Finanzmarkt im Griff von Zauberlehrlingen

Am Finanzmarkt steigen die Kurse, obwohl „Corona-Lockdowns“ weltweit vielfach die Wertschöpfung stocken ließen. Wie geht das?

Finanzmarkt mit Geld geflutet

Gabor Steingart stellte in seinem Morning Briefing vom 11.10.2021 fest:

„die Inflation steigt und die Notenbanken wissen mittlerweile auch, dass die Geldentwertung nicht nur temporär sein wird.“

Früher versuchten die Staaten der Inflation mit einer Geldmengenbegrenzung und Zinserhöhung entgegenzuwirken. Und heute?

„Die USA pumpen ungerührt weiter 120 Milliarden US-Dollar und die EZB 60 bis 70 Milliarden Euro neue Liquidität pro Monat in die Märkte. Die Ankündigungen der Amerikaner, ihre Aufkaufprogramme zu reduzieren, sind bisher vage. Die EZB kündigt vorsichtshalber gar nichts an. Und an eine Zinserhöhung, die mehr als Symbolik bietet, ist bei Fed und EZB derzeit nicht zu denken.

Die Notenbanken sind die Gefangenen ihrer eigenen Geldflutungspolitik. Wie ein Drogenkartell haben sie die Welt abhängig gemacht vom billigen Geld und wissen nun nicht, wie man den Entzug organisiert. Also wird weiter nachgespritzt.“

Deshalb verschärften sich zumindest drei große Risiken, die zur Eskalation auf den globalen Finanzmärkten führen können:

Öffentliche Bruttoschuld als Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts durch den IWF

1. Weltweit ist die Verschuldung seit 2020 um etwa 40 Billionen US-Dollar auf etwa 300 Billionen US-Dollar gestiegen. Die Schuldenquoten sind so hoch wie zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges.

Was passiert, wenn den Gläubigern bewusst wird, dass ihre Forderungen wertlos sind?

2. Die Geldflutung hat die Spekulanten auf den Plan gerufen. In den USA stieg der Umsatz mit riskanten Optionen erstmals über den Umsatz mit normalen Aktien. Der Vermögensverwalter Dr. Jens Ehrhardt sieht darin eine künstliche Nachfrage, die nichts mit den fundamentalen Daten zu tun hat.

Platzt die Blase am Aktienmarkt, wenn kein „billiges Geld“ mehr verfügbar ist?

3. Dank der Nullzinspolitik konnten Finanzmarkt- und Tech-Giganten vor allem der USA durchstarten. Apple-Kurse stiegen in den vergangenen fünf Jahren um 373,1 Prozent, Tesla-Kurse seit Oktober 2019 mehr als 1600 Prozent, Alphabet kommt seit 2016 auf 230 Prozent.

„Fazit: Die Regierungen haben die Weltenrettung großzügig bei den Notenbanken bestellt: Whatever it takes. Aber nur, um die Rechnung von dort zügig an die Sparer weiterzureichen: For your account and risk. So funktioniert nun mal die Arbeitsteilung der Modern Monetary Theory: Die Notenbanker tragen die Verantwortung – und die Sparer das Risiko.“

Kriesen-Toolbox

Veröffentlicht in Inflation | Getaggt , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Finanzsytem vor dem Absturz?

Das Finanzsystem vor dem Absturz? Nicht zum ersten Mal gibt es solche Spekulationen und beileibe nicht nur von „Linken“.

Finanzsystem kollabiert?

In einem Beitrag von Ernst Wolff am 20.09.2021 heißt es:

„Das Finanzsystem, unter dem wir seit dem Zweiten Weltkrieg leben, ist im März 2020 unwiderruflich in sein Endstadium eingetreten. Es stand bereits in der Weltfinanzkrise von 2007/08 vor dem Aus, konnte aber fast 12 Jahre lang von den Zentralbanken künstlich am Leben erhalten werden, und zwar durch Geldschöpfung und kontinuierliche Zinssenkungen.“

Geldmenge in DeutschlandQuelle: tagesgeldvergleich.net

Demgegenüber hier die Leitzinssenkung seit Januar 1993:

EZB-Leitzins
Quelle: FMH-Finanzberatung

Wer nur die „Qualitätsmedien“ nutzt, fühlt sich vielleicht durch die mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden Berichte über das Wachstum des Geldvermögens finanziell beruhigt. Doch dieses Geldvermögen wächst nur bei einer verschwindend kleinen Minderheit der Bevölkerung.

Wie sich zeigt, gelang in den vergangenen 18 Monaten die größte und schnellste Vermögensumverteilung in der gesamten Geschichte der Menschheit. Denn noch vermochte es eine Gruppe von Menschen, den anderen eine schier unvorstellbare Summe in so kurzer Zeit aus den Taschen zu ziehen.

Gewinner und Verlierer der Kapitalkonzentration

Ernst Wolff verdeutlicht die Entwicklung an einigen Beispielen:

Der Börsenwert der 5 großen Digitalkonzerne beträgt seit vergangener Woche mehr als 10 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Der deutsche Staatshaushalt, also das Geld, was der deutschen Regierung 2021 offiziell zur Verfügung steht, beträgt rund 500 Milliarden Euro, das sind knapp 600 Milliarden Dollar.

Noch extremer wird das Missverhältnis, wenn man sich folgende Zahlen vor Augen führt: 35 Millionen Menschen haben in Deutschland im Jahr 2020 etwa 4 Billionen Dollar erwirtschaftet.

Die Vermögensverwalter BlackRock und Vanguard beschäftigen zusammen 34.000 Angestellte, also weniger als ein halbes Promille der deutschen Beschäftigten, verwalten aber mehr als 16 Billionen Dollar, also das Vierfache dessen, was 35 Millionen Deutsche in einem Jahr erwirtschaften.

Geldmenge und Inflation

Nimmt die Geldmenge zu, ohne dass im gleichen Maße Waren und Dienstleistungen verfügbar sind, so steigen auch die Preise – oder wie es oft heißt: die „Inflation“

Erstmals seit 28 Jahren erreichte die deutsche Inflationsrate im September einen Höchststand mit 4,1 Prozent. Darin widerspiegelt sich vor allem der Anstieg der Verbraucherpreise, besonders im Bereich Energie. Doch auch Nahrungsmittel und Dienstleistungen verteuerten sich.

Superreiche und der digital-finanzielle Komplex investieren seit einiger Zeit verstärkt in Sachwerte wie Land und Immobilien, Rohstoffe (Edelmetalle), Kunstgegenstände… Vor allem in den letzten Jahren erschlossen sich diese Akteure zudem den Pharmabereich. So wie wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Banken, Rüstungsindustrie und Politik eine unheilige Allianz bildeten, sind es heute der digital-finanzielle Komplex, die Pharmaindustrie und die Politik.

Außerdem sollen die Zentralbanken ein neues Finanzsystem vorbereiten. Als Gegenstück zu unregulierten Kryptowährungen sollen digitale Zentralbankwährungen geschaffen werden. Damit wollen die gleichen Kreise sowohl die Gesetze der Geldwirtschaft durch programmierbares Geld überlisten und die erodierenden politischen Systeme zu stabilisieren.

Mehr zu digitalen Zentralbankwährungen und Bargeldverbot

Bargeldkomplott


Wie aufschlussreich fanden Sie diesen Artikel?

Finanzsytem vor dem Absturz?: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5,00 von 5 Punkten, basieren auf 3) abgegebenen Stimmen.Loading...
Veröffentlicht in Geldanlage, Inflation | Getaggt , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wie sicher kommt eine Hyperinflation?

