, das Vertrauen der Investoren bricht, dann führt dies zu einem allgemeinen Crash an den Finanzmärkten. Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft wären verheerend. Auch der Euro könnte dann in Frage gestellt werden, was unabsehbare ökonomische und gesellschaftliche Verwerfungen in Kontinentaleuropa nach sich ziehen würde.

Steht die Finanzkrise 2.0 bevor?

Das Crashpotenzial an den Aktienbörsen, den Bond- und Immobilienmärkten ist heute deutlich höher als 2008. Der Sturz könnte also wesentlich tiefer werden als während der Finanzkrise 2007 bis 2009. Die Schulden der Türkei könnten heute eine ähnliche Rolle spielen wie die Schulden von Lehman 2008 und der Auslöser einer zweiten Finanzkrise sein. Die dürfte deutlich schlimmer werden als die erste. Ich denke, die Zeichen stehen auf Sturm, möglicherweise einen perfekten Sturm.


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.iif.com/Portals/0/Files/content/Global%20Debt%20Monitor_September2021_vf.pdf
(2) https://www.bis.org/publ/work882.pdf
(3) https://www.occ.gov/publications-and-resources/publications/economics/on-point/pub-on-point-business-debt.pdf
(4) Economist Apr 9th 2021
(5) https://www.multpl.com/shiller-pe
(6) Metzler Asset Management, USA insgesamt Frankfurt/M. 6. August 2018
(7) https://tradingeconomics.com/united-states/central-bank-balance-sheet, https://tradingeconomics.com/euro-area/central-bank-balance-sheet
(8) https://www.finanzen.net/devisen/us_dollar-tuerkische_lira-kurs 23.24 Uhr
(9) https://www.iif.com/Portals/0/Files/content/Global%20Debt%20Monitor_September2021_vf.pdf
(10) https://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.CD?locations=TR
(11) https://tradingeconomics.com/turkey/external-debt; https://www.aa.com.tr/en/economy/turkeys-external-gross-debt-stock-at-4484b-in-q1-of-2021/2289831
(12) https://www.iif.com/Portals/0/Files/content/Global%20Debt%20Monitor_September2021_vf.pdf
(13) https://www.tcmb.gov.tr/wps/wcm/connect/EN/TCMB+EN/Main+Menu/Statistics/Balance+of+Payments+and+Related+Statistics/Short+Term+External+Debt+Statisticss/
(14) https://www.iif.com/Portals/0/Files/content/Global%20Debt%20Monitor_September2021_vf.pdf
(15) https://www.iif.com/Portals/0/Files/content/Global%20Debt%20Monitor_September2021_vf.pdf
(16) https://tradingeconomics.com/turkey/consumer-confidence
(17) https://tradingeconomics.com/turkey/inflation-cpi
(18) https://tradingeconomics.com/turkey/government-bond-yield
(19) https://www.rns-pdf.londonstockexchange.com/rns/8436Z_1-2008-7-24.pdf
(20) Capital Markets Fact Book July 2021: https://www.sifma.org/wp-content/uploads/2021/07/CM-Fact-Book-2021-SIFMA.pdf, Seite 52f.
(21) https://www.sifma.org/wp-content/uploads/2021/07/CM-Fact-Book-2021-SIFMA.pdf


Dieser Artikel erschien auf Rubikon am 03.12.2021 und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


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Private Rentenversicherung – lohnt sie sich?

Im Verhältnis zu den Löhnen und Gehältern werden die Renten immer mehr gekürzt. Wie gut lässt sich das mit einer privaten Rentenversicherung ausgleichen?

Rentenversicherung – Betrug der Versicherten

Rentenversicherung
Den Garantiezins für Lebensversicherungen setzte das Bundesfinanzministerium für 2021 auf 0,9 %, für 2022 auf 0,25 % fest.

„Die Rente ist sicher“ verkündete Norbert Blüm im Wahlkampf 1986. Als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung wiederholte er die Aussage „zum Mitschreiben“ am 10.10.1997 im Bundestag. An diesem Tag verabschiede der Bundestag die umstrittene Rentenreform.

Nicht genug, dass die Spaltung zwischen Arm und Reich immer größer wird, auch zwischen Lohn- und Gehaltsempfängern einerseits sowie Rentenbeziehern andererseits geht die finanzielle Schere immer weiter auseinander.

Dafür sorgt nun schon eine „Bundesregierung“, die in der kommenden Woche erst gewählt werden will. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert deren Pläne:

„Laut Sozialversicherungsbericht 2021 der Bundesregierung steigen die Altersrenten im Zeitraum 2021 bis 2035 um 37 Prozent. Dagegen steigen die Löhne um 53 Prozent. ‚Die Löhne steigen künftig deutlich stärker als die Renten. Deshalb gilt es endlich die Kürzungsfaktoren wie der Nachholfaktor dauerhaft aus der Rentenformel zu streichen. Sonst werden die Rentner auch in Zukunft abgehängt’“.

„Absolute Krisengewinnler.“ Ampelparteien kürzen Oma Ernas Rentenerhöhung.

Unablässig apellieren Politiker und Versicherungsunternehmen an die Bürger, ihre Altersvorsorge mittels privater Renten abzusichern. Wie lohnt sich das?

Rentenbetrug – wird der neue Bundestag reagieren?

Damit Bürger ungefähr abschätzen können, wie die Versicherungen bei der privaten Rentenversicherung kalkulieren, stellt der Bund der Versicherten (BdV) einen einfachen Rechner zur Verfügung. Damit kann jeder ermitteln, welches individuelle fernere Lebensalter nach Statistischem Bundesamt zu erwarten ist und wie im Vergleich dazu die Lebensversicherungen kalkulieren.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben heute 30 Jahre alte Frauen Lebenserwartung von 90,2 Jahren. Männer können mit 86,6 Jahren rechnen.

Die Versicherungen kalkulieren jedoch mit einer Lebenserwartung von knapp 99 Jahren, mit Zuschlag mehr als 106 Jahre.

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, schätzte dazu am 16.11.2021 ein:

„Versicherer, die mit üppigen Sicherheitszuschlägen zur Lebenserwartung kalkulieren, unterstellen einen knapp doppelt so langen Rentenbezug wie er realistisch eigentlich zu erwarten ist. Die Rente fällt dann nur noch halb so hoch aus und die Versicherer zahlen nur die Hälfte“.

Die Versicherungen stützen sich bei ihrer Kalkulation auf Sterbetafeln, die sie selbst erstellt haben. Danach werden von ihnen die Beiträge und Leistungen der Rentenversicherung (Riester, Rürup- oder Privatrentenversicherungen) festgesetzt. Das gilt aufsichtsrechtlich als korrekt. Darüber hinaus dürfen die Versicherungen dann sogar noch weitere Zuschläge hinzurechnen. So kommen die oben genannten Differenzen zustande.

Ganz anders kalkulieren die Versicherer bei Risikolebensversicherungen. Hier rechnen sie für einen heute 30-jährigen mit einer Lebenserwartung von nur 77,1 Jahren.

Axel Kleinlein nennt dies Rentenbetrug.

„Die Versicherer pervertieren das Vorsichtsprinzip, indem sie mit viel zu hohen Lebenserwartungen bei Rententarifen rechnen … Dieser Rentenbetrug ist legal, hier ist der neugewählte Deutsche Bundestag und eine neue Regierung gefordert, gegenzusteuern.“

Was wird aus den Gewinnen?

Wenn jemand früher verstirbt, als kalkuliert, bleiben der Versicherung zusätzliche Gewinne. Diese gehen jedoch nicht nach dem Solidarprinzip an die noch lebenden Versicherten. Vielmehr werden erst Verluste aus der Garantieabsicherung alter kapitalbildender Tarife abgezogen. Von der verbleibenden Differenz können die Versicherer 10 % behalten. Was dann bleibt, fließt in die Bilanzposition „Rückstellungen für Beitragsrückgewähr“.

Nur wenn der Versicherungsvorstand beschließt, ihre Kunden an den Überschüssen teilhaben zu lassen, kann Geld an die Versicherten zurückfließen.

„Das intransparente Überschusssystem erlaubt es sogar noch, die Gewinne aus dem legalen Rentenbetrug den überlebenden Kundinnen und Kunden über lange Zeit oder gar vollständig vorzuenthalten“,

urteilt Axel Kleinlein.

Der BdV schätzt den legalen Rentenbetrug besonders hoch bei Riester- und Rürup-Renten ein. Denn diese sind gesetzlich nur bei einem Lebensversicherer möglich.

BdV-Vorstand Axel Kleinlein fordert, diesen Verrentungszwang aufzuheben. Die Bürger sollten ihre Altersvorsorge auch jenseits von Versicherungsprodukten selbst gestalten können.

„Der Verrentungszwang muss fallen! …Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind durchaus in der Lage, mit ihrem angesparten Geld vernünftig umzugehen…

Die Lebensversicherung hat sowohl als Leitbild für faire und verlässliche Geldanlage als auch als politisch protegierter Quasi-Monopolist für staatlich geförderte und bedarfsgerechte private Altersvorsorge längst ausgespielt. Das machen ihre Sterbetafeln eindrücklich einmal mehr deutlich“.



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Finanzielle Freiheit in Gefahr

Sollen wir weiter stumm bleiben?

»Ein Indianer kam und setzte sich neben ihn. Konrad rückte etwas zur Seite, aber der Ungebetene rutschte noch enger heran. Wieder machte Konrad mehr Platz, doch der Indianer rückte immer noch hinter ihm her. Dann verlangte Konrad eine Erklärung für sein seltsames und unhöfliches Vorgehen. Der Indianer antwortete: ›So haben es die Weißen mit den Indianern gemacht. Sie tauchten ungebeten auf unserem Land auf. Wir zogen weiter, sie folgten. Wir zogen weiter und sie folgten uns weiter. Jetzt ziehen wir weiter und sie folgen uns nach. Konrad, ich werde dich nicht ganz vom Stamm stoßen. Aber werden deine Leute aufhören zu drängen, bevor wir in die Fluten geraten?«Verspüren wir nicht alle den Impuls bei einem Druck nachzugeben, in der Hoffnung Ruhe zu bekommen? Also wie in der obigen Geschichte gesprochen, unseren Platz zu räumen und einen Platz weiterzurücken? Um des lieben Friedens willen?

Ist der Klügere wirklich der, der nachgibt? Oder ist es in gewissen Situationen sogar die Pflicht des Klügeren, den Druck auszuhalten, nicht auszuweichen und seine Position zu behaupten, weil er weiß, welche Folgen das Nachgeben haben wird? Kann es sein, dass die wirklich großen Missstände in unserer Gesellschaft nur deshalb entstehen können, weil wir sie zulassen? Wir also die vielen winzigen Schritte entweder nicht realisieren oder sie als „unbedeutend“ abtun und sie deshalb gewähren lassen? Weil wir das dahinterliegende übergeordnete Ziel nicht sehen können?

Versuchen wir die obige Indianer-Geschichte auf die heutige moderne Zeit zu projizieren. Herr Jean-Claude Juncker, ehemaliger Präsident der EU-Kommission hat dies für uns bereits im Jahre 1999 wunderbar formuliert:

»Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.« Quelle: Der Spiegel, Ausgabe 52/1999, Seite 136

Auch wenn diese Strategie einer Demokratie nicht würdig ist, wird sie seit langem sehr effektiv angewendet. Besonders bei der Bargeldabschaffung kann man diese Salamitaktik sehr deutlich beobachten. Denn eine Bargeldabschaffung in einem Schritt umzusetzen, wäre zu offensichtlich und es würde zu Aufruhr oder sogar einer Revolution führen. Deshalb erfolgt sie in vielen kleinen, unscheinbaren, ja regelrecht homöopathischen Schritte. Deshalb fällt die Bargeldabschaffung den meisten gar nicht auf, denn jeder einzelne Schritt ist für sich betrachtet klein und unbedeutend. Aber die Kenntnis der vielen kleinen Schritte zeigt das Gesamtbild und das Ausmaß der Bargeldabschaffung sehr deutlich auf. Wussten Sie:

  • dass mindestens 18 EU-Länder bereits Bargeldobergrenzen haben, also ein Bargeld-Zahlungsverbot ab einem festgelegten Betrag?
  • dass das Land mit der niedrigsten Bargeldobergrenze Griechenland mit 500 Euro ist?
  • dass das erste Land bereits bei der EZB einen Antrag gestellt hat, seine Bargeldobergrenze auf 300,-€ zu senken?
  • dass 500,-€-Scheine von der EZB seit 2019 nicht mehr gedruckt werden?
  • dass die Einführung eines digitalen E-Euro geplant wird – ein direkter Konkurrent zu Bargeld?
  • dass Schweden und China kurz vor der Bargeldabschaffung stehen?
  • dass Banken das Bargeld verstärkt mit hohen Gebühren belegen?
  • dass Italien seine Bürger in 2020/2021 mit millionenschweren Programmen belohnt hat, wenn sie digital bezahlt haben?
  • dass die Bargeldabschaffung in Europa immer stärker diskutiert und damit gesellschaftsfähig wird?

Das ist eine kleine Auswahl der Angriffe auf das Bargeld, die stutzig machen sollte. Aber wo ist die Empörung und der Aufruhr der Bevölkerung geblieben? Bei fast allen diesen vielen Schritten zu Bargeldabschaffung ist der Bürger jeweils stumm geblieben. Es war bequemer, nichts zu tun. Denn er hat gar nicht erfasst, was am Ende das Ergebnis sein wird – nämlich die Bargeldabschaffung und damit der Verlust unserer Freiheit.

Noch brisanter wird es, wenn man erfasst, welche Welt eine Bargeldabschaffung hervorbringt und wer die Nutznießer davon sind.

Wussten Sie:

  • dass von einer Bargeldabschaffung fast alle globalen Konzerne, Institutionen und Regierungen profitieren? Nur nicht wir Bürger?
  • dass diese ihre Macht damit zementieren und fast grenzenlos ausweiten können?
  • dass dann Negativzinsen von 5-8% die Regel wären? Und damit unser Bankguthaben zusammenschrumpft?
  • dass jedes Geld und aller Austausch untereinander auf dieser Welt kontrollierbar wäre?
  • dass eine Finanzdiktatur entstehen würde?
  • dass damit der letzte und entscheidende Mosaikstein für eine flächendeckende Kontrolle und Überwachung gesetzt ist?

Wollen wir bei Kenntnis dieser Tatsachen immer noch bereitwillig nachgeben und den Platz räumen? Bis am Ende unser Bargeld herunterfällt und nicht mehr da sein wird? Oder ist es an der Zeit, Stellung zu beziehen und sich für das Bargeld einzusetzen und es zu verteidigen? Und jeder weiteren Einschränkung des Bargeldes entschieden entgegenzutreten?

Wie der Liedermacher Reinhard Mey schon sagte: »Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt«. Also nutzen wir unsere Möglichkeiten. Eine davon möchte ich nachfolgend vorstellen.

Was können wir tun?

Es ist wichtig, dass die Menschen kurz und prägnant darüber aufgeklärt werden, dass die Bargeldabschaffung real und unser Bargeld tatsächlich in Gefahr ist. Dafür habe ich einen 4-seitigen Flyer entworfen, den Sie in Ihrem Umfeld verteilen können. Hier finden Sie ihn: https://bargeldverbot.info/gemeinsam-aktiv-werden/flyer. Bis zu 60 Flyer können Sie bei mir kostenfrei beziehen. Sollten Sie mehr tun wollen, dann können Sie diesen Flyer für wenig Geld selbst drucken lassen und z.B. in Ihrer Gemeinde verteilen. 5000 Flyer kosten incl. Porto ca. 100,- €. Die Druckdatei bekommen Sie bei mir. Gerne helfe ich Ihnen auch beim Druckauftrag. Melden Sie sich einfach bei mir unter kontakt@bargeldverbot.info


Dieser Beitrag erschien zuerst auf bargeldverbot.info und wurde mit exklusiver Erlaubnis des Autors übernommen.