Die neue Hyperinflation

Nicht nur das Virus steht einer Rückkehr zur alten Normalität entgegen — uns könnte eine enorme Hyperinflation ins Haus stehen. Exklusivabdruck aus „Deutschland 2021—2025“.

von Meinrad Böhl

Hyperinflation?Nach nunmehr zwei Lockdowns und anderthalb Jahren im Ausnahmezustand zeichnet sich ab, dass es eine Rückkehr zur Normalität der Zeit „vor Corona“ in Deutschland — wenn überhaupt — so bald nicht geben wird. Weltweit haben bislang nur wenige Länder ihre Coronamaßnahmen zurückgefahren oder gar vollständig beendet. Gerade für den Westen überrascht diese Feststellung. Denn Maßnahmen wie Lockdowns oder 3G-/2G-Regelungen sind ihrem Wesen nach zweifellos autoritär und freiheitsfeindlich. Sie stehen im diametralen Gegensatz zur Liberalität, welche nach gängiger Ansicht den Kern westlichen Selbstverständnisses ausmacht. Nicht übersehen werden sollte allerdings, dass Freiheit und Individualismus nicht nur durch die Coronakrise — genauer: durch die politisch verordneten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung — auf dem Prüfstand steht. Von dieser Seite droht nur die größte und akuteste Gefahr. Daneben existieren vielerlei Risiken, die ebenfalls das Potenzial haben, eine Rückkehr zur alten Ordnung zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Ein Exklusivabdruck aus „Deutschland 2021—2025: Eine Risikoanalyse“ von Meinrad Böhl.

Risiko 4: Hyperinflation

Wenn es um die langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geht, ist immer wieder vom Risiko der Hyperinflation die Rede. Auf unser Dreierschema gebracht, lässt es sich wie folgt beschreiben:

Ursachen:

Als Hauptursache der Hyperinflation gilt gemeinhin eine überhandnehmende Staatsverschuldung. Zur Bedienung der Zinsen und zur Tilgung der Schulden benötigen hochverschuldete Staaten viel Geld, was sie in der Regel dadurch zu erlangen versuchen, dass sie Staatsanleihen ausgeben, welche dann überwiegend von der eigenen Zentralbank gekauft werden.

Das auf diese Weise neu geschaffene Geld erhöht die Geldmenge, was dazu führt, dass die Preise steigen, denn wenn mehr Geld für die gleiche Menge an Waren vorhanden ist, erhöht sich der Nennwert jeder einzelnen Ware. Weil die Durchsetzung von Lohnerhöhungen in der Regel mehr Zeit braucht als die Finanzierung immer neuer Schulden durch Gelddrucken, steigen die Konsumgüterpreise nicht nur nominell, sondern auch real.

Dies wiederum sorgt für eine Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, weil das Vertrauen der Bürger ins Geld schwindet. Sie müssen feststellen, dass sie für ihr Geld von Monat zu Monat immer weniger bekommen. Sie geben es daher so schnell wie möglich aus, um seinem weiteren Wert- und damit Kaufkraftverlust bestmöglich zu entgehen.

Geld wird auch vermehrt für Anlagegüter wie Gold oder Immobilien ausgegeben, da sie als wertstabiler angesehen werden. Außerdem werden existenziell wichtige Produkte bevorratet. Die Nachfrage nach diesen steigt. Das wiederum sorgt für weiter steigende Preise.

Eine sich selbst verstärkende Geldentwertungsspirale entsteht, bis schließlich für einige Produkte Märkte mit alternativen, nichtmonetären Währungen — Edelmetalle, Edelsteine, Kunst et cetera — entstehen, weil die Produzenten dazu übergehen, kein Geld mehr zu akzeptieren, da sie es aufgrund seines immer stärkeren Wertverfalls nicht schnell genug wieder ausgeben können, um eine angemessene Gegenleistung für ihr Produkt zu erhalten.

Risiko:

Weil durch die Pandemiebekämpfungspolitik eine ökonomische Situation entstanden ist, die zentrale Elemente des gerade skizzierten Hyperinflationsszenarios enthält, besteht das Risiko, dass es tatsächlich zu einer Hyperinflation kommt. Nach gängiger Definition würde dies Inflationsraten von wenigstens 50 Prozent pro Monat bedeuten.

Auswirkung:

Eine Hyperinflation führt in der Regel zu einem Zusammenbruch der betroffenen Währung und einer anschließenden Währungsreform. Käme es im Euroraum zu einer Hyperinflation, fände demnach der Euro sein Ende, vielleicht auch das politische Konstrukt namens Europäische Union (EU). Selbst ein Zusammenbruch des Finanzsystems ist möglich. Eine finanzielle, wirtschaftliche und politische Großkrise wäre die Folge, unter Umständen verbunden mit einer Versorgungskrise. Die zentralen Ziele des Projekts Deutschland 2021, die baldige Rückkehr zum Normalzustand und dessen dauerhafte Sicherung, würden dadurch sicher für einige Jahre verhindert.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos hängt davon ab, in welchem Ausmaß die Voraussetzungen für eine Hyperinflation erfüllt sind, welche Besonderheiten die Coronasituation gegenüber einem Hyperinflationsszenario aus dem Lehrbuch aufweist und ob beziehungsweise welche Möglichkeiten es gibt, im weiteren Fortgang der Dinge eine hyperinflationäre Entwicklung zu vermeiden.

Lehrbuchmäßiges

Die wirtschaftlichen Schäden der Pandemiebekämpfungsmaßnahmen — Lockdowns, Betriebsschließungen, Veranstaltungsverbote et cetera — wurden und werden von der Politik aus Steuermitteln auszugleichen oder zumindest abzumildern versucht. Dies geschieht vor allem durch Staatshilfen in Form von Kurzarbeitergeld, Unternehmenskrediten und Entschädigungen für Umsatzausfälle. Im zweiten Halbjahr 2020 erfolgte außerdem eine temporäre Senkung des Mehrwertsteuersatzes.

Das für all diese Maßnahmen benötigte Geld übersteigt die Einnahmen des Staates aus Steuern bei Weitem. Aus diesem Grund macht der Staat neue Schulden und besorgt sich über Staatsanleihen, die größtenteils von den Zentralbanken gekauft werden, frisches Geld (Monetarisierung der Schulden). Dadurch steigt die Geldmenge, ohne dass dem ein Anstieg der Produktion gegenüberstünde.

In Deutschland stieg die Geldmenge M2 zwischen Januar 2020 und Mai 2021 um fast 4.000 Milliarden Euro — 11,7 Prozent — von 3,159 auf 3,528 Billionen Euro (…). Gleichzeitig wuchs die Staatsverschuldung zwischen März 2020 und März 2021 um 250 Milliarden Euro — 12,8 Prozent — von 1,955 auf 2,205 Billionen Euro (…). Nach einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft wird sich die Verschuldung bis 2022 um weitere 500 Milliarden Euro auf dann 2,7 Billionen Euro oder 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen (…).

Angesichts derartiger Zuwächse bei Geldmenge und Staatsverschuldung findet die im Lehrbuch angekündigte inflationstypische Flucht aus dem Geld bereits statt.

Das Augenmerk privater wie institutioneller Anleger richtet sich verstärkt auf Anlagegüter wie Gold, Silber, Bitcoin, Immobilien und die Aktien der Krisenprofiteure — Amazon, Apple, Microsoft, Tesla et cetera. Deren Preise steigen kontinuierlich oder konsolidieren sich nach kurzen Einbrüchen auf hohem Niveau, die Börsen boomen. Die Inflation hat in diesen Bereichen bereits für die Entstehung von Blasen gesorgt.

Besonderheiten

Die Situation drastisch steigender Staatsschulden war in der Coronakrise verbunden mit einer doppelten wirtschaftlichen Krise. Die von der Politik ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sorgten für einen Schock sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite. Beides, Konsum wie auch Produktion, gingen stark zurück. So schrumpfte das deutsche BIP 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent (…), der private Konsum brach um 5,0 Prozent ein (…). Insbesondere Dienstleistungen und kurzlebige Gebrauchsgüter wurden weniger nachgefragt.

Am stärksten von Umsatzeinbußen betroffen waren und sind Branchen wie der Tourismus, der Einzelhandel und der Kulturbetrieb. Aber auch die Industrie verzeichnete 2020 eine insgesamt gesunkene Nachfrage (-10,8 Prozent gegenüber 2019 (…)). Zudem sorgen unterbrochene beziehungsweise instabile Lieferketten bei wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten — Halbleiterchips, Holz, Gummi, Stahl, Chemikalien, Plastik — nach wie vor für Schwierigkeiten in der Fertigung. Wegen fehlender Materialien schicken nicht nur Autobauer ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit, sondern auch Dachdecker. Bauunternehmer kämpfen derweil mit Verzögerungen bei der Fertigstellung ihrer Projekte, weil einzelne Gewerke aus Materialmangel ihre Arbeiten nicht termingerecht durchführen können. Profiteure der Krise sind insbesondere Onlinehandel und Logistikunternehmen.

Preiserhöhungen gab es zunächst nur bei den Anlagegütern, nicht bei den Konsumgütern. Im Gegenteil gab es hier 2020 eine deflationäre Tendenz. Der Grund ist einfach: Nachfrage und Geldumlaufgeschwindigkeit waren in der Coronakrise nicht gleichgeblieben, sondern zurückgegangen. Ein Großteil des neuen Geldes floss lange Zeit nicht in den Konsum. Es lagerte entweder auf den Konten der Bürger und Unternehmen und wartete darauf, ausgegeben zu werden, oder es wurde an den Kapitalmärkten angelegt.

Zum Konsum fehlten wegen der Coronamaßnahmen vielfach die Gelegenheiten: Einkaufsbummel, Gelegenheitskäufe oder Geschenkbesorgungen für Feiern oder Besuche entfielen während der Lockdowns weitgehend, zudem waren und sind Besorgungen durch Zugangs- und Hygienebeschränkungen nur in eingeschränktem Umfang möglich.

Außerdem führte die gestiegene wirtschaftliche Unsicherheit bei den Konsumenten zu Kauf- und bei den Unternehmen zu Investitionszurückhaltung. Als dann ab Juni die Maßnahmen gelockert und teilweise aufgehoben wurden, zog die Nachfrage an und wurden angestaute Konsumbedürfnisse nachgeholt. Preiserhöhungen waren die Folge.

Was nun droht, ist eine inflationäre Spirale. Denn die Preise werden umso mehr steigen, je größer die Schwierigkeiten der Wirtschaft sind, eine steigende Nachfrage zu bedienen: weil Vorprodukte schwieriger zu beschaffen sind und mehr kosten; weil die Produktion durch die verschärften Hygienevorschriften aufwendiger geworden ist; weil die Nachfrage über das Vor-Corona-Niveau gestiegen ist; oder weil wegen alldem zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden, die nicht sofort zur Verfügung stehen. Falls der Staat in dieser Situation den Geldhahn weiter offenhält, um die Realwirtschaft anzukurbeln und staatliche Unterstützungsleistungen auf einem angemessenen Niveau zu halten, wird dies zu weiteren Preissteigerungen führen. Diese werden den staatlichen Geldbedarf weiter erhöhen, was seinerseits die Inflation noch einmal weiter verstärken wird. Dadurch wird der Vertrauensverlust in das Geld weiter zunehmen, was letztlich bis zur Hyperinflation führen kann.

Sucht man nach einer Möglichkeit, diese Spirale zu durchbrechen, gelangt man zu einer weiteren Besonderheit der gegenwärtigen Situation: Die Zentralbanken beabsichtigen, nichts gegen die Inflation zu tun. Im Gegenteil, sie kaufen weiter Staatsanleihen im großen Stil. Allerdings planen zumindest die Bank of Canada und die Bank of England eine deutliche Reduktion ihrer Anleihenkäufe, und auch das amerikanische Finanzministerium hat angekündigt, in den kommenden Monaten weniger Schulden aufnehmen zu wollen, als ursprünglich vorgesehen war (…).

Zinserhöhungen aber, das Standardmittel gegen Inflation, planen derzeit weder die Federal Reserve (Fed) noch die Europäische Zentralbank (EZB). Beide streben ein Inflationsziel von jährlich 2 Prozent an. Die Begründung der Fed lautet: Die Wirtschaft soll so weit angekurbelt werden, dass auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen wieder die Chance auf neue Jobs haben. Und: Inflation finde vor allem aufgrund pandemiebedingter Nachholeffekte statt, denn die Preise stiegen besonders bei energieintensiven Waren. Das werde vorübergehen und damit auch die Inflation.

Bei der EZB sieht man das ähnlich. Der Leitzins soll nach EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf absehbare Zeit nicht geändert werden, auch nicht bei einer Inflationsrate von mehr als 2 Prozent (…). Problematisch wird diese permissive Geldpolitik allerdings spätestens, wenn die Arbeitskräfte durch die demografische Entwicklung noch rarer als heute schon werden und die Staatsschulden zugleich immer weiter ansteigen und dadurch eine weitere Schuldenaufnahme zur Bedienung der Zinsen erzwingen.

Weitere Entwicklung

Die Inflation ist bereits da. Seit Jahresbeginn steigen die Verbraucherpreise immer weiter an, im Juli um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit reicht die Inflationsrate schon zu Beginn der zweiten Jahreshälfte sehr nahe an den Wert von 4 Prozent heran, den Ökonomen der Deutschen Bank als Maximalwert für das zweite Halbjahr prognostiziert hatten (…). Neuere Schätzungen der Bundesbank gehen mittlerweile von einer Inflation von 4 bis 5 Prozent zum Jahresende 2021 aus (…).

Als Preistreiber gelten vor allem:

  • die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn auf die alten Sätze von 19 Prozent und 7 Prozent statt 16 Prozent und 5 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2020;
  • die seit Januar 2021 geltende neue CO2-Abgabe von 25 Euro pro Tonne auf fossile Brennstoffe;
  • der Anstieg der Transportkosten sowie unzureichende Transportkapazitäten insbesondere in der Containerschifffahrt;
  • anhaltende Lieferkettenprobleme und deren weitere Verschärfung durch Ereignisse wie die Blockade des Suezkanals durch das Frachtschiff Ever Given im März oder die Betriebseinschränkungen in den chinesischen Containerhäfen Yantian im Juni und Ningbo-Zhoushan im August aufgrund von Lockdown-Maßnahmen infolge einzelner neuer Coronafälle (…);
  • der Anstieg des Ölpreises;
  • die Verknappung und damit Verteuerung von Rohstoffen und industriellen Vorprodukten;
  • der Mangel an fertigen Produkten, der infolge der vielfältigen Produktionsschwierigkeiten bei vielen Herstellern von Industriegütern herrscht (…);
  • der weltweite Anstieg der Lebensmittelpreise (…) aufgrund von: schlechten Ernten infolge ungünstiger Wetterbedingungen; sinkender Produktivität und höheren Produktionskosten wegen Krankheitsausfällen und verschärfter Hygienevorschriften für die Landarbeiter; steigenden Futtermittelpreisen wegen einer stark erhöhten chinesischen Nachfrage nach Mais, Weizen und Sojabohnen; sinkenden Herdengrößen bei den Viehzüchtern wegen sinkender Margen; Ausfuhrbeschränkungen bei großen Lebensmittelexporteuren wie Russland.

Ein weiterer Preistreiber ist der bereits erwähnte Nachholbedarf privater Konsumenten. Dieser liegt laut Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, bei 230 Milliarden Euro und damit bei 12 Prozent des jährlichen Binnenkonsums (…).

Nach menschlichem Ermessen steht also ein weiterer Anstieg der Inflation bevor. Er wird umso höher ausfallen, je mehr Einschränkungen der Produktion durch zukünftige Pandemiebekämpfungsmaßnahmen auferlegt werden. Ob sich die Inflation aber tatsächlich auch zu einer Hyperinflation auswächst, darüber sind sich die Experten uneins.

Für den Wirtschaftsjournalisten Roland Tichy ist die Gefahr einer Hyperinflation real. (…)

In dieselbe Richtung argumentiert der Ökonom und Degussa-CEO Markus Krall in einem Interview mit Marc Friedrich vom 26. November 2020. Seiner Ansicht nach wird man den Weg des staatlichen Schuldenmachens nicht unbegrenzt weitergehen können, denn die Geldmenge lasse sich nicht beliebig ausweiten. Vielmehr finde sie ihre natürliche Grenze in der Höhe des Bruttosozialprodukts (BSP) ihres Währungsraums, in der Eurozone also bei 11,3 Billionen Euro (Stand: 2020).