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Rettet Corona die Pandemie-Profiteure?

Die Pandemie-Profiteure

Unter dem Deckmantel der Gesundheitsvorsorge verfolgen elitäre Kreise erbarmungslos ihre wirtschaftlichen Interessen.

von Winfried Wolk

Pandemie-Profiteure„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ sagt eine Redensart. Für die Global Players der Finanzwirtschaft scheint dieser Grundsatz jedoch nicht zu gelten. Sie versuchen den großen Crash, der sich 2020 schon angedeutet hatte, auf Teufel komm raus hinauszuschieben. So wurden wirkmächtige Narrative ersonnen, um von den eigentlichen Vorgängen hinter den Kulissen abzulenken, um Kleinsparer und Kleinunternehmer schleichend zu enteignen und die Masse der Bevölkerung unter Kontrolle zu bringen. Die erfolgreichste dieser Erzählungen — wir kennen sie alle — ist jene von der todbringenden Pandemie, die angeblich strikte Maßnahmen des Freiheitsabbaus und nie gekannte ökonomische Verheerungen „erforderlich“ macht. Der Ausbau der Überwachungstechnologie und des gezielten Meinungsmanagements soll helfen, die Raubzüge dieser „Eliten“ abzusichern.

Seit mehr als eineinhalb Jahren erfahren wir nahezu täglich über alle Medien und von maßgeblichen Politikern, welche enormen Schäden das Covid 19-Virus bei den Menschen und in der Wirtschaft anrichtet. Auch in dem bei t-online am 14. September 2021 veröffentlichten Interview mit Prof. Adam Tooze, der zu den führenden Wirtschaftshistorikern der Gegenwart zählt und in Cambridge und Yale lehrt, wird darauf Bezug genommen. Die Coronakrise, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranlasst hatte, Anfang März 2020 die Pandemie auszurufen, sei mit nichts vergleichbar, was die Welt jemals zuvor erlebt hätte, sagte er. Einen solchen freien Fall hätte es bisher nie gegeben, auch nicht während der Großen Depression der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts. Ganz nebenbei streifte Prof. Tooze auch den wirtschaftlich-finanziellen Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Situation und fügte noch einen Satz hinzu, der mich aufmerken ließ:

„Dabei haben viele Menschen gar nichts von der eigentlichen Krise mitbekommen, die sich im Hintergrund abgespielt hat.“

Bei dieser „eigentlichen Krise“ handelte es sich, wie die nächste Frage ans Licht brachte, um „die Turbulenzen um die US-Staatsanleihen im März 2020″. Dabei wäre der Begriff „Turbulenzen“, so Prof. Tooze, noch ein ziemlich harmloses Wort für das, was damals geschah.

„Es war eine Erschütterung nie geahnten Ausmaßes. Der Markt für amerikanische Staatsanleihen hörte im März 2020 schlichtweg auf zu funktionieren. Wir reden hier von einem Markt, der Billionen Dollar umfasst. Auch das mag noch harmlos klingen, aber auf US-Staatsanleihen baut eben der ganze Globus seine Reserven an Liquidität auf. Auch Großbritannien und die Eurozone wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Lage war außerordentlich ernst, beinahe hätte es den Rest der Welt mit hinfortgerissen“ (1).

Was für ein merkwürdiger Zufall! Da schlitterten wir im März 2020 nicht nur in eine bisher unvorstellbare, durch ein Virus hervorgerufene, weltweite Gesundheitskrise, sondern gleichzeitig auch in eine Weltfinanzkrise, die trotz ihres unglaublichen, noch nie erlebten Ausmaßes von unseren führenden Medien völlig unbemerkt blieb und offensichtlich keinerlei Auswirkungen auf irgendetwas hatte. Immer nur stand die immense Gefährdung unseres Lebens und unserer Gesundheit im Fokus, hervorgerufen durch ein unerwartetes und zufällig aufgetretenes Coronavirus.

Die Regierungen der ganzen Welt sahen sich umgehend veranlasst, zum Schutze der Menschen weltweit die Geldflüsse zum Erliegen zu bringen, das öffentliche Leben lahmzulegen, monatelang Erwachsene und Kinder in Isolation zu zwingen und die Transport- und Warenketten zu unterbrechen, wobei zahllose Existenzen vernichtet wurden.

Um alles unter Kontrolle zu behalten, wurden zusätzliche Überwachungsmaßnahmen angeordnet. So wollte man jeden Protest verhindern und jede Übertretung ahnden können, denn unsere Gesundheit musste mit aller Macht geschützt werden. Das Virus hatte die Welt in seinen eisernen Griff genommen. Das erforderte schärfste Maßnahmen. Unser Leben würde nie mehr so sein wie zuvor, verkündeten die Regierenden. Diese Ankündigung schwebt seither wie ein Damoklesschwert über unser aller Köpfen, wobei die Dimension der vorgesehenen Veränderungen offengelassen wurde.

Das andere katastrophale Ereignis, das sich gleichzeitig ereignete, spielte dagegen keine Rolle, auch nicht all die gigantischen Maßnahmen, die in Windeseile zur Rettung der Finanzwelt veranlasst wurden. „Die Fed senkte die Zinsen, unterstützte die Geldmärkte, kaufte Staatsanleihen auf, Letzteres in einem gigantischen Ausmaß. Ende März erreichte sie eine Rate von einer Million Dollar pro Sekunde! Binnen kurzer Zeit hatte die Fed fünf Prozent dieses 20-Billionen-Dollar-Marktes aufgekauft. Das waren Interventionsgrößen, die es niemals zuvor gegeben hatte. Es war wahrscheinlich Rettung in letzter Sekunde. (…) Im schlimmsten Fall wären die weltweiten Finanzmärkte kollabiert, so gut wie jeder Mensch hätte die Folgen zu spüren bekommen. Game over“, so Prof. Tooze (2).

Weil nun ganz zufällig zur gleichen Zeit das Covid-19-Virus erschien, spielte das alles in der Berichterstattung unserer Hauptmedien merkwürdigerweise gar keine Rolle. Auch der bereits am 2. Dezember 2020 bei Multipolar erschienene Artikel von Paul Schreyer unter dem Titel „Was steckt hinter der Coronapolitik?“ wurde von den öffentlichen Meinungsmachern ignoriert. Dabei war dort sehr detailliert beschrieben, dass die US-Zentralbank bereits ab Ende 2017 damit begonnen hatte, Staats- und Unternehmensanleihen in überschaubaren Tranchen zu verkaufen. In kleinen Schritten sollte der sich nach der nur mit immensen Geldsummen gedeckelten großen Finanzkrise 2007/08 gebildete Druck aus der riesigen Blase abgelassen werden, um „eine Neuauflage des Zusammenbruchs von 2008“, die nun drohte, unbedingt zu verhindern (3).

13 Jahre zuvor

Als im Jahre 2007/08 die damalige Weltwirtschafts- und Finanzkrise nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds zu weltweiten Wertpapierverlusten von etwa vier Billionen US-Dollar, zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers und zu vielen Insolvenzen führte, wie die von General Motors, einem der größten Automobilkonzerne der Welt, und ganze Volkswirtschaften, in Europa besonders Griechenland, ins Trudeln brachte, setzte die Fed, so sagte es Prof. Tooze, genau die gleichen Instrumentarien zur Rettung des Weltfinanzsystems ein, nämlich Unsummen von Geld, die sie in den zusammenbrechenden Markt pumpte. Das hatte sich, wie er sagte, „als hilfreich“ erwiesen. Auch damals schon wurde versucht, die öffentliche Aufmerksamkeit mittels gezielter Panikmeldungen weg vom Finanzdebakel und hin auf die Angst vor Krankheit und Tod zu lenken.

Wenige Monate nachdem der Finanzkollaps bereits wütete und mit seinen katastrophalen Folgen in den allgemeinen Blickpunkt geraten war, kam damals das Schweinegrippevirus ins Spiel. Am 1. August 2009 meldete Bild 6.000 Infizierte, die Europäische Union (EU) rechnete für den Herbst mit einer Million Infizierter und vielen Toten (4). Auch Christian Drosten warnte damals schon in der Süddeutschen Zeitung dringend mit den uns auch heute wieder vertrauten Worten: „Die Welle hat begonnen“, und rief dazu auf, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen (5).

Aufgrund der Verspätung und wegen der gleichzeitig zu hörenden kritischen Stimmen, die vieles von den Verlautbarungen sachlich begründet infrage stellten, war die Gesellschaft nicht in den gewünschten Panikmodus zu versetzen. Die mit Millionen aus dem Staatshaushalt, also Steuergeldern, finanzierten Impfdosen blieben ungenutzt und mussten am Ende entsorgt werden, verschafften aber den Pharmakonzernen einen Gewinn von 7 bis 10 Milliarden Dollar. Immerhin gab es danach in den Medien sogar eine ganze Reihe von Entschuldigungsartikeln und die Beteuerung, dass solche Fehler nie wieder passieren dürfen. Auch das las ich in dem am 16. September 2021 erschienenen, außerordentlich interessanten Artikel von Tobias Riegel „Corona und Schweinegrippe: Die Parallelen zwischen den ‚Pandemien'“ auf den NachDenkSeiten (6).

Die steuernden Institutionen

Die WHO hatte im Mai 2009 schnell noch ihre Pandemiedefinition angepasst und die Passage „with enormous numbers of deaths and illness — mit enormer Zahl von Todes- und Erkrankungsfällen“ daraus entfernt. Seither ist die Todesquote nicht mehr relevant. Auch diese von der WHO getroffene Entscheidung wurde damals offen kritisiert, da vielen der als Berater einbezogenen Experten eine enge Bindung zu den an der Impfstoffherstellung beteiligten Pharmakonzernen nachgesagt werden konnte. Zwar ist die WHO, deren Pandemieklassifikation für alle Länder unserer Erde verbindlich ist, eine an die UNO angeschlossene, internationale Institution, jedoch wird ihr Etat bis zu 80 Prozent von privaten Stiftungen finanziert, maßgeblich von der Bill und Melinda Gates Foundation und der von ihr finanzierten Gavi-Impfallianz. Ob bei einer solchen finanziellen Abhängigkeit wirklich eine unabhängige Entscheidungsfindung möglich ist, bleibt da die Frage.

Mich hat auch sehr nachdenklich gemacht, warum die drohende Weltfinanzkrise von 2020 im Gegensatz zu der von 2008 so erstaunlich unbemerkt geblieben ist. Lag es vielleicht daran, dass es sich da bei den „bewährten Maßnahmen der Fed“ ausschließlich um die unfassbare Menge an Geldmittel handelte, die ausgeschüttet wurde, aber die verantwortlichen staatlichen Stellen keinerlei Entscheidungen trafen, den spekulativen, internationalen Finanzmarkt im Interesse der Allgemeinheit zu regulieren? Es wurde einfach weiter gemacht wie bisher.

Das Geschäftsmodell dieser in allen wichtigen Finanz- und Wirtschaftsbereichen aktiven Global Player fußt auf dem Erzielen der größtmöglichen Gewinne. Deshalb gibt es dort natürlich keine Bereitschaft, genau das zu ändern und damit die wirklichen Krisenursachen anzugehen.

Auch sind sie mächtig genug, die führenden Politiker der Welt von jedem notwendigen Regulierungsversuch abzuhalten. Auf diese Weise sitzen die Weltfinanzoligarchie und die maßgeblichen Politiker in einem Boot, was ein gemeinsames Agieren regelrecht erzwingt. Nach nur zwölf Jahren wäre bei einer erneuten, die Weltwirtschaft in den Kollaps führenden Finanzkrise sowohl das maßlose Versagen der Finanz- und Wirtschaftseliten als auch das damit verbundene totale Scheitern der Politik öffentlich geworden. Das musste auf jeden Fall verhindert werden.

Eine andere Frage, die mich zum Nachdenken brachte, war die nach der Herkunft der astronomischen Summen, die da von der Fed mal so eben aus dem Ärmel geschüttelt wurden. Leider muss ich gestehen, dass ich so gut wie nichts über das Federal Reserve System, diesen großartigen Retter der Finanzwelt, weiß. Bei Wikipedia erfahre ich, dass die US-Zentralbank kein staatliches Unternehmen ist, sondern ein Konstrukt aus privaten Mitgliedsbanken, deren Namen bis in die 1930er-Jahre streng geheimgehalten wurden. Mittlerweile sind diese bekannt. Es sind die großen Player des internationalen Geldmarktes selbst, die Vertreter der Morgans, Rockefellers, Rothschilds und Warburgs, die ganz eigenständig die Geldpolitik der USA bestimmen und Finanzdienstleistungen für Depotinstitute, für die US-Regierung und für ausländische Institutionen bereitstellen. Durch den Federal Reserve Act sind sie autorisiert, Geld ohne „intrinsischen Wert“ zu schaffen.

Wie ich bei Wikipedia auch erfahre, handelt es sich bei „Geld ohne intrinsischen Wert“ um ein fiktives Wirtschaftsobjekt, das keinen realen Wert besitzt und deshalb Geldschöpfungen in beliebiger Höhe möglich macht. Die schlimmste Finanz- und Schuldenkrise 2007/08, die die Welt bisher gesehen hat, wurde somit durch die Investition unvorstellbarer Summen fiktiven Geldes „bewältigt“.

Die Frage ist natürlich, wie und vor allem wie lange man mit einer solchen „Luftnummer“ eine derartige Krise aufhalten kann, wenn es keine anderen, die ungesteuert ablaufenden Finanzabläufe wirklich regulierenden Maßnahmen gibt. Die bedrückende Antwort lautet: Nicht einmal zwölf Jahre! Durch die Maßnahmen der Fed war der Worst Case somit nur etwas aufgeschoben worden.

Die Idee

Da die wirklichen Ursachen einer solchen immensen Krise und deren Verursacher aus Gründen des „Bestandsschutzes“ auf keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen dürfen, mussten die bereits 2009 geprobten Verschleierungsmanöver unbedingt perfektioniert werden. Dabei half die 2009 erfolgte Anpassung der Pandemiedefinition durch die WHO, erlaubte sie doch nun, jede sich bietende Infektionswelle zu nutzen, um weltweit verbindliche Zwangsmaßnahmen durchzusetzen. Wer wollte schon Maßnahmen kritisieren, wenn das Leben und die Gesundheit der Menschen auf dem Spiel steht?

Damit künftig nichts Unvorhergesehenes die weitere Vorgehensweise stören kann, wurde vorgesorgt und die Kriterien für einen international verbindlichen Pandemievertrag erarbeitet, der die Regierungen der Staaten der Welt zu einheitlichem Handeln zwingt. Wie der Europäische Rat schon mal informierte, soll der Pandemievertrag die internationale Zusammenarbeit in Bezug auf Überwachung, Warnung und Reaktion durch erhöhte Labor- und Überwachungskapazitäten und bessere Warnsysteme stärken, wobei digitale Technologien und innovative Instrumente für die Erfassung und Austausch von Daten eine Schlüsselrolle spielen. Auch ist vorgesehen, die unerwünschten kritischen medialen Reaktionen als Fake News zu eliminieren und damit den ungestörten Verlauf der gesamten Aktion zu sichern.

Der Internationale Währungsfonds IWF hilft dabei, mit Sanktionen widerspenstige Staaten zum Einlenken zu zwingen, belohnt besonders eifrige Vollzieher dagegen mit großzügigen Ausschüttungen. Die EU jedenfalls unterstützt den Vertrag. 23 Staaten haben bereits eine zustimmende Absichtserklärung unterschrieben, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland. Ganz zufällig stimmt der Pandemievertrag in vielen wichtigen Punkten mit den Konzepten der Rockefeller Foundation überein, die bereits im Jahr 2007 das Programm „Disease Surveillance Networks Initiative“ erarbeitete. Auch viele Vorstellungen von Bill Gates finden sich im Konzept des WHO-Papiers wieder, das voraussichtlich in der nächsten Zeit von der EU ratifiziert werden wird (7).

Wir werden also unser altes Leben nicht wieder zurückbekommen, das kündigten unsere wichtigen Politiker schon mal verbindlich an. Längst schon liegen die Konzepte für ein „neues Leben“ auf dem Tisch.

Die vorgesehenen und bis in die wichtigsten Grundrechte eingreifenden Maßnahmen lassen sich mit der verbreiteten Pandemieangst gut begründen und mit staatlicher Gewalt auch durchsetzen. Sie werden als besonders vorsorglich angepriesen, denn es geht ja um den Schutz unserer Gesundheit. Da diese Konzepte und Maßnahmen allerdings vor allem von gesellschaftlichen Kräften entwickelt wurden, die lediglich durch den Besitz enormer Geldmittel legitimiert sind, gibt mir das schon zu denken.

Die Retter

Eine der großen Denkfabriken ist neben der Rockefeller- und der Bill und Melinda Gates Foundation das von Klaus Schwab 1971 gegründete Weltwirtschaftsforum (WEF), wo natürlich auch diese beiden Großakteure vertreten sind. Wie mich Wikipedia informiert, sind dort etwa 1.000 global agierende Unternehmen mit einem Geschäftsumsatz von jeweils etwa 5 Milliarden US-Dollar eingebunden und finanziell engagiert. Damit gehören die Forumsmitglieder zu den wichtigsten Unternehmen ihrer Branche und ihres Landes, haben enormen Einfluss und spielen natürlich eine in jeder Hinsicht maßgebliche Rolle. Die Teilnahmegebühren für die Treffen des Forums, wozu jährlich auch international führende Wirtschaftsexperten, Wissenschaftler, gesellschaftliche Akteure und Journalisten nach Davos eingeladen werden, sind beträchtlich.

Natürlich treffen sich die gut betuchten Damen und Herren nicht wegen eines Gläschens Champagner und Kaviarhäppchen. Da neben den Führungspersönlichkeiten aus der internationalen Wirtschafts- und Finanzelite auch führende Politiker der wichtigsten Länder unseres Globus zu dem Treffen eingeladen werden, ist der Einfluss dieser neoliberalen Gruppierung auf die weltweite Realpolitik gesichert.

Klaus Schwab, der Gründer, ist gleichzeitig auch Mitglied in wichtigen internationalen Unternehmen und Institutionen, unter anderem dem Lenkungsausschuss der Bilderberg-Konferenzen. In seinem 2016 erschienenen Buch „Die Vierte industrielle Revolution“ beschäftigte er sich vorausschauend mit den notwendigen Umwälzungen, insbesondere der digitalen Vernetzung. Dabei spielt die Verschmelzung unserer physischen, digitalen und biologischen Identität mit den neuen Technologien eine wichtige Rolle. Sie werden, so Schwab, in den bisher privaten Raum unseres Geistes eindringen, unsere Gedanken lesen und unser Verhalten beeinflussen. Das Motto von Schwabs Buch wurde im Jahre 2019 auch Thema des 49. Jahrestreffens des WEF in Davos, wo unter anderem auch die Folgen der unbewältigten und immer noch schwelenden Weltfinanzkrise von 2008 im Fokus standen.

Im Mai 2020, also kurz nach Ausrufung der Pandemie, legte Schwab dann sein neuestes Buch „Covid-19 — Der große Umbruch“ (The Great Reset) vor, in dem er alle notwendigen Maßnahmen beschreibt, die zur Rettung der Welt erforderlich sein werden. Die von Prof. Tooze erwähnte schlimmste Finanz- und Schuldenkrise, die die Welt bisher gesehen hat und die noch viel weitreichender war als die Krise von 2008, erwähnt Schwab jedoch mit keinem Wort. Er schien nichts davon bemerkt zu haben, obwohl die Finanzkrise von 2020 fast „den Rest der Welt mit hinfort gerissen“ hätte.

Klaus Schwab zufolge war es ausschließlich die durch das Coronavirus ausgelöste Pandemie, die uns in die in ihrer Dimension beispiellose weltweite Krise stürzte, wirtschaftliche Schäden monumentalen Ausmaßes verursachte und uns in äußerst gefährliche Zeiten brachte. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendjemand aus dem illustren Kreis der in den obersten Rängen der Weltfinanzwirtschaft agierenden Personen den drohenden Weltfinanzkollaps nicht bemerkt haben sollte. Dieses durchgängige Ignorieren und die ausschließliche Fixierung auf das Virus ist schon auffällig.

Das große Versagen der Eliten, das sich im globalen Finanzdesaster deutlich gezeigt hat, darf natürlich auf keinen Fall öffentlich werden.

Deshalb muss die Angst vor Krankheit und Tod immer und immer wieder mit möglichst Panik erzeugenden Bildern und Meldungen geschürt werden, damit die angeordneten Beschränkungen der Freiheitsrechte gut und verständlich begründet werden können. Wer wollte da protestieren oder gar nach den Verantwortlichen fragen?

Die Planspiele

Ganz erstaunlich finde ich, dass bereits seit dem Jahr 2001 angenommene Pandemien und die Reaktionen darauf in diversen Planspielen simuliert wurden. Noch vor den Anschlägen auf das World Trade Center probte im Juni das Johns Hopkins Center for Civilian Biodefense Strategies und andere strategisch tätige Institutionen mit dem Pandemie-Planspiel „Dark Winter“ eine Pockenepidemie. Nach den Anschlägen wurde dann die intensiv verbreitete Angst vor dem Terror genutzt, um auch das Thema Biosecurity zu einem wichtigen neuen Faktor zu machen. Es folgten weitere solche Planspiele: 2003 „Global Mercury“, 2005 „Atlantic Storm“, 2018 „Clade X“ und 2019 „Event 201“.

Dabei wurden nicht nur terroristische Angriffe mit Biowaffen simuliert, sondern auch die erforderlichen, international zu befolgenden Reaktionen. Die höchsten Regierungsebenen der USA, Großbritanniens, Kanadas, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Schwedens, der Niederlande und Polens sowie die Leiter der EU-Kommission und der WHO übten dabei schon mal den organisatorischen Umstieg von der terroristischen auf eine pandemische Bedrohung. Dabei spielten auch internationale Organisationen wie UN, WHO, NATO und EU eine Rolle, um Druck auf einzelne Staaten auszuüben, die wirtschaftlichen Konsequenzen, die Verteilung der Ressourcen, die Medienpolitik und andere notwendige Maßnahmen einheitlich zu regulieren. Unterstützer waren dabei das Center for Biosecurity of UPMC, das Center for Transatlantic Relations der Johns-Hopkins-Universität und das Transatlantic Biosecurity Network, Geldgeber die Alfred P. Sloan Stiftung, der German Marshall Fund und die Nuclear Threat Initiative.

Im Mai 2010, also kurz nach der jüngsten großen Finanzkatastrophe, warf die Rockefeller Foundation mit ihrem „Lock Step“-Planspiel schon mal einen Blick in die Zukunft, um eine strategische Debatte unter Entscheidungsträgern auszulösen und so den nächsten großen Finanzcrash ohne allzu erhebliche Einbrüche für die großen Player überstehen zu können. Auch hierbei spielt eine Influenzapandemie, die eine globale Panik auslöst und überall auf der Welt nach dem Vorbild von China zur Maskenpflicht und zu autoritären Maßnahmen führt, eine wichtige Rolle (8).

Im September 2019 kam es dann tatsächlich zu einem „Kurzschluss im Finanzsystem“ an den US-Finanzmärkten, wie Die Zeit am 1. Oktober 2019 schrieb (9).

Damit hatte sich der nächste Finanzcrash angekündigt. Nun mussten klare Handlungsanweisungen auf den Tisch. Es war keine Zeit zu verlieren. Damit wirklich alles nach Plan und nichts aus dem Ruder läuft, versammelte sich im Oktober 2019 auf Einladung des Johns Hopkins Center for Health Security, des WEF und der Bill und Melinda Gates Foundation ein erlesener Teilnehmerkreis in New York, um im Planspiel „Event 201“ vorausschauend den gewünschten Verlauf des zu erwartenden Ereignisses durchzuspielen und die notwendig zu treffenden Entscheidungen festzulegen. Diesmal sollte ein von einem Tier auf Menschen überspringendes Coronavirus, das unglaublich gefährlich sein würde und damit alle zu beschließenden, sehr harschen Maßnahmen begründete, die Pandemie verursachen (10).

Das Virus erscheint

Tatsächlich und wie durch ein Wunder erschien dann gleich Anfang 2020 ganz zufällig und zur gleichen Zeit, als die weltweiten Finanzmärkte vor einem erneuten und diesmal absolut katastrophalen Kollaps standen, ein Covid-19-Virus auf der Bildfläche. Nach der offiziell gewünschten Lesart war es auf dem Wuhaner Wildtiermarkt von Fledermäusen auf den Menschen übertragen worden. Zufällig gibt es in Wuhan aber auch ein Biolabor, in dem mit dem „Gain of function“-Forschungsprogramm mit Coronaviren experimentiert wird, um diese gefährlicher zu machen und als Biowaffen einsetzen zu können (11).

Deshalb wird das Wuhaner Biolabor von einigen Experten als möglicher Ursprungsort des Virus angesehen. Immerhin ließ die USA dort über ihren Chefvirologen Anthony Fauci eine halbe Milliarde Dollar investieren. Da das aber nun gar nicht in das vorgegebene Narrativ passte, bemühte man sich, solche Überlegungen sofort mit dem Verschwörungstheorie-Hammer aus der Welt zu schaffen.

Mittlerweile jedoch äußert nun auch der US-amerikanische Präsident ähnliche Gedanken, womit diese Theorie nicht ganz so völlig abwegig sein kann. Für den Verlauf der Pandemie ist es jedoch nicht ganz so wichtig, woher dieses Virus stammt. Den Planungen von „Event 201“ zufolge war es jedenfalls zur richtigen Zeit auf der Welt und gewiss auch am richtigen Ort, da man damit die Schuld an einer weltweiten Kontamination dem Erzfeind der westlichen Welt anlasten konnte.

Im Oktober 2019 fanden aber auch die Militärweltspiele in Wuhan statt, an denen etwa 10.000 Athleten aus 110 Nationen teilnahmen. Da aus meiner Sicht eine notwendige und schnelle, möglichst weltweite Verbreitung des Krankheitserregers für die glaubhafte Ausrufung einer Pandemie und für die Begründung der notwendigen globalen Maßnahmen unabdingbar ist, erscheint mir das zufällige Zusammentreffen dieser beiden Ereignisse schon bemerkenswert, zumal eine Anzahl der Teilnehmer tatsächlich eine schwere Atemwegserkrankung mit hohem Fieber erlitt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am 8. Mai 2020 mitteilte (12).

Nun erleben wir eine bisher nicht vorstellbare und immer härter werdende, weltweite Maßnahmenkampagne, deren Ende nicht absehbar ist. Die rücksichtslose Gier nach immer größeren Profiten hat das Finanzsystem bis kurz vor den Zusammenbruch gebracht, das bisher gepredigte Credo vom möglichst hemmungslosen Konsum ist damit nicht mehr aufrechtzuerhalten. Das zu erwartende soziale Beben und die unberechenbaren Reaktionen der mit den Folgen konfrontierten übergroßen Mehrheit der Menschen könnte weltweit die Herrschaftsstrukturen gefährden und muss deshalb unbedingt unter Kontrolle gehalten werden.

Mit der Angst vor der Bedrohung des Lebens durch Terror, Infektionswellen und Klimazusammenbruch lassen sich jedoch alle unser bisher normales Leben einschränkenden Entscheidungen gut begründen ohne den drohenden Finanzcrash überhaupt erwähnen zu müssen.

Was uns retten kann, ist ausschließlich die Einhaltung aller angeordneten Maßnahmen, gleich ob sie schlüssig sind oder maßlos überzogen — und natürlich die Impfung.

Die Pandemiewirklichkeit

Ausschließlich das schnelle und vollständige Durchimpfen der Menschheit kann diese vor dem baldigen Aussterben bewahren, so hören und lesen wir es fast täglich. Nur die erhaltene Impfung, die immer wieder nachgewiesen werden muss, erlaubt dann den Geimpften, einige der ausgesetzten Grundrechte vielleicht doch wieder wahrnehmen zu dürfen. Dabei ist der „digitale Impfpass“ das momentan idealste Instrument, um die im Pandemievertragskonzept vorgesehene Überwachung einzuleiten und umsetzen.

Allerdings ist der als wirkliches und nahezu einziges Allheilmittel angepriesene mRNA-Impfstoff ein völlig neuartiges und bisher nur unzureichend getestetes Produkt. Deshalb und wegen der für die Testung von Impfstoffen außergewöhnlich kurzen Zeit besitzt es lediglich eine vorläufige Zulassung, weil eben die Langzeitwirkungen nicht bekannt sind. Trotzdem werden von Politikern und den angeschlossenen Medien gebetsmühlenartig die unbedingte Sicherheit und Zuverlässigkeit behauptet und negative Folgen als unbedenklich erklärt.

Schon lange findet keine sachliche, öffentliche Debatte mehr statt. Es gilt nur die eine Meinung, nämlich die, die vorbehaltlos alle in den Planspielen und den Pandemieregeln der WHO für die Regierungen der Länder verbindlich angeordneten Maßnahmen unterstützt. Zweifel daran werden als absurde Meinungsverirrung abgetan, Skeptiker diffamiert und ausgegrenzt, diejenigen, die sich weigern, sich damit impfen zu lassen, als Gefährder der Menschheit angeprangert. Damit die unbedingte Durchimpfung der Bevölkerung erreicht werden kann, werden die Ausgrenzungskriterien von Woche zu Woche harscher.

Der nächste Schritt wäre dann die bereits seit 2017 von der von der Rockefeller Foundation finanzierten „Digital Identity Alliance“ ID2020 und ebenfalls von Klaus Schwab angekündigte personalisierte, portable, biometrisch verbundene digitale Identität. Damit wäre dann jeder Mensch überall auf der Welt und über alle Grenzen hinweg identifizierbar. Auch hierbei sind die maßgeblichen Unterstützer und Finanziers die bereits bekannten Global Player.

Ergänzend zu den Dimensionen der geplanten biometrisch verbundenen, digitalen Identität stieß ich am 22. Juli 2021 in der Berliner Zeitung auf ein Interview mit dem Wiener Biotechnologen Markus Schmidt, der mit anderen Partnern an einem Projekt arbeitet, den Menschen mit der digitalen Technologie zu verschmelzen. Dabei soll das menschliche Gehirn über einen Gehirnchip mit dem Internet verbunden werden. „Ohne Gehirnchip wird man ein Mensch zweiter Klasse“, lautet der durchaus bedrohliche Titel dieses Artikels (13).

Auch der Tech-Milliardär Elon Musk experimentiert genau damit, wie das gleiche Blatt am 31. August zu berichten weiß. Ein in den menschlichen Schädel implantierter Kleinstcomputer würde „bei der Behandlung von Schmerzen, Sehstörungen, Hörverlust, Schlaflosigkeit oder Gehirnschäden sowie bei Rückenmarksverletzungen“ helfen. Die dann auch mögliche problemlose Steuerung menschlicher Gedanken und Handlungen wird dabei allerdings nicht erwähnt (14).