Das derzeitige Tempo des Geldmengenwachstums vorausgesetzt, werde diese Grenze im Laufe des Jahres 2021 erreicht werden. Das schätzt nicht nur Krall so ein, sondern nach ihm auch die EU-Kommission in ihrer Frühjahrsprognose 2021. Gemäß dieser steuert die Eurozone im Jahr 2021 auf eine Verschuldungsquote von 102 Prozent zu. Ende April lag die Verschuldung bereits bei 10 Billionen Euro (…).

Nach Ansicht von Krall wird nach dem Überschreiten der BSP-Schwelle das Vertrauen in den Wert des Geldes allmählich schwinden und eine sich immer schneller drehende Geldentwertungsspirale in Gang gesetzt werden. Entweder schlagartig oder gestreckt über mehrere Wochen bis Monate werde sich eine Hyperinflation entwickeln. Angesichts der schon erreichten Geldmengenausweitung und vor dem Hintergrund der kostenintensiven Coronapolitik hält Krall das Eintreten des Hyperinflationsfalls für sicher. Ein Abflachen der Geldschaffungskurve sei gar nicht mehr rechtzeitig möglich, um dauerhaft unter dem BSP der Eurozone zu bleiben.

Die Krall‘sche Argumentation wird jedoch keineswegs von allen Ökonomen geteilt. Im Gegenteil, er gilt als „Crash-Prophet“, der eine Außenseiterposition vertritt. Viele halten eine Geldvermehrung weit über das BSP hinaus sehr wohl für möglich, wodurch eine Hyperinflation vermieden und das bestehende System noch länger am Leben erhalten werden könnte. Die Anhänger der unter Ökonomen und linkslastigen Politikern derzeit populären „Modern Monetary Theory“ (MMT) etwa behaupten, der Wert des Geldes hänge nicht vom Vertrauen der Bürger ab, sondern vom Staat, der den Geldwert garantiere. Solange dies geschehe, könne beliebig viel Geld geschaffen und vergeben werden.

Aber auch für den Fall, dass sich diese Theorie als nicht zutreffend erweisen oder irgendwann an ihre Grenzen gelangen sollte, muss die Staatsverschuldung nicht notwendigerweise zur Hyperinflation führen. Weltweit bereiten Zentralbanken bereits Maßnahmen vor, um eine ansteigende Inflation beherrschbar zu machen. Hierzu zählt insbesondere die Schaffung digitaler Währungen, durch die der Zugriff der Bürger auf ihr Geld begrenzt werden könnte, indem beispielsweise pro Tag nur ein mittlerer zweistelliger Betrag zum Ausgeben freigegeben wird.

Hieran wird unter anderem in China, den USA und der EU mit Nachdruck gearbeitet. Würde gleichzeitig das Bargeld verboten, könnte die Flucht aus dem Geld, hinein in Anlagewerte wie Immobilien oder Edelmetalle, gebremst und der Wertverfall des Geldes aufgehalten werden. Am Vertrauensverlust gegenüber der Währung könnte die Maßnahme zwar wenig ändern, man gewönne aber Zeit und könnte die Hyperinflation unter Umständen vermeiden.

In jedem Fall wäre damit ein neues Geldsystem geschaffen, welches ungleich mehr Kontrollmöglichkeiten für alle Arten von Finanztransaktionen böte als das jetzige Bargeldsystem.

Gemeinhin dem Lager der „Verschwörungstheoretiker“ zugeordnete Kritiker wie Ernst Wolff oder Martin Armstrong vermuten daher, interessierte Kreise arbeiteten gezielt an der Herbeiführung einer Situation, in der eine Hyperinflation entsteht oder zumindest als ernsthafte Bedrohung glaubhaft gemacht werden kann, um das Bargeldsystem abzuwickeln und dem neuen System des digitalen Geldes zum Durchbruch zu verhelfen. Bitcoin sei hierfür lediglich der Versuchsballon, mittels dessen die Reaktion der Märkte getestet werden solle.

Von den Bürgern wolle man die Akzeptanz einer digitalen Währung über die Gewährung eines bedingungslosen Grundeinkommens erkaufen. Dessen Vorläufer sehen wir schon heute: in Form von Pilotprojekten in Ländern wie Finnland oder Deutschland, vor allem aber in Form der Stimulus-Schecks der amerikanischen Regierung, die als Corona-Hilfen flächendeckend unters Volk gebracht werden. Zur Absicherung des Erfolgs und zur Niederhaltung ablehnender Meinungen würden dieselben Mittel einer engmaschigen Kontrolle und gezielten Schikane fortgeführt, die man im Zuge der Coronakrise als Pandemiebekämpfungs- und Gesundheitsschutzmaßnahmen etabliert habe.

Auch der Österreichischen Schule anhängende liberale Ökonomen wie der Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit weisen auf den Zusammenhang zwischen dem staatliche Überschuldung fördernden Fiat-Geldsystem und der Akkumulation staatlicher Macht in den Händen weniger hin, wenngleich dieses Ziel bei Polleit auch ohne Hyperinflation erreichbar scheint („Das staatliche Geldmonopol und der ‚Große Reset'“, misesde.org, 15. März 2021). (…)

Aber zurück zur Hyperinflation. Polleits Thesen stimmen darin mit der MMT überein, dass sie davon ausgehen, dass eine Hyperinflation durch staatliche beziehungsweise geldpolitische Initiative (der Zentralbanken) verhindert werden kann, jedenfalls für eine gewisse Zeit. Zugleich implizieren beide aber auch, dass die Hyperinflation bei Bedarf durch Lockerung der Kontrollmechanismen jederzeit entfesselt werden kann, weil die Voraussetzungen immer schon erfüllt sind. Vermutlich würde hierzu schon der Einsatz der Gegenmaßnahme aus dem Lehrbuch genügen: eine Erhöhung der Zinsen.

Weil in der Eurozone gerade die Südländer auf billiges Geld angewiesen sind, würden sie ebenso wie die meisten Gläubiger schnell bankrottgehen. Denn steigende Zinsen erhöhen die Refinanzierungskosten und sorgen dadurch bei hochverschuldeten Ländern schnell dafür, dass über neue Staatsanleihen nicht mehr ausreichend Geld eingebracht werden kann, um Schuldenzinsen und laufende Staatsausgaben zu bedienen.

Risikobewertung

Für unsere Analyse bleibt festzuhalten, dass sich die Ökonomen uneins sind, ob es aufgrund der starken Geldmengenausweitung zur Hyperinflation kommt. Da es für beide Positionen gute Argumente gibt, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Skalenwert 3 („mittel“, 31 bis 50 Prozent, gewichtet: 5).

Die Auswirkungen einer Hyperinflation wären enorm. Eine Flucht aus dem Geld würde einsetzen, das heißt, die Leute würden versuchen, ihr Geld in andere Wertaufbewahrungsformen umzutauschen: Edelmetalle, Kunstgegenstände, Immobilien, bestimmte Aktien, Alkohol und so weiter; irgendwann wären sogar Lebensmittel wertbeständiger als Geld. Monetäre Absicherungssysteme wie die staatliche Rentenversicherung kämen an ihr Ende, Sparguthaben verlören ihren Wert. Die EZB müsste nicht nur ihre bisherigen Anleihekäufe beenden, sondern auch Anleihen aus ihren Beständen verkaufen.

Zudem müsste sie die Einlagenzinsen stark anheben, um eine Geldkrise zu verhindern. Die Schuldner — Staaten, Unternehmen, Privatpersonen — stünden mit einem Mal hohen Finanzierungskosten gegenüber. Es käme zu Insolvenzen, Zwangsversteigerungen und einer massiven Bankenkrise. Eine gewaltige Wohlstandsvernichtung wäre die Folge und eine Krise wie zur Zeit der Großen Depression bräche an.