Resümee

Da sich die Folgen der weiter schwelenden, immensen Weltfinanzprobleme mit dem Anhäufen immer neuer und gewaltigerer Schuldenberge im besten Fall nur aufschieben lassen, haben die global agierenden und die Weltpolitik maßgeblich steuernden Player längst Vorsorge getroffen, damit der nächste Crash und dessen Folgen ihr System nicht wirklich gefährden kann. Das zum gegenwärtigen Zeitpunkt vor allem durch „Geld ohne intrinsischen Wert“ notdürftig gesicherte Weltfinanzsystem hat einen gefährlichen Kontrahenten, der alles ins Wanken bringen könnte. Es ist das wirkliche Geld der „normalen“ Menschen, das einen realen, durch Arbeitsleistungen und Waren untersetzten Wert besitzt. Damit weckt es nicht nur Begehrlichkeiten, sondern stellt für dieses kollabierende spekulative Finanzsystem auch eine ganz konkrete Bedrohung dar. Forderten wir alle gleichzeitig unsere Ersparnisse von den Geldinstitutionen, würde es umgehend zusammenbrechen.

Lange schon wurden deshalb die Zinsen auf Sparguthaben abgeschafft, um Sparen unattraktiv zu machen und den gewinnbringenden Konsum noch mehr anzuheizen. Jetzt geht es darum, den freien Zugriff der Bürger auf ihr Ersparte zu begrenzen. Die angeordneten Strafzinsen, mit denen das angesparte Geld ab einem gewissen Betrag minimiert werden soll, sind der nächste Schritt. Längst wird uns auch das digitale Geld und die bequeme Bargeldlosigkeit angepriesen, wo Leistungen und Waren nicht mehr mit infektiös kontaminierten Geldscheinen und Münzen bezahlt werden, sondern einfach mit einer App auf dem Smartphone und bald gewiss auch über einen Chip im Körper. Das hat Vorteile, erspart es doch den einen das ständige Mitführen von Portemonnaie und Kreditkarte, den anderen ermöglicht es die problemlose Überwachung und die Steuerung privater Geldflüsse.

Um das notwendige breite Verständnis für alle, auch die einschneidendsten Entscheidungen zu sichern, wird die medial verbreitete Angst vor Krankheit und Tod weiterhin das optimale Instrument bleiben.

Der bald für alle Menschen auf diesem Planeten gültige Pandemievertrag wird dann für die problemlose Durchsetzung auch der dubiosesten Maßnahmen sorgen. Die digitale Technik ermöglicht, durch die Implantierung von digital les- und steuerbaren Elementen perfektioniert, jede aufkommende Kritik oder gar etwaigen Widerstand im Ansatz zu erkennen und zu unterbinden. Auch können dann aufklärende oder gar kritische Stimmen, die den geplanten Ablauf stören, so viel leichter bekämpft und abgeschaltet werden, als es jetzt vermutlich schon möglich ist. Und die bewaffneten Sicherungskräfte stehen dann gewiss noch besser gerüstet bereit, unser angekündigtes „neuen Leben“ und die neue, schöne und natürlich dann auch „heile“ Welt zu schützen.


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/geschichte/id_90690270/drohender-corona-crash-experte-war-wahrscheinlich-rettung-in-letzter-sekunde-.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
(2) Ebenda.
(3) https://multipolar-magazin.de/artikel/was-steckt-hinter-der-corona-politik
(4) https://www.forum-csr.net/News/14627/Der-Fall-Corona-im-anderen-Licht.html
(5) https://www.nachdenkseiten.de/?p=76074
(6) Ebenda.
(7) https://www.nachdenkseiten.de/?p=75922, am 12. 9. 2012
(8) https://multipolar-magazin.de/artikel/was-steckt-hinter-der-corona-politik
(9) https://www.zeit.de/2019/41/us-notenbank-zinssatz-repo-markt-finanzsystem
(10) https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/pandemie-planspiele-haetten-wir-besser-vorbereitet-sein-koennen, 23. April 2020.
(11) https://multipolar-magazin.de/artikel/ich-kann-nicht-mehr
(12) https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/militaerweltspiele-2019-in-wuhan-damals-schon-corona-faelle-16758894.html
(13) https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/biotechnologe-ohne-gehirnchip-wird-man-ein-mensch-zweiter-klasse-sein-li.171279
(14) https://www.berliner-zeitung.de/zukunft-technologie/musk-zeigt-prototypen-fuer-verbindung-zwischen-gehirn-und-smartphone-li.101963


Dieser Artikel erschien ungekürzt auf Rubikon am 27.10.2021 und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


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Bargeldverbot ab 10.000 Euro

Die Bargeldabschaffung

Über den Umweg von „Obergrenzen“ wollen die Feinde des alten Gelds ihren Traum realisieren und unseren Zahlungsverkehr komplett überwachbar machen.

von Hansjörg Stützle

Am 20. Juli 2021 beherrscht folgende Schlagzeile die Medien: „EU will eine Bargeldobergrenze von 10.000,- Euro einführen.“ Die Argumentation hierfür ist wie seit vielen Jahren immer die gleiche: Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismus. Was sich dahinter verbirgt, welche verborgenen Mächte diese Forderung stetig vorantreiben und welche gravierenden Auswirkungen dies auf unser Bargeld hat, beleuchtet dieser Artikel.

Keiner will das Bargeld abschaffen! Bargeldabschaffung ist Verschwörungstheorie. Ein Bargeldverbot will keiner und wird auch nicht kommen. Diese oder ähnliche Aussagen werden uns seit Jahren mantramäßig eingetrichtert. Aber wie ist hierzu die Realität?

Eine Bargeldobergrenze ist bereits ein Bargeldverbot

Wussten Sie, dass eine Bargeldobergrenze bereits einem Bargeldverbot gleichkommt? Ja, Sie haben richtig gelesen. Bei einer Bargeldobergrenze von zum Beispiel 10.000,- Euro ist es gesetzlich verboten, Waren, Dienstleistungen und Güter ab diesem Betrag bar zu bezahlen.

Der Begriff Bargeldobergrenze verschleiert nämlich die wahre Bedeutung des Wortes. Es müsste Bargeldverbot ab 10.000,- Euro heißen. Aber solch eine klare und ehrliche Ausdrucksweise lässt sich nicht gut verkaufen.

Aber Hand aufs Herz: Wen kümmert es, wenn es verboten ist, Beträge ab 10.000 Euro bar zu bezahlen? Wann ist das bei Ihnen das letzte Mal vorgekommen? Vermutlich gar nicht oder nur äußerst selten. Also — wo liegt das Problem?

Schaut man hinter die Kulissen und berücksichtigt die Entwicklungen zur Bargeldabschaffung über die Jahre, dann merkt man schnell, dass die Idee einer Bargeldobergrenze nicht neu ist. So begannen die ersten Länder in Europa ab 2004 Bargeldobergrenzen einzuführen.

Heute, im Jahr 2021 sind es schon mindestens 14 Länder in Europa, die solche Bargeldobergrenzen eingeführt haben, beispielsweise Belgien 3.000 Euro, Spanien 2.500 Euro, Italien 2.000 Euro, Frankreich 1.000 Euro und Griechenland sogar nur 500 Euro. In all diesen Ländern und vielen mehr gibt es also schon heute ein Bargeldverbot ab diesen Grenzen. Griechenland wollte die Bargeldobergrenze im Jahre 2020 sogar schon auf 300 Euro senken. Dies konnte nur abgewendet werden, weil der 500-Euro-Schein noch gesetzliches Zahlungsmittel ist. Und somit ist eine Bargeldobergrenze unter 500-Euro aktuell rechtlich nur schwer durchzusetzen.

Aber auch hierfür wurden schon Vorbereitungen getroffen. So gibt die Europäische Zentralbank (EZB) seit Ende 2018 keine 500-Euro-Scheine mehr heraus. Er ist somit zu einem Auslaufmodell geworden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der 500-Euro-Schein den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels verliert. Dann ist der Weg frei, die Bargeldobergrenze leicht auf 200 Euro zu senken. Der Wunsch danach ist groß, Griechenland hat diesen bereits geäußert.

Die EU-Kommission folgt offensichtlich auch nicht der Idee, die Bargeldobergrenze auf 10.000 Euro zu belassen. In ihrem Vorschlag äußert sie, dass Staaten, die ein niedrigeres Limit bereits eingeführt haben, dieses belassen können. Dies spricht Bände!

Bemühungen zur europaweiten Bargeldobergrenze

Auch die Idee einer europaweiten Bargeldobergrenze ist nichts Neues. Im Jahr 2016 hat unser ehemaliger Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble eine Bargeldobergrenze von 5.000 Euro europaweit gefordert. Mit diesem Versuch ist er jedoch kläglich gescheitert.

So äußerte sich hierzu der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, dass eine Beschränkung von Barzahlungen verfassungswidrig ist: „Dies wären nicht gerechtfertigte Eingriffe in Freiheitsrechte, nämlich in die Vertragsfreiheit und Privatautonomie.“

Das Zauberwort für die Durchsetzung von Bargeldgrenzen ist immer das gleiche: Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismus et cetera. Bemerkenswert hierzu ist die Aussage von Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann: „Bislang gibt es keinen wissenschaftlich fundierten Beleg, dass mit Barzahlungsobergrenzen das Ziel erreicht wird, Geldwäsche zu bekämpfen.“

Wir haben schon seit 2004 Länder in Europa, die Bargeldobergrenzen eingeführt haben und es konnte bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass damit dieses Ziel erreicht werden kann. Und trotzdem versucht die EU, solch eine Bargeldobergrenze europaweit einzuführen. Steht hinter den EU-Plänen vielleicht doch ein ganz anderes Ziel?

Um Ihnen hierzu einen weiteren Hinweis zu geben, möchte ich nachfolgend einige Passagen aus einem IWF-Arbeitspapier zitieren. Ich verspreche Ihnen: Das, was Sie jetzt lesen werden, werden Sie nicht glauben können:

Die Agenda zur Bargeldabschaffung

„(…) völlige Bargeldlosigkeit sollte phasenweise in Schritten vollzogen werden. Die Abschaffung des Bargeldes könnte auf anfänglich völlig unumstrittenen Schritten basieren, wie große Banknoten abzuschaffen, eine Obergrenze für Bartransaktionen einzuführen und das Registrieren von Bargeldbewegungen über die Grenzen. Weitere Schritte könnten beinhalten, dass man wirtschaftliche Anreize einführt, um Bargeldtransaktionen zu reduzieren, indem man das Eröffnen und Verwenden von Konten, von denen man bargeldlos überweisen kann, vereinfacht und das Finanzsystem weiter computerisiert.“

„Es ist vorzuziehen, dass der private Sektor die Bargeldabschaffung betreibt und nicht der staatliche Sektor. (…). Wenn der Staat die Abschaffung des Bargeldes betreibt, erscheint es fragwürdiger und die Leute könnten Einwände dazu haben. (…). Auf jeden Fall sollte der verführerische Versuch, das Bargeld durch ein Dekret abzuschaffen, verhindert werden, wenn man bedenkt, wie sehr die Leute das Bargeld mögen. Eine PR-Kampagne ist notwendig, um irgendwelche Verdachtsmomente bezüglich der Bargeldabschaffung zu beschwichtigen, ganz besonders die Idee, dass die Behörden versuchten, alle Aspekte vom Leben der Leute zu kontrollieren, insbesondere ihren Gebrauch von Geld oder die Idee, dass ihr persönlich Erspartes in Banken gezwungen würde.

Die Bargeldabschaffung würde mehr Zugkraft gewinnen, wenn der Prozess auf individuellem Konsumentenwillen und Kostenvorteilen bestehen würde.“

*“Koordinierte Anstrengung bei der Bargeldabschaffung könnte die positiven Wirkungen verstärken und mögliche Kosten reduzieren.

Mindestens auf der Ebene der führenden Länder und der führenden Währungen sollten Behörden ihre Bargeldabschaffungsanstrengungen koordinieren.

Solch eine Koordination ist ganz speziell wichtig bei der Entscheidung, größere Banknoten bei allen wichtigen Währungen abzuschaffen, Obergrenzen und andere Restriktionen für Bartransaktionen festzulegen und Meldepflichten für Bartransaktionen oder ihre Besteuerung einzuführen. Innerhalb eines Währungsraumes wäre es sinnvoller, Richtlinien für den ganzen Raum festzulegen statt nur für einzelne Länder. Und schlussendlich ist eine Übereinstimmung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor und eine PR Kampagne über die Vorteile und die Vorgehensweise bei einer graduellen Abschaffung eine unerlässliche Grundvoraussetzung beziehungsweise Schlüsselfunktion für einen Erfolg.“

Sie können nicht glauben was Sie gerade gelesen haben? Dann empfehle ich Ihnen, es direkt auf der Seite der IWF nachzulesen: IWF-Arbeitspapier WP/17/71, Absätze 52, 53 und 56.

Hellseherische Fähigkeiten

Vor kurzem hat mir ein Leser meines Buches „Das Bargeldkomplott“ folgendes Feedback gegeben:

„Herr Stützle, Sie haben hellseherische Fähigkeiten. Wie konnten Sie all das wissen, was nach Veröffentlichung Ihres Buches zur Bargeldabschaffung tatsächlich geschehen ist?“

Ich versichere Ihnen, dass ich keine hellseherischen Fähigkeiten habe. Man muss nur die Daten und Fakten recherchieren und zusammentragen. Wie bei einem Puzzle ergibt sich dann ein immer deutlicheres Bild, wenn man kontinuierlich ein Puzzle-Stück nach dem anderen zusammenfügt. Aber den Plan der Bargeldabschaffung so klar und prägnant zu beschreiben, wie es der IWF in seinem Arbeitspapier gemacht hat, hätte ich nicht können.

Was können wir tun?

Es ist mehr als offensichtlich, dass die geplante Bargeldobergrenze von 10.000 Euro nur der erste Schritt sein wird und danach die Grenzen kontinuierlich gesenkt werden. Ich persönlich hätte nicht einmal ein Problem damit, wenn solch eine Bargeldobergrenze eingeführt wird. Aber das Problem ist, dass wir Bürger immer nur Versprechungen, aber nie Garantien erhalten. Eine gesetzliche Garantie für unser Bargeld zum Beispiel im Grundgesetz oder in den EU-Verträgen wird nicht gegeben. Das wird gemieden wie der Teufel das Weihwasser.

Sie beruhigen und besänftigen uns und gehen ein Schritt nach dem anderen in Richtung Bargeldabschaffung.

Deshalb müssen wir bei solchen Forderungen immer eine Gegenleistung verlangen nach dem Motto: Gerne könnt ihr die Bargeldobergrenze einführen, aber nur wenn ihr uns jetzt Garantien für den Erhalt des Bargeldes gebt.

Auf meiner Aufklärungsplattform bargeldverbot.info finden Sie nicht nur weitere Informationen zu diesem Thema, sondern auch insgesamt 15 Lösungen zum Erhalt des Bargeldes, die Sie nutzen können. Hier einige Lösungs-Beispiele:

Zahlen Sie so oft wie möglich bar

Jeder Geldschein ist wie ein Wahlschein und Sie sagen damit täglich „JA“ zu Bargeld. Reden Sie darüber, warum Sie das tun. Viele Personen verzichten zudem auf die Herausgabe des Restgeldes und stärken damit Bargeld. Vielleicht auch eine Idee für Sie?

Zeigen Sie Flagge

Zeigen Sie Flagge und beziehen Sie Position für unser Bargeld. Drei Flaggen stehen Ihnen zur Auswahl. Diese können Sie ganz einfach über Ihre sozialen Medien mit einem einzigen Mausklick teilen und somit in Sekundenschnelle in Ihrem Wirkungskreis und Umfeld verbreiten und Position beziehen.

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Visitenkarte

Gestalten Sie eine Visitenkarte, die Sie beim Einkauf mit Bargeld an der Kasse abgeben. Eine Druckvorlage finden Sie unter bargeldverbot.info.

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Bis 100 Visitenkarten können Sie bei bargeldverbot.info auch die oben abgebildeten Visitenkarte kostenfrei erhalten.

Vortrag/Lesung/Webinar veranstalten

Organisieren Sie einen Vortrag oder eine Lesung mit Hansjörg Stützle in Ihrer Region. Diese persönliche Verbindung hat eine starke Kraft und Synergie und ist ein ideales Medium, um die Menschen auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

Es gibt natürlich noch viele andere Lösungsideen, die Sie bei bargeldverbot.info unter der Rubrik „Gemeinsam aktiv werden“ aufrufen können.