Die Auswirkungen des Hyperinflationsrisikos werden daher mit dem Skalenwert 5 („sehr hoch“, gewichtet: 8) bewertet.

Insgesamt ergibt sich damit eine Kritikalität des Risikos von 40 („großes Risiko“).

Antwortstrategie

Unbegrenzte Mittel vorausgesetzt, wäre für den Umgang mit diesem Risiko die Strategie des Abmilderns die beste Option. Wie bei den ersten beiden Risiken könnte das Projektteam versuchen, einen Politikwechsel herbeizuführen, durch den zumindest die unmittelbaren Ursachen für das Gelddrucken abgestellt werden: die Lockdowns und die zugehörigen Kompensationszahlungen für die Betroffenen. Auf diese Weise könnte es hoffen, dass eine Inflationskrise nicht früher eintritt, als die Rückkehr Deutschlands zur Normalität erreicht wurde. Doch ist ein solches Vorhaben wenig aussichtsreich, die weiter oben angeführten Gründe müssen hier nicht wiederholt werden.

Zudem wird sich das Geldsystem weder durch Wahlen noch durch Demonstrationen ändern lassen, selbst wenn es dem Projektteam gelänge, eine große Menge Gleichgesinnter um sich zu scharen.

Hier wirken stärkere Kräfte. Letzten Endes wird dem Projektteam somit nichts anderes übrigbleiben, als das Inflations- beziehungsweise Hyperinflationsrisiko zu akzeptieren.

Für den Einzelnen besteht hingegen die realistische Möglichkeit, das Risiko abzumildern, indem er sein Vermögen rechtzeitig so verlagert, dass ein möglichst geringer Anteil in Geld investiert ist. Viel mehr dürfte allerdings auch für Einzelpersonen nicht möglich sein.

Deutschland 2021-2025


Dieser Artikel erschien auf Rubikon am 02.10.2021 und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


Wie aufschlussreich fanden Sie diesen Artikel?

Wie sicher kommt eine Hyperinflation?: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5,00 von 5 Punkten, basieren auf 2) abgegebenen Stimmen.Loading...
Veröffentlicht in Bargeldverbot, Geldanlage, Inflation | Getaggt , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

9/11 und geheime Finanztransaktionen

9/11 bedeutet für die meisten Menschen: zwei von islamischen Terroristen gesteuerte Flugzeuge zerstören das World Trade Center, fast 3.000 Tote, „Krieg gegen den Terror“.

9/11 zwanzig Jahre danach

9/11Noch immer wird weltweit an das Ereignis vor 20 Jahren erinnert und erinnern wir uns der Bilder des Tages. Brennende Türme, verzweifelte hilfesuchende Menschen.

Das Offensichtliche ist bekannt – was im Hintergrund ablief dagegen kaum.

Politiker und Qualitätsmedien wie die Tagesschau versäumen nicht, die immer gleichen Geschichten zu erzählen und „tief berührt“ den unschuldigen Opfern zu gedenken:

„Am 11. September 2001 steuerten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington. Ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab.“

Doch dem wahren Leid der Opfer und ihrer Angehörigen würde besser Gerechtigkeit widerfahren, wenn endlich die damaligen Ereignisse in ihrer ganzen Komplexität und mit ihren Hintergründen aufgeklärt würden. Nur auf massiven Protest von 1.800 Angehörigen der Opfer in den USA hat Präsident Biden 20 Jahre nach 9/11 die Freigabe einiger Dokumente innerhalb eines halben Jahres angeordnet.

Ob diese Dokumente mehr Klarheit bringen, wo doch seit zwei Jahrzehnten alle Informationen unterdrückt werden, die dem offiziellen „Untersuchungsbericht“ widersprechen?

Auch für alle, die heute ihr schwer verdientes Geld zusammenhalten wollen, verbergen geheime Dokumente von damals wohl mehr, als wir zu uns vorstellen können.

Schweizer Misstrauen

Wer erinnert sich schon, dass am 22.7.2011 der „Tages-Anzeiger“ vom Misstrauen Schweizer Politiker über die offizielle Version zu 9/11 berichtete?

Erhärteter Verdacht auf Insiderhandel vor 9/11

Wer weiß schon, dass das US-„Journal of Empirical Finance“ im Jahr 2015 eine Studie mit dem Titel „Detecting abnormal trading activities in option markets“ veröffentlichte. Darin analysierten Marc Chesney, Finanzprofessor der Universität Zürich, Loriano Mancini, Assistenzprofessor vom „Swiss Finance Institute“ der ETH Lausanne sowie der UBS-Analyst Remo Crameri Auffälligkeiten mit Put-Options im zeitlichen Umfeld von 9/11.

„Das Ausüben der Put-Optionen wenige Tage oder Wochen nach 9/11 brachte den vermuteten Insidern Gewinne von insgesamt rund 30 Millionen Dollar.“

 Der Fall Edmonds

Oder wer kennt hierzulande schon Sibel Edmonds? Dabei gibt es auch im Internet eine Reihe von Informationen zu dem „Fall Endmonds“. Als Mitarbeiterin des FBI übersetzte Edmonds ab September 2001 Überwachungstonbänder, die mit den Terroranschlägen am 11. September zusammenhängen sollten.

Daniel Ellsberg, der 1971 die „Pentagon-Papiere“ veröffentlichte, hält die Geschichte um Edmonds für weitaus explosiver als die „Pentagon-Papiere“.

Nach Edmonds Worten lagen dem FBI detaillierte Informationen über geplante terroristische Anschläge mit Flugzeugen vor. Außerdem legte Edmonds dem Kongress gestützt auf ihre Übersetzungen dar, dass al-Qaida zu 95 Prozent durch Erlöse aus dem Drogenhandel finanziert wurde, was die US-amerikanische Regierung wissentlich ignorierte.

Siehe auch: „Der Fall Sibel Edmonds“ von Lars Schall; oder: „Special Report- State Secrets: Sibel Edmonds Uncovers ‘The Untouchables’

Die Kriege der USA und der Allianz westlicher Länder in Afghanistan und dessen Nachbarstaaten kosteten nach Analysen des Watson Institute for International and Public Affairs an der Brown University mindestens 897.000 bis 929.000 Menschen direkt das Leben.

Wenn allein die Steuerzahler der USA dafür über zwei Billionen Dollar zahlten, dann sollte auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass dieser Krieg auch mit deutschen Steuergeldern, mit unseren Steuerzahlungen finanziert wurde. Wieviel Steuergeld, das weiß so richtig weder die Bundesregierung, noch der Bundesrechnungshof oder der Bundestag, der die Mittel dafür freigab. Es sollen so zwischen 12,5 oder 47 Milliarden Euro gewesen sein?

Doch das Geld ist nicht weg – es haben nur andere.

PROMIS und 9/11

Insbesondere mit den finanziellen Hintergründen hat sich der investigative deutsche Journalist Lars Schall intensiv seit 2 Jahrzehnten befasst.

In einem Blogbeitrag schrieb Lars Schall am 24.02.2014:

„Zu den Dingen, von denen man im Zusammenhang mit dem 11. September höchstwahrscheinlich noch nie so recht etwas vernommen hat, zählt das „Prosecutor’s Management Information System“, abgekürzt PROMIS. Hierbei handelt es sich um ein Softwareprogramm, das mit gar zu „magischen“ Fähigkeiten versehen zu sein scheint…

Wir haben es also mit einer Software zu tun, die

a) Computer- und Kommunikationssysteme infiltrieren kann, ohne bemerkt zu werden,

b) Daten zu manipulieren versteht,

und die

c) den weltweiten Börsenhandel in Echtzeit zu verfolgen in der Lage ist.

Punkt c) ist unter anderem relevant für all jene Dinge, die in den Bereich der niemals gänzlich aufgeklärten beziehungsweise zurückverfolgten Put-Optionen fällt, die unmittelbar vor dem 11. September getätigt wurden, und von denen der ehemalige Bundesbankchef Ernst Weltke sagte, dass sie ‚ohne ein bestimmtes Wissen nicht hätten geplant und ausgeführt werden können.'“

Detailliert und mit Quellen belegt analysierte Lars Schall diese Finanztransaktionen in einem Artikel für die Asia Times Online (aktuell noch verfügbar u.a. hier).