Helfen Sie bei der Erhaltung des Bargeldes und somit unserer aller Freiheit mit?

Gemeinsam können wir es schaffen!


Dieser Artikel erschien ungekürzt auf Rubikon am 15.10.2021 und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


Mehr Hintergundinformationen und Anregungen für die Erhaltung des Bargelds finden Sie in:

Bargeldkomplott


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Folge dem Geld

Das Gelegenheitsfenster

Auch wenn der Corona-Putsch geschickt arrangiert war, können wir die Krise nutzen, um die Lügen der Eliten aufzudecken und das Ruder herumzureißen.

von Ernst Wolff

Auf dem Kongress „Wachstum Erde Frieden Freiheit“ in Davos hielt Ernst Wolff einen Vortrag (nachfolgend ein Auszug) über die wahren Interessen hinter dem Corona-Putsch. Er macht auch deutlich, inwieweit er die aktuelle Krise als Chance sieht.

Der amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt hat einmal gesagt, nichts in der Politik passiert zufällig. Wenn etwas passiert, dann kannst Du darauf wetten, dass es genauso geplant war. Wenn man sich ansieht, was in den vergangenen eineinhalb Jahren passiert ist, dann wird dieser Satz besonders erschreckend. Kann es tatsächlich sein, dass alles, was wir erlebt haben, geplant war?

Ich will eins gleich vorweg schicken: Ich kann für einen solchen Plan keine endgültigen Beweise, zum Beispiel in Form von verifizierten Dokumenten, liefern. Aber nachdem ich mich 18 Monate lang eingehend mit diesem Thema beschäftigt habe, muss ich sagen, es gibt eine erdrückende Zahl von Anzeichen und Hinweisen in genau diese Richtung. Und über die und über deren Folgen möchte ich heute sprechen…

Wir haben es infolge der Lockdowns zurzeit mit einer schweren globalen Wirtschaftskrise zu tun. Die Produktion hängt weltweit an allen Ecken und Enden, die Logistik liegt am Boden, Lieferketten sind zerbrochen. Wir haben es mit Ernteausfällen, Nahrungsmittelengpässen und dazu mit einer Knappheit an für große Teile der Wirtschaft lebenswichtigen Halbleitern zu tun. Aber auch in diesem Bereich sehen wir, die Probleme werden nicht etwa angegangen und gelöst, sondern durch den Erlass weiterer Maßnahmen und die ständige Androhung neuer Einschränkungen vermehrt und vergrößert…

Eine weitere Krise betrifft den Mittelstand, der weltweit mit Abstand die meisten Arbeitsplätze schafft und dazu die höchste Steuerlast trägt. Der Mittelstand wird durch die unablässig geschürte Unsicherheit und ständig neue Regulierungen von Woche zu Woche stärker in die Enge getrieben und hat noch nie in einer so tiefen Krise gesteckt wie zurzeit. Aber auch das ist noch nicht alles.

Wir erleben zurzeit ein weltweit gewaltiges Anziehen der Inflation, insbesondere bei Rohstoffen, bei Erzeugerpreisen und bei Nahrungsmitteln. Aber auch hier wird nicht etwa gegengesteuert.

Im Gegenteil, die Geldschwemme hält an und wird sogar noch verstärkt. Staaten und Zentralbanken haben seit Beginn der Krise fast 20 Billionen Dollar in den weltweiten Geldkreislauf eingespeist, ohne dass ein Ende in Sicht wäre. Und der Internationale Währungsfonds — also die mächtigste Finanzorganisation der Welt — gibt am kommenden Montag mit 650 Milliarden die bisher größte Menge seiner eigenen Währung, der Sonderziehungsrechte heraus.

Und nicht besser ist die gesellschaftliche Situation. Nur ein Beispiel: In den USA, dem wirtschaftlich stärksten Land der Welt sind knapp vier Millionen Menschen von der Zwangsräumung bedroht, weil sie ihre Mieten nicht zahlen oder ihre Hauskredite nicht bedienen können. Und mehr als zehn Mal so viele sind in den USA — man merke sich, das reichste Land der Welt — nicht in der Lage, sich von ihrem eigenen Einkommen zu ernähren! Und das, was das vorsätzliche Zerbrechen der Wirtschaft und das Anheizen der Inflation nicht geschafft haben, das haben Politiker erreicht: Eine Länder übergreifende Spaltung der Bevölkerung, wie wir sie so noch nie erlebt haben.

Und nun kommt dazu auch noch — gewissermaßen als Krönung des Ganzen — der von den USA vorsätzlich herbeigeführte Machtwechsel in Afghanistan hinzu. Dort sind den Taliban vorsätzlich militärisches Material im Wert von 20 Milliarden US-Dollar, eine komplette Luftwaffe und 11 Luftwaffenstützpunkte hinterlassen worden, was mit absoluter Sicherheit die nächste riesige Flüchtlingswelle auslösen wird.

Wieso?, fragt man sich. Wieso werden weltweit Maßnahmen ergriffen, die ein Desaster nach dem anderen herbeiführen und die Mehrheit der Menschen immer tiefer in den Abgrund reißen, statt sie aus ihrer Misere herauszuholen?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zwei weitere Fragen stellen: Nämlich, wer hat ein Interesse an dieser globalen Agenda? Und wer profitiert davon?

Die Antwort auf beide Fragen ist eindeutig. Der größte Profiteur der aktuellen Krise und der wichtigste Drahtzieher hinter den Kulissen ist der digital-finanzielle Komplex, also eine Art Interessensgemeinschaft, an deren Spitze die größten IT-Unternehmen und die größten Vermögensverwaltungen unserer Zeit stehen. Zu den größten IT-Unternehmen zählen Apple, die Google-Mutter Alphabet, Amazon, Microsoft und Facebook. Der Börsenwert allein dieser fünf Unternehmen beträgt zurzeit unfassbare 9,1 Billionen US-Dollar.

Nur zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands, Frankreichs und Italiens zusammengenommen beträgt 8,6 Billionen Dollar. Zu diesen Digitalunternehmen kommen auch noch die großen Vermögensverwalter. Nämlich BlackRock, Vanguard, State Street und Fidelity. Sie alle sind maßgeblich an sämtlichen IT-Unternehmen beteiligt und nicht nur das. Allein diese vier verwalten zurzeit insgesamt 22,6 Billionen Dollar. Noch mal zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt aller 28 Staaten der Europäischen Union betrug im vergangenen Jahr 15,7 Billionen Dollar.

Aber es ist nicht nur die ungeheure Finanzkraft dieser Unternehmen, die den Digital-Finanziellen-Komplex so mächtig macht. Nehmen wir zuerst einmal die IT-Konzerne. Sie haben nicht nur selbst eine gewaltige Marktmacht, sie kontrollieren auch hunderttausende andere Unternehmen, weil sie ja deren Digitalisierung organisieren und auf diese Weise ständigen Einblick in deren Datenfluss haben. Die IT-Industrie ist nichts anderes als ein Tumor, der im Laufe der vergangenen Jahre in alle Wirtschaftszweige metastasiert ist, sie von sich abhängig gemacht hat und sie inzwischen vollständig beherrscht.

Und nicht anders sieht es aus bei den Vermögensverwaltungen. Sie sind an allen großen Unternehmen der Welt beteiligt und in der Lage, jeden beliebigen Markt der Welt in jede Richtung zu bewegen. Die größte von ihnen, BlackRock, verfügt mit dem mehr als 40 Jahre alten Datenanalysesystem Aladdin über den größten Fundus an Finanzinformationen, den die Welt jemals gesehen hat, und BlackRock berät mit diesem Wissen im Hintergrund die größten Zentralbanken der Welt, also die Federal Reserve und die EZB. Bei dem riesigen Informationsvorsprung, den BlackRock auf diese Weise hat, dürfte klar sein, wer hier von wem abhängig ist.

Wir haben es also mit einer historisch einmaligen Mischung aus geballter Finanzkraft und der Verfügungsgewalt über einen unvorstellbar riesigen Datenpool zu tun. Diese Kombination hat den Unternehmen seit Beginn der Krise einen Aufschwung wie nie zuvor beschert. Und nicht nur das. Dieser Aufschwung beschleunigt sich kontinuierlich. Alleine im letzen Quartal, also im April, im Mai und im Juni dieses Jahres, haben diese Konzerne die höchsten Gewinne ihrer gesamten Geschichte verzeichnet.

Man braucht angesichts dieser Fakten nicht viel Fantasie, um zu dem Schluss zu gelangen, dass es sich beim digital-finanziellen Komplex um das globale Machtzentrum handelt, um das sich alles dreht.

Der digital-finanzielle Komplex steht weit über allen Regierungen und ist jederzeit in der Lage, jedes Kabinett der Welt in die Knie zu zwingen und es sich gefügig zu machen.

Umso mehr muss man sich allerdings über die Methoden wundern, mit denen der digital-finanzielle Komplex seit Anfang der aktuellen Krise arbeitet. Denn es sieht ja fast so aus, als untergrabe er genau das System, von dem er selber profitiert. Dafür nur ein paar Beispiele: Wenn der digital-finanzielle Komplex den Mittelstand zerstört, dann zerstört er doch eigentlich seine eigene Lebensgrundlage. Denn wie wir gerade gehört haben: Der Mittelstand zahlt die meisten Steuern und schafft die meisten Arbeitsplätze. Und wenn er dann noch die Inflation anheizt, dann schadet ihm das doch auch selbst. Und wenn er den sozialen Frieden durch die Explosion der sozialen Ungleichheit zerstört, dann zerstört das doch auch den Boden, auf dem er seine Geschäfte macht. All das sind berechtigte Einwände. Aber sie gehen an der Realität vorbei. Die sieht nämlich so aus:

Der digital-finanzielle Komplex hat keine andere Wahl, als das zu tun, was er zurzeit tut. Was wir aktuell erleben, ist nämlich nicht etwa eine am Schreibtisch entstandene Agenda, mit der er sich noch mehr Geld und noch mehr Macht aneignen will, um dann in Ruhe die Früchte seiner Anstrengungen zu genießen. Was wir zurzeit erleben, ist ein gigantischer Verzweiflungsakt, wahrscheinlich der größte, den es in der gesamten Menschheitsgeschichte jemals gegeben hat. Dieser Verzweiflungsakt hat seine Ursache darin, dass das System, dem der digital-finanzielle Komplex, dem er seine Existenz verdankt, mit den bisherigen Mitteln nicht mehr am Leben zu erhalten ist.

Kurz vor seinem Ende stand er bereits in der Weltfinanzkrise von 2007/2008. Hätten die Regierungen damals nicht riesige Mengen an Steuergeldern mobilisiert und die Zentralbanken angewiesen, Unmengen an Geld aus dem Nichts zu schaffen, wäre das System damals bereits kollabiert. Die Rettung war allerdings nur vorübergehend. Die Geldmengen mussten über 12 Jahre hinweg kontinuierlich erhöht und die Zinsen mussten ein ums andere Mal gesenkt werden, das System also immer instabiler gemacht werden. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Und im letzten Jahr war es soweit.

Im März 2020 drohte der nächste Kollaps. Und dieser Kollaps ist durch einen finalen Kraftakt, nämlich die Senkung der Zinsen auf Null und die Injektion von Billionen anstelle von Milliarden ein allerletztes Mal aufgeschoben worden. Damit aber ist eine qualitativ neue Situation entstanden. Ein weiterer Aufschub würde eine Senkung der Zinsen in den Minusbereich erfordern und damit die Grundlage des bestehenden Bankensystems zerstören. Banken können auf Dauer nicht mit Minuszinsen leben. Das heißt, einen weiteren Aufschub mit den bisher angewandten Mitteln wird es nicht geben. Man kann in der aktuellen Situation höchstens noch einmal Billionen und Aberbillionen ins System speisen — allerdings mit der Folge, dass die ohnehin schon stark anziehende Inflation weiter angeheizt und in eine Hyperinflation übergeführt wird.

Die Situation, in der sich der digital-finanzielle Komplex befindet, ist also die Alternative zwischen dem finalen Kollaps auf der einen Seite und der Hyperinflation auf der anderen Seite, also der vollständigen Entwertung des Geldes…

Ganz offensichtlich hat man sich in dieser Situation für ein neues System und zu seiner Installation für eine Doppelstrategie entschieden … Die vorsätzliche und ganz bewusst herbeigeführte Zerstörung der Weltwirtschaft zum ausschließlichen Zweck der Selbstbereicherung durch den digital-finanziellen Komplex, bei gleichzeitiger Vorbereitung eines neuen Systems durch die Zentralbanken in Zusammenarbeit mit den IT Konzernen.

Und wie dieses neue System aussehen soll, das wissen wir auch bereits. Es handelt sich um die komplette Abschaffung des Bargeldes und der Banken in ihrer bisherigen Form und die Einführung von digitalem Zentralbankgeld. Das Endziel sieht so aus, dass jeder von uns nur noch ein einziges Konto besitzt, über das sämtliche Transaktionen laufen und dieses Konto soll nicht mehr bei einer Geschäftsbank angesiedelt sein sondern bei der Zentralbank. Der Hintergrund dieses Plans ist folgender: Digitales Zentralbankgeld ist programmierbar. Und da Zentralbanken unbegrenzt Geld aus dem Nichts schaffen können, könnte man auf diese Weise in der Tat Negativzinsen einführen, ohne das System zu zerstören.

Das aber ist bei weitem nicht die einzige Eigenschaft, die digitales Zentralbankgeld besitzt. Es würde dem Staat ermöglichen, alle Transaktionen zu überwachen, uns unterschiedliche Steuersätze zuzuweisen und uns individuelle Strafzahlungen aufzuerlegen. Der Staat könnte das Geld teilweise an ein Ablaufdatum binden und könnte uns zwingen, bestimmte Summen innerhalb bestimmter Zeiträume auszugeben. Er könnte das Geld aber auch zweckgebunden ausgeben und uns auferlegen, bestimmte Beträge nur noch für bestimmte Waren oder in bestimmten Regionen auszugeben. Vor allem aber wäre der Staat in der Lage, jeden Einzelnen von uns durch einen einfachen Mausklick von allen Zahlungsströmen abzuschneiden und so finanziell auszuschalten.

Digitales Zentralbankgeld wäre der wirksamste gesellschaftliche Steuerungsmechanismus, den es in der menschlichen Geschichte gegeben hat und damit nicht mehr und nicht weniger als die Vollendung einer über das Geld herbeigeführten allumfassenden Diktatur.

Das Ganze hat allerdings einen gewaltigen Haken. Nämlich, den zu erwartenden Widerstand der Bevölkerung. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass ein großer Teil der Menschen diese Form der Entrechtung nicht hinnehmen, es also bei der Einführung von digitalem Zentralbankgeld zu großer sozialer Unruhe kommen würde.

Und es ist genau dieses Problem, das den digital-finanziellen Komplex ganz offensichtlich auf den Gedanken gebracht hat, den Prozess der Einführung dieses Geldes umzukehren, also das digitale Zentralbankgeld nicht allmählich einzuführen — und dabei großen Widerstand zu riskieren — sondern genau andersherum: Die Gesellschaft ins Chaos zu stürzen, um das digitale Zentralbankgeld als Lösung aller Probleme zu präsentieren, und zwar in der Form des universellen Grundeinkommens.

Wer nun meint, das sei eine aus der Luft gegriffene Verschwörungstheorie, dem empfehle ich, sich noch einmal ganz genau zu vergegenwärtigen, was wir in den vergangenen 18 Monaten erlebt haben.

Unter dem Vorwand der Bekämpfung einer Krankheit sind verheerende und nicht wieder gut zu machende, gesundheitliche, wirtschaftliche und finanzielle Schäden angerichtet worden, deren volle Auswirkung wir bisher nur in Ansätzen zu spüren bekommen haben.