Das derart insbesondere an den Finanzmärkten manipuliert wird ist nicht neu. Doch mit dem Internet eröffnen sich sich ganz andere Spielräume – für Spekulanten wie für Regierungen.

Der investigative Journalist Egmont R. Koch produzierte im Jahre 1996 (da steckte das Internet verglichen mit heute noch in den Kinderschuhen!) für das ZDF eine Dokumentation über die „Mutter aller Computerspionage“: das Software-Programm PROMIS:

Wer jetzt noch glaubt, dass auf das Geld unter dem Kopfkissen oder gar auf dem Bankkonto nur die Eigentümer sicher zugreifen können, braucht sich keine Sorgen zu machen. Wer denkt, das alles gibt es heute nicht mehr, sollte sich einmal ansehen, wie heutzutage BlackRock agiert und was die EU-Kommission legal mit einem „Vermögensregister“ erreichen will.

Alle anderen werden möglicherweise nach Alternativen suchen.

Crash - Chaos - Chance


Wie aufschlussreich fanden Sie diesen Artikel?

9/11 und geheime Finanztransaktionen: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5,00 von 5 Punkten, basieren auf 3) abgegebenen Stimmen.Loading...
Veröffentlicht in Geldanlage, Inflation, Steuern | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Geldvermögen über sieben Billionen Euro

Das Geldvermögen der bundesdeutschen Privathaushalte betrug zum ende des ersten Quartals 2021 nach Angaben der Bundesbank über sieben Billionenen Euro.

Geldvermögen der Privathaushalte

Geldvermögen 2021

Das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland ist auch im „Corona-Jahr“ 2021 deutlich angestiegen. Erstmals überschritt es die Sieben-Billionen-Marke.

Laut Tagesschau vom 16.07.2021 liegt das an den „fleißigen Sparern“ und „Corona“:

„Ein Grund für das insgesamt gewachsene Vermögen ist das Sparverhalten … Aufgrund der Einschränkungen konnten viele Menschen ihr Geld nicht in gewohntem Maße ausgeben. Viele Reisen wurden storniert, die Schließung von Gaststätten und Läden bremste den Konsum. Die Ausgaben der privaten Haushalte gingen 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamts allein in Deutschland um 5,4 Prozent zurück.“

Doch dieses Vermögen ist sehr ungleich verteilt. Im DIW Wochenbericht 27 / 2021 heißt es dazu:

„Die oberen zehn Prozent der Bevölkerung nennen rund 55 Prozent des gesamten Nettovermögens ihr Eigen. Die unteren 50 Prozent kommen lediglich auf knapp 1,5 Prozent.“

Davon ausgehend befürchten die Autoren:

„Im Bundestagswahlkampf wird diese Schieflage ein wichtiges Thema werden. Rufe nach einer Reaktivierung der Vermögensteuer sind bereits jetzt laut zu vernehmen. Auch Reformen der Besteuerung von Grund und Boden oder des Grunderwerbs werden seit Jahren debattiert. In der Diskussion um die Tilgung der Corona-Schulden haben entsprechende Vorstöße zusätzlichen Wind in die Segel bekommen. Zuletzt haben zumindest in Berlin auch Enteignungsinitiativen eine vernehmbare Unterstützung in der Bevölkerung.“

Ob die Analysten damit richtig liegen, oder die Masse der Bevölkerung diese Entwicklung genauso hinnimmt wie die Einschränkungen der Grundrechte?

Wollen Millionäre stärker besteuert werden?

Auf der Webseite von br.de vom 18.08.2021 ist zwar zu lesen:

„42 Millionäre fordern mittlerweile eine höhere Besteuerung für sich selbst: #taxmenow. Die Chancen für einen Richtungswechsel seien bei dieser Bundestagswahl so groß wie noch nie, sagen sie.“

Aber für den Richtungswechsel scheint es bei den Bundestagsparteien „keine Mehrheiten“ zu geben. „SPD-Spitzenkandidat“ Olaf Scholz tut zwar so, als wolle er mehr das weitere Auseinanderdriften von Arm und Reich vermeiden. „Die Botschaft hört ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

Welche Strategie wird Ihr Bundestagskandidat verfolgen?

Weiterführende Beiträge:

 

Reicher als die Geissens

 

Veröffentlicht in Geldanlage | Getaggt , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Altersvorsorge für Frauen

Altersvorsorge für Frauen wird immer noch unterschätzt und ist leider oft unzureichend – traurige Folge: Altersarmut

Altersvorsorge für Frauen selbstverantwortlich regeln

Altersvorsorge
Foto: djd/Allianz Deutschland/Getty Images/Rido

(djd). Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau wird in Politik und Gesellschaft seit vielen Jahren diskutiert. Gerade beim Thema Rente gibt es noch Handlungsbedarf. In den westdeutschen Bundesländern liegen die Ruhestandsbezüge von Frauen erheblich unter denen der Männer.

Frauen erziehen noch immer überwiegend die Kinder und pflegen Angehörige. Sie arbeiten deshalb oft nur in Teilzeit und verdienen vielfach selbst bei gleicher Tätigkeit und vergleichbarer Qualifikation weniger als ihre männlichen Kollegen. Frauen, die sich nicht auf einen Partner verlassen können oder wollen, sollten deshalb in jeder Lebensphase in ihre Altersvorsorge investieren.

Problem unzureichender Altersvorsorge ist vielen Frauen nicht bewusst

Das Problem: Zu dem Zeitpunkt, an dem sie besonders wirkungsvoll etwas tun können, sind sich die wenigsten Frauen ihrer meist unzureichenden Altersvorsorge bewusst. Das ergab eine Befragung der Forschungsagentur Q. 80 Prozent der Frauen sind sich nicht bewusst, dass sie deutlich weniger Einkommen im Alter haben als Männer. 59 Prozent der Frauen gaben zudem an, weder einen Überblick über die Höhe späterer Rentenzahlungen noch über ihr weiteres Einkommen zu haben.

„In Sachen Unwissenheit unterscheiden sich Männer und Frauen kaum“, sagt Laura Gersch von der Versicherung, die die Umfrage beauftragt hat. „Die Auswirkungen sind jedoch gravierend. Männer haben viel häufiger lückenlose Erwerbsbiografien. Sie zahlen damit stabiler in die gesetzliche Rentenversicherung ein, profitieren stärker von Angeboten der betrieblichen Altersversorgung und schließen häufiger private Vorsorgeverträge ab.“

Zur Abschätzung des eigenen Vorsorgebedarfs kann man sich unter www.allianz.de/rentenkompass einen kostenlosen digitalen Überblick verschaffen. Das Tool kann auch genutzt werden, wenn man nicht bei diesem Anbieter versichert ist.

Vorsorge zu keinem Zeitpunkt vernachlässigen

Altersvorsorge für junge Mütter
Foto: djd/Allianz Deutschland/Getty Images/Aleksandar Nakic

Frauen sollten sich bei der Altersvorsorge mehr auf sich selbst verlassen und sie in jeder Lebensphase im Auge behalten.

Auch wenn es für private Altersvorsorge nie zu spät ist: Frauen sollten damit möglichst früh beginnen, spätestens mit dem Eintritt in den ersten Job. „Auch mit kleinen Beiträgen lässt sich langfristig ein Polster für den Ruhestand aufbauen“, so Laura Gersch.

Beim Sparen könne man sehr flexibel und je nach Lebenssituation variabel agieren. „Jüngere Frauen sollten vor allem darauf achten, dass sie auch in einer Partnerschaft und nach der Geburt eines Kindes ihre eigene Altersvorsorge nicht vernachlässigen“, rät Gersch. Nur wenn beide Partner ausreichend individuell vorsorgten, so die Expertin, hätten sie sowohl als Paar als auch allein genügend Geld im Alter und zudem eine bessere finanzielle Ausgangsposition bei Schicksalsschlägen wie Tod oder Scheidung.

Fazit

Kostenloses Tool für Altersvorsorge
Foto: djd/Allianz Deutschland/Getty Images/PeopleImages.com

(djd). Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau wird in Politik und Gesellschaft seit vielen Jahren diskutiert. In Sachen Rente kann davon noch längst keine Rede sein. Gerade in den westdeutschen Bundesländern liegen die Ruhestandsbezüge von Frauen erheblich unter denen der Männer. Frauen, die sich nicht auf einen Partner verlassen können oder wollen, sollten deshalb in jeder Lebensphase in ihre Altersvorsorge investieren.

Zur Abschätzung des eigenen Vorsorgebedarfs kann man sich unter www.allianz.de/rentenkompass einen kostenlosen digitalen Überblick verschaffen. Das Tool kann auch genutzt werden, wenn man nicht bei diesem Anbieter versichert ist. Für private Altersvorsorge ist es nie zu spät, vom Zinseszinseffekt aber profitiert am meisten, wer möglichst früh beginnt.


Leadership-Frauen

Veröffentlicht in Geldanlage, Rente | Getaggt , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bargeldobergrenze soll immer mehr sinken

Die Bargeldobergrenze wird mit dem neuen Vorhaben der EU-Kommission weiter abgesenkt – der Bargeldverkehr kriminalisiert.

Bargeldobergrenze nach dem Willen der EU

Bargeld adé?
Bild: crimson/Fotolia

Am 20.07.2021 legte die EU-Kommission ein „ein ehrgeiziges Bündel von Gesetzgebungsvorschlägen“ vor, um „Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“ stärker bekämpfen zu können.

Zu dem „Bündel“ gehört unter anderem ein EU-weites Verbot von Barzahlungen über 10.000 Euro.

Ob dies wirklich gegen „Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“, oder mehr gegen Bargeldverkehr gerichtet ist?

Zumindest hält der europäische Verband der Bargeldbranche ESTA in einer Stellungnahme letzteres für nahezu zwangsläufig:

„ESTA glaubt nicht, dass die Bestimmung, die auf eine Begrenzung von Barzahlungen in der EU abzielt, wirksam ist und nicht vorgeschlagen werden sollte. Als klare und objektive Beschränkung des freien des freien Kapitalverkehrs innerhalb der EU (Art. 63 AEUV), kann sie nur gerechtfertigt werden, wenn sie Bedingungen der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit erfüllen.“

Die EU-Kommission hat zwar kein Mandat zur Gesetzgebung, schlägt aber den Mitgliedstaaten ein „Bündel“ der Gesetzgebungsvorschläge vor:

  • eine „Verordnung zur Schaffung einer neuen EU-Behörde für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“ – eine neue Behörde auf Kosten der Steuerzahler, aber ohne deren Mandat oder Kontrollmöglichkeit;
  • einer „Verordnung zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung…auch für die Bereiche Kundensorgfaltspflicht und wirtschaftliches Eigentum“;
  • die Sechste „Richtlinie zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung … und Bestimmungen … die in nationales Recht umgesetzt werden müssen“;
  • eine überarbeitete Fassung der „Geldtransfer-Verordnung von 2015 (Verordnung 2015/847), die die Rückverfolgung von Krypto-Transfers ermöglichen soll“.

Norbert Häring kommentiert dies wir folgt:

„So fällt auf, dass damit die ganze Bevölkerung und alle Unternehmen zu ‚Verpflichteten‘ im Kampf gegen die Geldwäsche gemacht werden, anstatt wie sonst auf diesem Feld üblich nur Unternehmen in sensiblen Bereichen. Damit sind ganz überwiegend gesetzestreue Bürger und Unternehmen die Belasteten. Mehr noch: weil Transaktionen zwischen Privatpersonen ausdrücklich ausgenommen sind, sind ausgerechnet Kriminelle und Terroristen bei ihren Transaktionen untereinander ausdrücklich von diesem Verbot freigestellt, denn diese treten als Privatpersonen auf.“

Ein weiterer Schritt zum Bargeldverbot

Häring kritisiert seit Jahren die Tendenz zum Bargeldverbot und prozessiert selbst bis zum Europäischen Gerichtshof gegen diese Tendenz, die die meisten Bürger immer noch unterschätzen oder gar nicht wahrhaben wollen.

Erneut weist er darauf hin:

„Hier wird schnell erkennbar, wo die Reise hingehen soll. Wir erinnern uns an den Leitfaden des Internationalen Währungsfonds für Regierungen, die gegen den Willen der Bevölkerung Bargeld beseitigen wollen, aus dem Jahr 2017 mit dem Titel: The Economics of De-Cashing.“

Darin wird unter anderem eine Bargeldobergrenze empfohlen, die zu Beginn so hoch angesetzt werden soll, dass sie keinen größeren Widerstand hervorruft. Wenn sie dann einmal eingeführt ist, könne sie relativ leicht immer weiter gesenkt werden.“

Neben der Bargeldkontrolle nimmt drastisch die Kontenschnüffelei der staatlichen Behöreden zu – das Bankgeheimnis ist schon lange Geschichte.

Die vielfältigen Aktivitäten zum Bargeldverbot auf Raten und wie Sie sich dagegen wehren können siehe auch:

Bargeldkomplott


Wie aufschlussreich fanden Sie diesen Artikel?

Bargeldobergrenze soll immer mehr sinken: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5,00 von 5 Punkten, basieren auf 1) abgegebenen Stimmen.Loading...
Veröffentlicht in Bargeldverbot | Getaggt , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Renminbi gewinnt gegenüber Dollar

Renminbi gewinnt für Zentralbanken an Bedeutung und wird an den Finanzmärkten stärker beachtet.

Zentralbanken setzen stärker auf Renminbi

Renminbi
Bild: moerschy/Pixabay

Das Official Monetary and Financial Institutions Forum (OMFIF) veröffentlichte seinen Global Public Investor-Bericht 2021 (GPI 2021).

Das OMFIF versteht sich als ein unabhängiger Think Tank für Zentralbankwesen, Wirtschaftspolitik und öffentliche Investitionen.

Unter dem Titel „Zentralbanken werden den Aufstieg des Renminbi beschleunigen, zeigt OMFIF-Bericht“ heißt es:

„Der Renminbi ist auf dem besten Weg, ein viel einflussreicherer Teil des globalen Finanzsystems zu werden, da die Zentralbanken die chinesische Währung zu ihren Reserven hinzufügen, zeigt der jährliche OMFIF-Bericht „Global Public Investors“. OMFIF befragte mehr als 100 GPIs – Verwalter von Zentralbankreserven, Staatsfonds und öffentliche Pensionsfonds – zu ihren Asset-Allocation-Strategien, Investmentansätzen und Markttrends.

Der Bericht zeigte auch die dramatischen Auswirkungen, die Covid-19 und der Ausblick auf niedrigere und längere Zinsen auf eine Gruppe von Investoren hat, die branchenweit ein Vermögen von 42,7 Mrd. Dollar verwalten. Der Trend zur Diversifizierung – um die Renditen zu steigern oder zu erhalten, oder um einen nachhaltigeren Investmentansatz zu verfolgen – beschleunigt sich, so die Studie.

Der GPI 2021 untersucht, wie Zentralbanken risikoreichere Anlagen, neue Währungen und ein ganzheitlicheres Verständnis des Vermögensbesitzes annehmen, und stützt sich dabei auf einen neuen Datensatz von über 100 staatlichen Investoren.“

Mit Teams in London und den USA konzentriert sich OMFIF auf globale Politik- und Anlagethemen in Bezug auf Zentralbanken, Staatsfonds, Pensionsfonds, Regulierungsbehörden und Treasuries. Globale öffentliche Investoren mit einem investierbaren Vermögen von 39,5 Mrd. US-Dollar sind das Herzstück dieses Netzwerks.