Gleichzeitig aber wird Tag für Tag daran gearbeitet, diese Schäden zu vergrößern. Parallel dazu wird die soziale Spaltung systematisch vertieft, indem man immer neue Keile zwischen die Menschen treibt. All das führt uns zielgerichtet in eine einzige Richtung: Soziale Unruhen bis hin zum Bürgerkrieg, und zwar weltweit. Und genau das ist nach allen mir vorliegenden Informationen so gewollt.

Wir erleben zurzeit, dass unter Einsatz aller erdenklichen Mittel versucht wird, das größtmögliche soziale Chaos anzurichten, um dann auf dem Höhepunkt dieses Chaos mit einem Allheilmittel mit dem Namen universelles Grundeinkommen aufzuwarten und auf diese Art und Weise maximales Chaos in maximale Kontrolle umzuwandeln.

Es gibt übrigens auch noch einen zweiten Grund, warum das universelle Grundeinkommen aus Sicht der Mächtigen kommen muss. Wir stecken mitten in der vierten industriellen Revolution und werden in der vor uns liegenden Periode den Verlust von Millionen und Abermillionen von Jobs durch den Einsatz künstlicher Intelligenz erleben. Das heißt, Millionen von Konsumenten werden ausfallen. Die Nachfrage nach Konsumgütern wird immer stärker einbrechen. Und da das aktuelle Wirtschaftssystem konsumgetrieben ist, muss man, um es am Leben zu erhalten, diese Abwärtsspirale durchbrechen. Und das geht nur, indem man den arbeitslosen Konsumenten auch ohne einen Job Geld zukommen lässt…

Dieser Plan ist übrigens auch nachzulesen und zwar in den beiden Büchern: „Die Vierte Industrielle Revolution“ und „The Great Reset“, „Der Große Umbruch“ von Klaus Schwab, dessen World Economic Forum bei der ganzen Agenda eine Schlüsselrolle spielt. Das WEF hat es in den vergangenen 50 Jahren geschafft, zu einer der bedeutendsten Schaltzentralen des digital-finanziellen Komplexes zu werden, indem es zunächst Wirtschaftsführer, später auch Politiker und noch später auch Medienschaffende, den Hochadel und Prominente miteinander vernetzt und in den 90er Jahren zusätzlich einer zielgerichteten Ausbildung unterzogen hat. Wir wissen heute, dass seit 1992 die „Global Leaders of Tomorrow“ und seit 2005 die „Young Global Leaders“ einer systematischen und immer eingehenderen Schulung durch das WEF unterzogen wurden, und dass es sich bei ihnen um ganz genau die Personen handelt, die zurzeit an den Schalthebeln der Macht sitzen.

Ob Bill Gates, Jeff Bezos oder Jack Ma aus dem IT-Bereich, ob BlackRock Chef Larry Fink, IWF-Chefin Kristalina Georgieva oder Ex Bank of England Chef Mark Carney aus dem Finanzbereich oder auch Emmanuel Macron, Sebastian Kurz oder Angela Merkel aus der Politik — sie alle sind entweder vom WEF ausgebildet worden oder sitzen in seinen Führungsgremien. Und es sind nicht nur die 1300 Mitglieder dieser eng vernetzten Führungselite, die weltweit die Drähte ziehen. Seit 2012 sind auch noch 10.000 unter 30-Jährige, sogenannte „Global Shapers“ dazugekommen, die ebenfalls vom WEF zusammengebracht wurden und in seinem Sinne Einfluss auf den Gang der Welt ausüben.

Und wer wissen will, wie dieser Gang aussehen soll, dem sei ein Blick in die Werke von WEF Gründer Klaus Schwab empfohlen. Und wer an dieser Stelle immer noch nicht glaubt, dass all das, was wir erleben oder erlebt haben, einem Plan folgt, der sollte einen Blick auf das Veröffentlichungsdatum von Schwarz’ [vermutlich gemeint: Schwabs – T.S.] „Great Reset“ werfen. Das Buch ist am 9. Juli 2020 erschienen und damit nicht einmal vier Monate nach dem weltweiten Lockdown und gibt bereits genaue Anweisungen dafür, wie man Covid-19 benutzen sollte, um die Welt in Schwarz’ [s.o. Schwabs – T.S.] Worten „kreativ zu zerstören“ und eine neue Welt aufzubauen, wobei deren von ihm gezeichnetes Menschenbild an die dunkelsten Zeiten des Nationalsozialismus erinnert.

Ich weiß, das Ganze klingt erschreckend, wie eine sorgfältig vorbereitete Apokalypse. Und in der Tat, die Agenda, die hier verfolgt wird, ist offensichtlich nicht nur geplant, sondern auch an Bösartigkeit und Hinterhältigkeit kaum zu übertreffen. Wer hätte jemals vermutet, dass man die Weltwirtschaft einmal unter dem Vorwand, die Menschen vor den Auswirkungen einer Krankheit zu schützen, zum Einsturz bringen würde? Dass man den Menschen die Reisefreiheit, die Versammlungsfreiheit und die Freiheit der Rede, der freien Meinungsäußerung nehmen würde, und dazu mehr als 100 Millionen von ihnen zum Hungern verurteilt und das angeblich zu ihrem eigenen gesundheitlichen Schutz? Und wer hätte gedacht, dass ein unverhohlener Eugeniker, namens Klaus Schwab in die Lage versetzt werden würde, seine grauenvolle Vision von der Verschmelzung des Menschen mit der künstlichen Intelligenz nicht nur weltweit zu verbreiten, sondern durch zehntausende Helfer vorantreiben zu lassen. All das sind zutiefst verstörende Entwicklungen, mit denen wir zurzeit leben, und wir alle leiden müssen und deren Details jedem normal denkenden und normal fühlenden Menschen das Blut in den Adern gefrieren lassen muss…

Abraham Lincoln hat einmal gesagt, man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit und das ganze Volk einen Teil der Zeit belügen, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit belügen. Genau das bewahrheitet sich in unserer Zeit und das hat für uns natürlich eine immense Bedeutung. Denn es eröffnet ironischerweise das, was Klaus Schwab das „Window of Opportunity“, also das Fenster der Gelegenheit nennt — allerdings in genau umgekehrter Dynamik. Durch das Zerfallen des Narrativs wird nämlich die Glaubwürdigkeit derer, die uns in diese Situation geführt haben, Tag für Tag weiter untergraben und damit für uns alle ein einmaliges Zeitfenster für eine gewaltige und umfassende Kampagne der Aufklärung geöffnet…

Was wir wissen müssen ist Folgendes: Wir stehen ganz zweifellos vor turbulenten und auch gefährlichen Zeiten, aber wir halten einen historischen Trumpf in der Hand. Er besteht darin, dass die Gegenseite nicht nach den Regeln der Vernunft, sondern aus Motiven wie Gier und Machtstreben handelt und daher nicht anders kann, als sich selbst immer stärker in Schwierigkeiten zu bringen.

Genau das sollten wir nutzen und uns immer wieder vor Augen halten: Die andere Seite mag über mehr Geld, über mehr Besitz und dazu über alle Waffen der Welt verfügen. Aber ihre Macht stützt sich weder auf ihr Geld, noch auf ihren Besitz, noch auf ihre Waffen, sondern einzig und allein auf einen Faktor und das ist die Unwissenheit der Mehrheit der Menschen — also darauf, dass die Mehrheit das Spiel, das die Minderheit mit ihr betreibt, nicht durchschaut…


Dieser Artikel erschien ungekürzt auf Rubikon am 12.10.2021 und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


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Finanzmarkt im Griff von Zauberlehrlingen

Am Finanzmarkt steigen die Kurse, obwohl „Corona-Lockdowns“ weltweit vielfach die Wertschöpfung stocken ließen. Wie geht das?

Finanzmarkt mit Geld geflutet

Gabor Steingart stellte in seinem Morning Briefing vom 11.10.2021 fest:

„die Inflation steigt und die Notenbanken wissen mittlerweile auch, dass die Geldentwertung nicht nur temporär sein wird.“

Früher versuchten die Staaten der Inflation mit einer Geldmengenbegrenzung und Zinserhöhung entgegenzuwirken. Und heute?

„Die USA pumpen ungerührt weiter 120 Milliarden US-Dollar und die EZB 60 bis 70 Milliarden Euro neue Liquidität pro Monat in die Märkte. Die Ankündigungen der Amerikaner, ihre Aufkaufprogramme zu reduzieren, sind bisher vage. Die EZB kündigt vorsichtshalber gar nichts an. Und an eine Zinserhöhung, die mehr als Symbolik bietet, ist bei Fed und EZB derzeit nicht zu denken.

Die Notenbanken sind die Gefangenen ihrer eigenen Geldflutungspolitik. Wie ein Drogenkartell haben sie die Welt abhängig gemacht vom billigen Geld und wissen nun nicht, wie man den Entzug organisiert. Also wird weiter nachgespritzt.“

Deshalb verschärften sich zumindest drei große Risiken, die zur Eskalation auf den globalen Finanzmärkten führen können:

Öffentliche Bruttoschuld als Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts durch den IWF

1. Weltweit ist die Verschuldung seit 2020 um etwa 40 Billionen US-Dollar auf etwa 300 Billionen US-Dollar gestiegen. Die Schuldenquoten sind so hoch wie zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges.

Was passiert, wenn den Gläubigern bewusst wird, dass ihre Forderungen wertlos sind?

2. Die Geldflutung hat die Spekulanten auf den Plan gerufen. In den USA stieg der Umsatz mit riskanten Optionen erstmals über den Umsatz mit normalen Aktien. Der Vermögensverwalter Dr. Jens Ehrhardt sieht darin eine künstliche Nachfrage, die nichts mit den fundamentalen Daten zu tun hat.

Platzt die Blase am Aktienmarkt, wenn kein „billiges Geld“ mehr verfügbar ist?

3. Dank der Nullzinspolitik konnten Finanzmarkt- und Tech-Giganten vor allem der USA durchstarten. Apple-Kurse stiegen in den vergangenen fünf Jahren um 373,1 Prozent, Tesla-Kurse seit Oktober 2019 mehr als 1600 Prozent, Alphabet kommt seit 2016 auf 230 Prozent.

„Fazit: Die Regierungen haben die Weltenrettung großzügig bei den Notenbanken bestellt: Whatever it takes. Aber nur, um die Rechnung von dort zügig an die Sparer weiterzureichen: For your account and risk. So funktioniert nun mal die Arbeitsteilung der Modern Monetary Theory: Die Notenbanker tragen die Verantwortung – und die Sparer das Risiko.“

Kriesen-Toolbox

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Finanzsytem vor dem Absturz?

Das Finanzsystem vor dem Absturz? Nicht zum ersten Mal gibt es solche Spekulationen und beileibe nicht nur von „Linken“.

Finanzsystem kollabiert?

In einem Beitrag von Ernst Wolff am 20.09.2021 heißt es:

„Das Finanzsystem, unter dem wir seit dem Zweiten Weltkrieg leben, ist im März 2020 unwiderruflich in sein Endstadium eingetreten. Es stand bereits in der Weltfinanzkrise von 2007/08 vor dem Aus, konnte aber fast 12 Jahre lang von den Zentralbanken künstlich am Leben erhalten werden, und zwar durch Geldschöpfung und kontinuierliche Zinssenkungen.“

Geldmenge in DeutschlandQuelle: tagesgeldvergleich.net

Demgegenüber hier die Leitzinssenkung seit Januar 1993:

EZB-Leitzins
Quelle: FMH-Finanzberatung

Wer nur die „Qualitätsmedien“ nutzt, fühlt sich vielleicht durch die mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden Berichte über das Wachstum des Geldvermögens finanziell beruhigt. Doch dieses Geldvermögen wächst nur bei einer verschwindend kleinen Minderheit der Bevölkerung.

Wie sich zeigt, gelang in den vergangenen 18 Monaten die größte und schnellste Vermögensumverteilung in der gesamten Geschichte der Menschheit. Denn noch vermochte es eine Gruppe von Menschen, den anderen eine schier unvorstellbare Summe in so kurzer Zeit aus den Taschen zu ziehen.

Gewinner und Verlierer der Kapitalkonzentration

Ernst Wolff verdeutlicht die Entwicklung an einigen Beispielen:

Der Börsenwert der 5 großen Digitalkonzerne beträgt seit vergangener Woche mehr als 10 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Der deutsche Staatshaushalt, also das Geld, was der deutschen Regierung 2021 offiziell zur Verfügung steht, beträgt rund 500 Milliarden Euro, das sind knapp 600 Milliarden Dollar.

Noch extremer wird das Missverhältnis, wenn man sich folgende Zahlen vor Augen führt: 35 Millionen Menschen haben in Deutschland im Jahr 2020 etwa 4 Billionen Dollar erwirtschaftet.

Die Vermögensverwalter BlackRock und Vanguard beschäftigen zusammen 34.000 Angestellte, also weniger als ein halbes Promille der deutschen Beschäftigten, verwalten aber mehr als 16 Billionen Dollar, also das Vierfache dessen, was 35 Millionen Deutsche in einem Jahr erwirtschaften.

Geldmenge und Inflation

Nimmt die Geldmenge zu, ohne dass im gleichen Maße Waren und Dienstleistungen verfügbar sind, so steigen auch die Preise – oder wie es oft heißt: die „Inflation“

Erstmals seit 28 Jahren erreichte die deutsche Inflationsrate im September einen Höchststand mit 4,1 Prozent. Darin widerspiegelt sich vor allem der Anstieg der Verbraucherpreise, besonders im Bereich Energie. Doch auch Nahrungsmittel und Dienstleistungen verteuerten sich.

Superreiche und der digital-finanzielle Komplex investieren seit einiger Zeit verstärkt in Sachwerte wie Land und Immobilien, Rohstoffe (Edelmetalle), Kunstgegenstände… Vor allem in den letzten Jahren erschlossen sich diese Akteure zudem den Pharmabereich. So wie wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Banken, Rüstungsindustrie und Politik eine unheilige Allianz bildeten, sind es heute der digital-finanzielle Komplex, die Pharmaindustrie und die Politik.

Außerdem sollen die Zentralbanken ein neues Finanzsystem vorbereiten. Als Gegenstück zu unregulierten Kryptowährungen sollen digitale Zentralbankwährungen geschaffen werden. Damit wollen die gleichen Kreise sowohl die Gesetze der Geldwirtschaft durch programmierbares Geld überlisten und die erodierenden politischen Systeme zu stabilisieren.

Mehr zu digitalen Zentralbankwährungen und Bargeldverbot

Bargeldkomplott


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Wie sicher kommt eine Hyperinflation?

Die neue Hyperinflation

Nicht nur das Virus steht einer Rückkehr zur alten Normalität entgegen — uns könnte eine enorme Hyperinflation ins Haus stehen. Exklusivabdruck aus „Deutschland 2021—2025“.

von Meinrad Böhl

Hyperinflation?Nach nunmehr zwei Lockdowns und anderthalb Jahren im Ausnahmezustand zeichnet sich ab, dass es eine Rückkehr zur Normalität der Zeit „vor Corona“ in Deutschland — wenn überhaupt — so bald nicht geben wird. Weltweit haben bislang nur wenige Länder ihre Coronamaßnahmen zurückgefahren oder gar vollständig beendet. Gerade für den Westen überrascht diese Feststellung. Denn Maßnahmen wie Lockdowns oder 3G-/2G-Regelungen sind ihrem Wesen nach zweifellos autoritär und freiheitsfeindlich. Sie stehen im diametralen Gegensatz zur Liberalität, welche nach gängiger Ansicht den Kern westlichen Selbstverständnisses ausmacht. Nicht übersehen werden sollte allerdings, dass Freiheit und Individualismus nicht nur durch die Coronakrise — genauer: durch die politisch verordneten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung — auf dem Prüfstand steht. Von dieser Seite droht nur die größte und akuteste Gefahr. Daneben existieren vielerlei Risiken, die ebenfalls das Potenzial haben, eine Rückkehr zur alten Ordnung zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Ein Exklusivabdruck aus „Deutschland 2021—2025: Eine Risikoanalyse“ von Meinrad Böhl.

Risiko 4: Hyperinflation

Wenn es um die langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geht, ist immer wieder vom Risiko der Hyperinflation die Rede. Auf unser Dreierschema gebracht, lässt es sich wie folgt beschreiben:

Ursachen:

Als Hauptursache der Hyperinflation gilt gemeinhin eine überhandnehmende Staatsverschuldung. Zur Bedienung der Zinsen und zur Tilgung der Schulden benötigen hochverschuldete Staaten viel Geld, was sie in der Regel dadurch zu erlangen versuchen, dass sie Staatsanleihen ausgeben, welche dann überwiegend von der eigenen Zentralbank gekauft werden.

Das auf diese Weise neu geschaffene Geld erhöht die Geldmenge, was dazu führt, dass die Preise steigen, denn wenn mehr Geld für die gleiche Menge an Waren vorhanden ist, erhöht sich der Nennwert jeder einzelnen Ware. Weil die Durchsetzung von Lohnerhöhungen in der Regel mehr Zeit braucht als die Finanzierung immer neuer Schulden durch Gelddrucken, steigen die Konsumgüterpreise nicht nur nominell, sondern auch real.

Dies wiederum sorgt für eine Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, weil das Vertrauen der Bürger ins Geld schwindet. Sie müssen feststellen, dass sie für ihr Geld von Monat zu Monat immer weniger bekommen. Sie geben es daher so schnell wie möglich aus, um seinem weiteren Wert- und damit Kaufkraftverlust bestmöglich zu entgehen.

Geld wird auch vermehrt für Anlagegüter wie Gold oder Immobilien ausgegeben, da sie als wertstabiler angesehen werden. Außerdem werden existenziell wichtige Produkte bevorratet. Die Nachfrage nach diesen steigt. Das wiederum sorgt für weiter steigende Preise.

Eine sich selbst verstärkende Geldentwertungsspirale entsteht, bis schließlich für einige Produkte Märkte mit alternativen, nichtmonetären Währungen — Edelmetalle, Edelsteine, Kunst et cetera — entstehen, weil die Produzenten dazu übergehen, kein Geld mehr zu akzeptieren, da sie es aufgrund seines immer stärkeren Wertverfalls nicht schnell genug wieder ausgeben können, um eine angemessene Gegenleistung für ihr Produkt zu erhalten.

Risiko:

Weil durch die Pandemiebekämpfungspolitik eine ökonomische Situation entstanden ist, die zentrale Elemente des gerade skizzierten Hyperinflationsszenarios enthält, besteht das Risiko, dass es tatsächlich zu einer Hyperinflation kommt. Nach gängiger Definition würde dies Inflationsraten von wenigstens 50 Prozent pro Monat bedeuten.

Auswirkung:

Eine Hyperinflation führt in der Regel zu einem Zusammenbruch der betroffenen Währung und einer anschließenden Währungsreform. Käme es im Euroraum zu einer Hyperinflation, fände demnach der Euro sein Ende, vielleicht auch das politische Konstrukt namens Europäische Union (EU). Selbst ein Zusammenbruch des Finanzsystems ist möglich. Eine finanzielle, wirtschaftliche und politische Großkrise wäre die Folge, unter Umständen verbunden mit einer Versorgungskrise. Die zentralen Ziele des Projekts Deutschland 2021, die baldige Rückkehr zum Normalzustand und dessen dauerhafte Sicherung, würden dadurch sicher für einige Jahre verhindert.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos hängt davon ab, in welchem Ausmaß die Voraussetzungen für eine Hyperinflation erfüllt sind, welche Besonderheiten die Coronasituation gegenüber einem Hyperinflationsszenario aus dem Lehrbuch aufweist und ob beziehungsweise welche Möglichkeiten es gibt, im weiteren Fortgang der Dinge eine hyperinflationäre Entwicklung zu vermeiden.

Lehrbuchmäßiges

Die wirtschaftlichen Schäden der Pandemiebekämpfungsmaßnahmen — Lockdowns, Betriebsschließungen, Veranstaltungsverbote et cetera — wurden und werden von der Politik aus Steuermitteln auszugleichen oder zumindest abzumildern versucht. Dies geschieht vor allem durch Staatshilfen in Form von Kurzarbeitergeld, Unternehmenskrediten und Entschädigungen für Umsatzausfälle. Im zweiten Halbjahr 2020 erfolgte außerdem eine temporäre Senkung des Mehrwertsteuersatzes.

Das für all diese Maßnahmen benötigte Geld übersteigt die Einnahmen des Staates aus Steuern bei Weitem. Aus diesem Grund macht der Staat neue Schulden und besorgt sich über Staatsanleihen, die größtenteils von den Zentralbanken gekauft werden, frisches Geld (Monetarisierung der Schulden). Dadurch steigt die Geldmenge, ohne dass dem ein Anstieg der Produktion gegenüberstünde.

In Deutschland stieg die Geldmenge M2 zwischen Januar 2020 und Mai 2021 um fast 4.000 Milliarden Euro — 11,7 Prozent — von 3,159 auf 3,528 Billionen Euro (…). Gleichzeitig wuchs die Staatsverschuldung zwischen März 2020 und März 2021 um 250 Milliarden Euro — 12,8 Prozent — von 1,955 auf 2,205 Billionen Euro (…). Nach einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft wird sich die Verschuldung bis 2022 um weitere 500 Milliarden Euro auf dann 2,7 Billionen Euro oder 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen (…).

Angesichts derartiger Zuwächse bei Geldmenge und Staatsverschuldung findet die im Lehrbuch angekündigte inflationstypische Flucht aus dem Geld bereits statt.

Das Augenmerk privater wie institutioneller Anleger richtet sich verstärkt auf Anlagegüter wie Gold, Silber, Bitcoin, Immobilien und die Aktien der Krisenprofiteure — Amazon, Apple, Microsoft, Tesla et cetera. Deren Preise steigen kontinuierlich oder konsolidieren sich nach kurzen Einbrüchen auf hohem Niveau, die Börsen boomen. Die Inflation hat in diesen Bereichen bereits für die Entstehung von Blasen gesorgt.

Besonderheiten

Die Situation drastisch steigender Staatsschulden war in der Coronakrise verbunden mit einer doppelten wirtschaftlichen Krise. Die von der Politik ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sorgten für einen Schock sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite. Beides, Konsum wie auch Produktion, gingen stark zurück. So schrumpfte das deutsche BIP 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent (…), der private Konsum brach um 5,0 Prozent ein (…). Insbesondere Dienstleistungen und kurzlebige Gebrauchsgüter wurden weniger nachgefragt.

Am stärksten von Umsatzeinbußen betroffen waren und sind Branchen wie der Tourismus, der Einzelhandel und der Kulturbetrieb. Aber auch die Industrie verzeichnete 2020 eine insgesamt gesunkene Nachfrage (-10,8 Prozent gegenüber 2019 (…)). Zudem sorgen unterbrochene beziehungsweise instabile Lieferketten bei wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten — Halbleiterchips, Holz, Gummi, Stahl, Chemikalien, Plastik — nach wie vor für Schwierigkeiten in der Fertigung. Wegen fehlender Materialien schicken nicht nur Autobauer ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit, sondern auch Dachdecker. Bauunternehmer kämpfen derweil mit Verzögerungen bei der Fertigstellung ihrer Projekte, weil einzelne Gewerke aus Materialmangel ihre Arbeiten nicht termingerecht durchführen können. Profiteure der Krise sind insbesondere Onlinehandel und Logistikunternehmen.

Preiserhöhungen gab es zunächst nur bei den Anlagegütern, nicht bei den Konsumgütern. Im Gegenteil gab es hier 2020 eine deflationäre Tendenz. Der Grund ist einfach: Nachfrage und Geldumlaufgeschwindigkeit waren in der Coronakrise nicht gleichgeblieben, sondern zurückgegangen. Ein Großteil des neuen Geldes floss lange Zeit nicht in den Konsum. Es lagerte entweder auf den Konten der Bürger und Unternehmen und wartete darauf, ausgegeben zu werden, oder es wurde an den Kapitalmärkten angelegt.

Zum Konsum fehlten wegen der Coronamaßnahmen vielfach die Gelegenheiten: Einkaufsbummel, Gelegenheitskäufe oder Geschenkbesorgungen für Feiern oder Besuche entfielen während der Lockdowns weitgehend, zudem waren und sind Besorgungen durch Zugangs- und Hygienebeschränkungen nur in eingeschränktem Umfang möglich.

Außerdem führte die gestiegene wirtschaftliche Unsicherheit bei den Konsumenten zu Kauf- und bei den Unternehmen zu Investitionszurückhaltung. Als dann ab Juni die Maßnahmen gelockert und teilweise aufgehoben wurden, zog die Nachfrage an und wurden angestaute Konsumbedürfnisse nachgeholt. Preiserhöhungen waren die Folge.

Was nun droht, ist eine inflationäre Spirale. Denn die Preise werden umso mehr steigen, je größer die Schwierigkeiten der Wirtschaft sind, eine steigende Nachfrage zu bedienen: weil Vorprodukte schwieriger zu beschaffen sind und mehr kosten; weil die Produktion durch die verschärften Hygienevorschriften aufwendiger geworden ist; weil die Nachfrage über das Vor-Corona-Niveau gestiegen ist; oder weil wegen alldem zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden, die nicht sofort zur Verfügung stehen. Falls der Staat in dieser Situation den Geldhahn weiter offenhält, um die Realwirtschaft anzukurbeln und staatliche Unterstützungsleistungen auf einem angemessenen Niveau zu halten, wird dies zu weiteren Preissteigerungen führen. Diese werden den staatlichen Geldbedarf weiter erhöhen, was seinerseits die Inflation noch einmal weiter verstärken wird. Dadurch wird der Vertrauensverlust in das Geld weiter zunehmen, was letztlich bis zur Hyperinflation führen kann.

Sucht man nach einer Möglichkeit, diese Spirale zu durchbrechen, gelangt man zu einer weiteren Besonderheit der gegenwärtigen Situation: Die Zentralbanken beabsichtigen, nichts gegen die Inflation zu tun. Im Gegenteil, sie kaufen weiter Staatsanleihen im großen Stil. Allerdings planen zumindest die Bank of Canada und die Bank of England eine deutliche Reduktion ihrer Anleihenkäufe, und auch das amerikanische Finanzministerium hat angekündigt, in den kommenden Monaten weniger Schulden aufnehmen zu wollen, als ursprünglich vorgesehen war (…).

Zinserhöhungen aber, das Standardmittel gegen Inflation, planen derzeit weder die Federal Reserve (Fed) noch die Europäische Zentralbank (EZB). Beide streben ein Inflationsziel von jährlich 2 Prozent an. Die Begründung der Fed lautet: Die Wirtschaft soll so weit angekurbelt werden, dass auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen wieder die Chance auf neue Jobs haben. Und: Inflation finde vor allem aufgrund pandemiebedingter Nachholeffekte statt, denn die Preise stiegen besonders bei energieintensiven Waren. Das werde vorübergehen und damit auch die Inflation.

Bei der EZB sieht man das ähnlich. Der Leitzins soll nach EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf absehbare Zeit nicht geändert werden, auch nicht bei einer Inflationsrate von mehr als 2 Prozent (…). Problematisch wird diese permissive Geldpolitik allerdings spätestens, wenn die Arbeitskräfte durch die demografische Entwicklung noch rarer als heute schon werden und die Staatsschulden zugleich immer weiter ansteigen und dadurch eine weitere Schuldenaufnahme zur Bedienung der Zinsen erzwingen.

Weitere Entwicklung

Die Inflation ist bereits da. Seit Jahresbeginn steigen die Verbraucherpreise immer weiter an, im Juli um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit reicht die Inflationsrate schon zu Beginn der zweiten Jahreshälfte sehr nahe an den Wert von 4 Prozent heran, den Ökonomen der Deutschen Bank als Maximalwert für das zweite Halbjahr prognostiziert hatten (…). Neuere Schätzungen der Bundesbank gehen mittlerweile von einer Inflation von 4 bis 5 Prozent zum Jahresende 2021 aus (…).

Als Preistreiber gelten vor allem:

  • die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn auf die alten Sätze von 19 Prozent und 7 Prozent statt 16 Prozent und 5 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2020;
  • die seit Januar 2021 geltende neue CO2-Abgabe von 25 Euro pro Tonne auf fossile Brennstoffe;
  • der Anstieg der Transportkosten sowie unzureichende Transportkapazitäten insbesondere in der Containerschifffahrt;
  • anhaltende Lieferkettenprobleme und deren weitere Verschärfung durch Ereignisse wie die Blockade des Suezkanals durch das Frachtschiff Ever Given im März oder die Betriebseinschränkungen in den chinesischen Containerhäfen Yantian im Juni und Ningbo-Zhoushan im August aufgrund von Lockdown-Maßnahmen infolge einzelner neuer Coronafälle (…);
  • der Anstieg des Ölpreises;
  • die Verknappung und damit Verteuerung von Rohstoffen und industriellen Vorprodukten;
  • der Mangel an fertigen Produkten, der infolge der vielfältigen Produktionsschwierigkeiten bei vielen Herstellern von Industriegütern herrscht (…);
  • der weltweite Anstieg der Lebensmittelpreise (…) aufgrund von: schlechten Ernten infolge ungünstiger Wetterbedingungen; sinkender Produktivität und höheren Produktionskosten wegen Krankheitsausfällen und verschärfter Hygienevorschriften für die Landarbeiter; steigenden Futtermittelpreisen wegen einer stark erhöhten chinesischen Nachfrage nach Mais, Weizen und Sojabohnen; sinkenden Herdengrößen bei den Viehzüchtern wegen sinkender Margen; Ausfuhrbeschränkungen bei großen Lebensmittelexporteuren wie Russland.

Ein weiterer Preistreiber ist der bereits erwähnte Nachholbedarf privater Konsumenten. Dieser liegt laut Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, bei 230 Milliarden Euro und damit bei 12 Prozent des jährlichen Binnenkonsums (…).

Nach menschlichem Ermessen steht also ein weiterer Anstieg der Inflation bevor. Er wird umso höher ausfallen, je mehr Einschränkungen der Produktion durch zukünftige Pandemiebekämpfungsmaßnahmen auferlegt werden. Ob sich die Inflation aber tatsächlich auch zu einer Hyperinflation auswächst, darüber sind sich die Experten uneins.

Für den Wirtschaftsjournalisten Roland Tichy ist die Gefahr einer Hyperinflation real. (…)

In dieselbe Richtung argumentiert der Ökonom und Degussa-CEO Markus Krall in einem Interview mit Marc Friedrich vom 26. November 2020. Seiner Ansicht nach wird man den Weg des staatlichen Schuldenmachens nicht unbegrenzt weitergehen können, denn die Geldmenge lasse sich nicht beliebig ausweiten. Vielmehr finde sie ihre natürliche Grenze in der Höhe des Bruttosozialprodukts (BSP) ihres Währungsraums, in der Eurozone also bei 11,3 Billionen Euro (Stand: 2020).

Das derzeitige Tempo des Geldmengenwachstums vorausgesetzt, werde diese Grenze im Laufe des Jahres 2021 erreicht werden. Das schätzt nicht nur Krall so ein, sondern nach ihm auch die EU-Kommission in ihrer Frühjahrsprognose 2021. Gemäß dieser steuert die Eurozone im Jahr 2021 auf eine Verschuldungsquote von 102 Prozent zu. Ende April lag die Verschuldung bereits bei 10 Billionen Euro (…).

Nach Ansicht von Krall wird nach dem Überschreiten der BSP-Schwelle das Vertrauen in den Wert des Geldes allmählich schwinden und eine sich immer schneller drehende Geldentwertungsspirale in Gang gesetzt werden. Entweder schlagartig oder gestreckt über mehrere Wochen bis Monate werde sich eine Hyperinflation entwickeln. Angesichts der schon erreichten Geldmengenausweitung und vor dem Hintergrund der kostenintensiven Coronapolitik hält Krall das Eintreten des Hyperinflationsfalls für sicher. Ein Abflachen der Geldschaffungskurve sei gar nicht mehr rechtzeitig möglich, um dauerhaft unter dem BSP der Eurozone zu bleiben.

Die Krall‘sche Argumentation wird jedoch keineswegs von allen Ökonomen geteilt. Im Gegenteil, er gilt als „Crash-Prophet“, der eine Außenseiterposition vertritt. Viele halten eine Geldvermehrung weit über das BSP hinaus sehr wohl für möglich, wodurch eine Hyperinflation vermieden und das bestehende System noch länger am Leben erhalten werden könnte. Die Anhänger der unter Ökonomen und linkslastigen Politikern derzeit populären „Modern Monetary Theory“ (MMT) etwa behaupten, der Wert des Geldes hänge nicht vom Vertrauen der Bürger ab, sondern vom Staat, der den Geldwert garantiere. Solange dies geschehe, könne beliebig viel Geld geschaffen und vergeben werden.

Aber auch für den Fall, dass sich diese Theorie als nicht zutreffend erweisen oder irgendwann an ihre Grenzen gelangen sollte, muss die Staatsverschuldung nicht notwendigerweise zur Hyperinflation führen. Weltweit bereiten Zentralbanken bereits Maßnahmen vor, um eine ansteigende Inflation beherrschbar zu machen. Hierzu zählt insbesondere die Schaffung digitaler Währungen, durch die der Zugriff der Bürger auf ihr Geld begrenzt werden könnte, indem beispielsweise pro Tag nur ein mittlerer zweistelliger Betrag zum Ausgeben freigegeben wird.

Hieran wird unter anderem in China, den USA und der EU mit Nachdruck gearbeitet. Würde gleichzeitig das Bargeld verboten, könnte die Flucht aus dem Geld, hinein in Anlagewerte wie Immobilien oder Edelmetalle, gebremst und der Wertverfall des Geldes aufgehalten werden. Am Vertrauensverlust gegenüber der Währung könnte die Maßnahme zwar wenig ändern, man gewönne aber Zeit und könnte die Hyperinflation unter Umständen vermeiden.

In jedem Fall wäre damit ein neues Geldsystem geschaffen, welches ungleich mehr Kontrollmöglichkeiten für alle Arten von Finanztransaktionen böte als das jetzige Bargeldsystem.

Gemeinhin dem Lager der „Verschwörungstheoretiker“ zugeordnete Kritiker wie Ernst Wolff oder Martin Armstrong vermuten daher, interessierte Kreise arbeiteten gezielt an der Herbeiführung einer Situation, in der eine Hyperinflation entsteht oder zumindest als ernsthafte Bedrohung glaubhaft gemacht werden kann, um das Bargeldsystem abzuwickeln und dem neuen System des digitalen Geldes zum Durchbruch zu verhelfen. Bitcoin sei hierfür lediglich der Versuchsballon, mittels dessen die Reaktion der Märkte getestet werden solle.

Von den Bürgern wolle man die Akzeptanz einer digitalen Währung über die Gewährung eines bedingungslosen Grundeinkommens erkaufen. Dessen Vorläufer sehen wir schon heute: in Form von Pilotprojekten in Ländern wie Finnland oder Deutschland, vor allem aber in Form der Stimulus-Schecks der amerikanischen Regierung, die als Corona-Hilfen flächendeckend unters Volk gebracht werden. Zur Absicherung des Erfolgs und zur Niederhaltung ablehnender Meinungen würden dieselben Mittel einer engmaschigen Kontrolle und gezielten Schikane fortgeführt, die man im Zuge der Coronakrise als Pandemiebekämpfungs- und Gesundheitsschutzmaßnahmen etabliert habe.

Auch der Österreichischen Schule anhängende liberale Ökonomen wie der Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit weisen auf den Zusammenhang zwischen dem staatliche Überschuldung fördernden Fiat-Geldsystem und der Akkumulation staatlicher Macht in den Händen weniger hin, wenngleich dieses Ziel bei Polleit auch ohne Hyperinflation erreichbar scheint („Das staatliche Geldmonopol und der ‚Große Reset'“, misesde.org, 15. März 2021). (…)

Aber zurück zur Hyperinflation. Polleits Thesen stimmen darin mit der MMT überein, dass sie davon ausgehen, dass eine Hyperinflation durch staatliche beziehungsweise geldpolitische Initiative (der Zentralbanken) verhindert werden kann, jedenfalls für eine gewisse Zeit. Zugleich implizieren beide aber auch, dass die Hyperinflation bei Bedarf durch Lockerung der Kontrollmechanismen jederzeit entfesselt werden kann, weil die Voraussetzungen immer schon erfüllt sind. Vermutlich würde hierzu schon der Einsatz der Gegenmaßnahme aus dem Lehrbuch genügen: eine Erhöhung der Zinsen.

Weil in der Eurozone gerade die Südländer auf billiges Geld angewiesen sind, würden sie ebenso wie die meisten Gläubiger schnell bankrottgehen. Denn steigende Zinsen erhöhen die Refinanzierungskosten und sorgen dadurch bei hochverschuldeten Ländern schnell dafür, dass über neue Staatsanleihen nicht mehr ausreichend Geld eingebracht werden kann, um Schuldenzinsen und laufende Staatsausgaben zu bedienen.

Risikobewertung

Für unsere Analyse bleibt festzuhalten, dass sich die Ökonomen uneins sind, ob es aufgrund der starken Geldmengenausweitung zur Hyperinflation kommt. Da es für beide Positionen gute Argumente gibt, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Skalenwert 3 („mittel“, 31 bis 50 Prozent, gewichtet: 5).

Die Auswirkungen einer Hyperinflation wären enorm. Eine Flucht aus dem Geld würde einsetzen, das heißt, die Leute würden versuchen, ihr Geld in andere Wertaufbewahrungsformen umzutauschen: Edelmetalle, Kunstgegenstände, Immobilien, bestimmte Aktien, Alkohol und so weiter; irgendwann wären sogar Lebensmittel wertbeständiger als Geld. Monetäre Absicherungssysteme wie die staatliche Rentenversicherung kämen an ihr Ende, Sparguthaben verlören ihren Wert. Die EZB müsste nicht nur ihre bisherigen Anleihekäufe beenden, sondern auch Anleihen aus ihren Beständen verkaufen.

Zudem müsste sie die Einlagenzinsen stark anheben, um eine Geldkrise zu verhindern. Die Schuldner — Staaten, Unternehmen, Privatpersonen — stünden mit einem Mal hohen Finanzierungskosten gegenüber. Es käme zu Insolvenzen, Zwangsversteigerungen und einer massiven Bankenkrise. Eine gewaltige Wohlstandsvernichtung wäre die Folge und eine Krise wie zur Zeit der Großen Depression bräche an.

Die Auswirkungen des Hyperinflationsrisikos werden daher mit dem Skalenwert 5 („sehr hoch“, gewichtet: 8) bewertet.

Insgesamt ergibt sich damit eine Kritikalität des Risikos von 40 („großes Risiko“).

Antwortstrategie

Unbegrenzte Mittel vorausgesetzt, wäre für den Umgang mit diesem Risiko die Strategie des Abmilderns die beste Option. Wie bei den ersten beiden Risiken könnte das Projektteam versuchen, einen Politikwechsel herbeizuführen, durch den zumindest die unmittelbaren Ursachen für das Gelddrucken abgestellt werden: die Lockdowns und die zugehörigen Kompensationszahlungen für die Betroffenen. Auf diese Weise könnte es hoffen, dass eine Inflationskrise nicht früher eintritt, als die Rückkehr Deutschlands zur Normalität erreicht wurde. Doch ist ein solches Vorhaben wenig aussichtsreich, die weiter oben angeführten Gründe müssen hier nicht wiederholt werden.

Zudem wird sich das Geldsystem weder durch Wahlen noch durch Demonstrationen ändern lassen, selbst wenn es dem Projektteam gelänge, eine große Menge Gleichgesinnter um sich zu scharen.

Hier wirken stärkere Kräfte. Letzten Endes wird dem Projektteam somit nichts anderes übrigbleiben, als das Inflations- beziehungsweise Hyperinflationsrisiko zu akzeptieren.

Für den Einzelnen besteht hingegen die realistische Möglichkeit, das Risiko abzumildern, indem er sein Vermögen rechtzeitig so verlagert, dass ein möglichst geringer Anteil in Geld investiert ist. Viel mehr dürfte allerdings auch für Einzelpersonen nicht möglich sein.

Deutschland 2021-2025


Dieser Artikel erschien auf Rubikon am 02.10.2021 und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


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9/11 und geheime Finanztransaktionen

9/11 bedeutet für die meisten Menschen: zwei von islamischen Terroristen gesteuerte Flugzeuge zerstören das World Trade Center, fast 3.000 Tote, „Krieg gegen den Terror“.

9/11 zwanzig Jahre danach

9/11Noch immer wird weltweit an das Ereignis vor 20 Jahren erinnert und erinnern wir uns der Bilder des Tages. Brennende Türme, verzweifelte hilfesuchende Menschen.

Das Offensichtliche ist bekannt – was im Hintergrund ablief dagegen kaum.

Politiker und Qualitätsmedien wie die Tagesschau versäumen nicht, die immer gleichen Geschichten zu erzählen und „tief berührt“ den unschuldigen Opfern zu gedenken:

„Am 11. September 2001 steuerten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington. Ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab.“

Doch dem wahren Leid der Opfer und ihrer Angehörigen würde besser Gerechtigkeit widerfahren, wenn endlich die damaligen Ereignisse in ihrer ganzen Komplexität und mit ihren Hintergründen aufgeklärt würden. Nur auf massiven Protest von 1.800 Angehörigen der Opfer in den USA hat Präsident Biden 20 Jahre nach 9/11 die Freigabe einiger Dokumente innerhalb eines halben Jahres angeordnet.

Ob diese Dokumente mehr Klarheit bringen, wo doch seit zwei Jahrzehnten alle Informationen unterdrückt werden, die dem offiziellen „Untersuchungsbericht“ widersprechen?

Auch für alle, die heute ihr schwer verdientes Geld zusammenhalten wollen, verbergen geheime Dokumente von damals wohl mehr, als wir zu uns vorstellen können.

Schweizer Misstrauen

Wer erinnert sich schon, dass am 22.7.2011 der „Tages-Anzeiger“ vom Misstrauen Schweizer Politiker über die offizielle Version zu 9/11 berichtete?

Erhärteter Verdacht auf Insiderhandel vor 9/11

Wer weiß schon, dass das US-„Journal of Empirical Finance“ im Jahr 2015 eine Studie mit dem Titel „Detecting abnormal trading activities in option markets“ veröffentlichte. Darin analysierten Marc Chesney, Finanzprofessor der Universität Zürich, Loriano Mancini, Assistenzprofessor vom „Swiss Finance Institute“ der ETH Lausanne sowie der UBS-Analyst Remo Crameri Auffälligkeiten mit Put-Options im zeitlichen Umfeld von 9/11.

„Das Ausüben der Put-Optionen wenige Tage oder Wochen nach 9/11 brachte den vermuteten Insidern Gewinne von insgesamt rund 30 Millionen Dollar.“

 Der Fall Edmonds

Oder wer kennt hierzulande schon Sibel Edmonds? Dabei gibt es auch im Internet eine Reihe von Informationen zu dem „Fall Endmonds“. Als Mitarbeiterin des FBI übersetzte Edmonds ab September 2001 Überwachungstonbänder, die mit den Terroranschlägen am 11. September zusammenhängen sollten.

Daniel Ellsberg, der 1971 die „Pentagon-Papiere“ veröffentlichte, hält die Geschichte um Edmonds für weitaus explosiver als die „Pentagon-Papiere“.

Nach Edmonds Worten lagen dem FBI detaillierte Informationen über geplante terroristische Anschläge mit Flugzeugen vor. Außerdem legte Edmonds dem Kongress gestützt auf ihre Übersetzungen dar, dass al-Qaida zu 95 Prozent durch Erlöse aus dem Drogenhandel finanziert wurde, was die US-amerikanische Regierung wissentlich ignorierte.

Siehe auch: „Der Fall Sibel Edmonds“ von Lars Schall; oder: „Special Report- State Secrets: Sibel Edmonds Uncovers ‘The Untouchables’

Die Kriege der USA und der Allianz westlicher Länder in Afghanistan und dessen Nachbarstaaten kosteten nach Analysen des Watson Institute for International and Public Affairs an der Brown University mindestens 897.000 bis 929.000 Menschen direkt das Leben.

Wenn allein die Steuerzahler der USA dafür über zwei Billionen Dollar zahlten, dann sollte auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass dieser Krieg auch mit deutschen Steuergeldern, mit unseren Steuerzahlungen finanziert wurde. Wieviel Steuergeld, das weiß so richtig weder die Bundesregierung, noch der Bundesrechnungshof oder der Bundestag, der die Mittel dafür freigab. Es sollen so zwischen 12,5 oder 47 Milliarden Euro gewesen sein?

Doch das Geld ist nicht weg – es haben nur andere.

PROMIS und 9/11

Insbesondere mit den finanziellen Hintergründen hat sich der investigative deutsche Journalist Lars Schall intensiv seit 2 Jahrzehnten befasst.

In einem Blogbeitrag schrieb Lars Schall am 24.02.2014:

„Zu den Dingen, von denen man im Zusammenhang mit dem 11. September höchstwahrscheinlich noch nie so recht etwas vernommen hat, zählt das „Prosecutor’s Management Information System“, abgekürzt PROMIS. Hierbei handelt es sich um ein Softwareprogramm, das mit gar zu „magischen“ Fähigkeiten versehen zu sein scheint…

Wir haben es also mit einer Software zu tun, die

a) Computer- und Kommunikationssysteme infiltrieren kann, ohne bemerkt zu werden,

b) Daten zu manipulieren versteht,

und die

c) den weltweiten Börsenhandel in Echtzeit zu verfolgen in der Lage ist.

Punkt c) ist unter anderem relevant für all jene Dinge, die in den Bereich der niemals gänzlich aufgeklärten beziehungsweise zurückverfolgten Put-Optionen fällt, die unmittelbar vor dem 11. September getätigt wurden, und von denen der ehemalige Bundesbankchef Ernst Weltke sagte, dass sie ‚ohne ein bestimmtes Wissen nicht hätten geplant und ausgeführt werden können.'“

Detailliert und mit Quellen belegt analysierte Lars Schall diese Finanztransaktionen in einem Artikel für die Asia Times Online (aktuell noch verfügbar u.a. hier).

Das derart insbesondere an den Finanzmärkten manipuliert wird ist nicht neu. Doch mit dem Internet eröffnen sich sich ganz andere Spielräume – für Spekulanten wie für Regierungen.

Der investigative Journalist Egmont R. Koch produzierte im Jahre 1996 (da steckte das Internet verglichen mit heute noch in den Kinderschuhen!) für das ZDF eine Dokumentation über die „Mutter aller Computerspionage“: das Software-Programm PROMIS:

Wer jetzt noch glaubt, dass auf das Geld unter dem Kopfkissen oder gar auf dem Bankkonto nur die Eigentümer sicher zugreifen können, braucht sich keine Sorgen zu machen. Wer denkt, das alles gibt es heute nicht mehr, sollte sich einmal ansehen, wie heutzutage BlackRock agiert und was die EU-Kommission legal mit einem „Vermögensregister“ erreichen will.

Alle anderen werden möglicherweise nach Alternativen suchen.

Crash - Chaos - Chance


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