Russlands Staatsfonds ohne Dollar aber mit Yuan

Im Juni 2021 gab das russische Finanzministerium bekannt, dass Russland beabsichtigt, alle auf US-Dollar basierenden Vermögenswerte aus seinem staatlichen Nationalen Vermögensfonds vollständig zu liquidieren. Anfang Juli hieß zur Umstrukturierung des Fonds für Nationales Wohlergehen Russlands es in einer Pressemitteilung:

„Das russische Finanzministerium teilt mit, dass am 5. Juli 2021 die Umwandlungsoperationen abgeschlossen wurden, die erforderlich sind, um die tatsächliche Struktur der Staatsfonds mit der neuen regulatorischen Struktur in Einklang zu bringen. Als Ergebnis dieser Operationen wird der US-Dollar aus der Struktur des Staatsfonds ausgeschlossen, der Anteil des Pfund Sterling wird auf 5,0 % reduziert, die Anteile des Euro und des chinesischen Yuan werden auf 39,7 % bzw. 30,4 % erhöht, der Anteil des japanischen Yen beträgt 4,7 % und der Anteil des unbaren Goldes beträgt 20,2 %.“

Bis zu dieser Operation enthielt der Staatsfonds zu 35 % US-Dollar-Werte.

Übersetzungen aus dem Englischen und Russischen mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Veröffentlicht in Geldanlage | Getaggt , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Brian Tracy und Thorsten Wittmann – Wie werde ich Millionär?

Brian Tracy wurde von Thorsten Wittman eingeladen darüber zu sprechen, wie man Millionär wird. Es ging nicht ums schnelle Geld verdienen, sondern um die Strategie.

Brian Tracy über Strategie – Wie werde ich Millionär

Brian Tracy spricht über mehrere Strategien, die mächtig sind und funktionieren.

Mehr im Tippvideo auf englisch (mit deutschen Untertiteln):

Einladung von Thorsten Wittmann zum kostenfreien Event

Brian Tracy gilt als eine Legende. Er schrieb 70 Bücher, erreichte mehr als fünf Millionen Menschen und steht seit 30 Jahren an der Spitze der Erfolgsszene.

Seine Erkenntnisse und Erfahrungen sind für viele Menschen extrem lehrreich. In dem Event gibt er die Quintessenz für langanhaltenden finanziellen Erfolg preis.

Das Event ist zu 100% kostenfrei.

Brian wird kein Angebot unterbreiten, es ist ein reines Content-Livetraining. Damit bedankt sich Thorsten Wittmann für die tollen Jahre, die er mit vielen Menschen aus seiner Community bereits verbringen durfte.

Sie können sich hier kostenfrei anmelden.

Crash - Chaos - Chance

Veröffentlicht in Geld verdienen, Geldanlage | Getaggt , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Digitaler Euro – mehr Freiheit oder mehr Macht?

Digitaler Euro – wer hofft einfaches Bezahlen, kostengünstigere und schnellere Geldtransaktionen, mehr Freiheit … oder mehr Macht?

Digitaler Euro für mehr Freiheit oder Macht?

digitaler Euro
Bild: Gerd Altmann/Pixabay

Am 12.07.2021 berieten die Finanzminister der Europäischen Union über die weiteren Schritte zur Einführung des Digitalen Euros. Die Folgen betreffen nicht nur die Sparer, sondern jeden von uns.

  • die Sparer, die ihr Geld als Festgeld, auf einem Sparkonto, in Anleihen oder in einer anderen „sicheren“ Geldanlage angelegt haben;
  • die renditeoriendierten Investoren an den Börsen, die gern nach Chancen für schnellere Geldvermehrung schauen;
  • die Freunde des Betongoldes und anderer Sachanlagen, für die vor allem Sachwerte „wahre Werte“ sind;
  • die Konsumenten – ob vorzugsweise mit Bargeld oder Karte – die vor allem bequeme und schnelle Transaktionen interessieren…

Schauen wir uns einige Folgen an, die mit dem digitalen Euro auf uns zukommen:

Medienkampagne für digitalen EZB-Währung

Das ZDF berichtete am 14.07.2021 unter dem durchaus treffenden Titel: „Digitaler Euro: Es geht um mehr als bezahlen„. Dem Titel stimme ich zu – aber in einem ganz anderen Sinn, wie ich gleich belegen werde.

Der ZDF-Beitrag ist eine Lobeshymne auf die EZB-Währung und zugleich eine Mahnung, dass die EU schon viel zu viel Zeit hat versteichen lassen.

Mehrfach wird in dem Beitrag Prof. Dr. Philipp Sandner zitiert, beispielsweise:

„Die EZB hinkt hinterher; deren Infrastruktur wird in 2026 oder später einsetzbar sein. Auch der US-Dollar ist in einigen Bereichen bereits digital geworden. Das größte Risiko ist, die Bedeutung einer digitalen Währung zu unterschätzen und den Vorsprung zu anderen Währungsräumen größer werden zu lassen.“

Zu ihm heißt es nur kurz, dass er seit Jahren im Bereich der digitalen Werte forscht. Doch ist Sandner ein neutraler Experte, oder könnte man in ihm eher einen Drosten der digitalen Währung sehen? Er

  • leitet das Frankfurt School Blockchain Center (FSBC) an der Frankfurt School of Finance & Management, das Finanzinstitute, Industrieunternehmen und Startups hinsichtlich ihrer Blockchain-Aktivitäten berät;
  • ist im FinTechRat des Bundesministeriums der Finanzen und im Blockchain Observatory der Europäischen Union;
  • war Mitgründer des Blockchain Bundesverband e.V., der International Token Standardization Association (ITSA) e.V. und der Multichain Asset Managers Association;
  • war Mitgründer einer auf Innovation und Technologietransfer spezialisierten Unternehmensberatung

um nur einige seiner Business-Aktivitäten neben der Forschung zu nennen. Wie unabhängig kann seine Aussage zum digitalen Euro sein?

Gabor Steingart vs. Norbert Häring

Anlässlich der Beratung der EU-Finanzminister gab Gabor Steingart seine Sicht auf den digitalen Euro im Morning Briefing wieder. Wie er dürften viele von uns noch relativ gelassen auf die Aktivitäten der Europäischen Zentralbank schauen.

„Im Kern geht es um die Schaffung eines neuen Transaktionsstandards, der schnellere, einfachere und günstigere Geldtransfers möglich machen soll.“

Im Gegensatz zu Bitcoin und Co erwartet Steingart, dass der digitale Euro „Notenbankgeld“ bleibt. Doch ist das nicht ein Widerspruch in sich selbst?

Denn wie Norbert Häring, einer der entschiedendsten Kritiker der digitalen EU-Währung, genau zu diesem Aspekt in einem „Abend Briefing“ seinen Newsletterlesern schreibt:

„Der digitale Euro ist ein von der Europäischen Zentralbank (EZB) herausgegebenes digitales Geld – im Gegensatz zum Giralgeld der Banken, das zwar auch digital ist und auf Euro lautet, aber nur einen (leicht übertragbaren) Anspruch auf Auszahlung von Notenbankgeld darstellt.“

Aus seiner im wesentlichen beruhigenden Sicht meint Steingart ergänzend:

„Mit dem digitalen Euro sichert die EZB ihre geldpolitische Hoheit in Zeiten, in denen das Bargeld an Relevanz verliert…“

Genau so ist es nicht, entgegnet Häring, denn:

„Es geht also nicht mehr um Europas Souveränität, sondern nur noch um Vasallentreue gegenüber den USA in der Konkurrenz mit China.“

Abgesehen von diesen finanzpolitischen Folgen glaubt Steingart der Zusicherung:

„Die Kundendaten sollen der EZB nicht bekannt sein. Der Kunde weist sich vielmehr durch einen EU-Identitätsnachweis aus, der nach allen Regeln der Kunst dem Datenschutz genügen soll.“

Dagegen kritisiert Häring schon seit langem, dass der EZB und den Behörden anonyme Geldgeschäfte – und deshalb auch Bargeld – ein Dorn im Auge sind.

„Sie werden daher einen Teufel tun und einen anonymen digitalen Euro einführen. Nichts deutet darauf hin, dass sie das tun möchten.“

Digitaler Euro – „Ihr Konto ist gesperrt“

Den Hintergrund für die EU-Aktivitäten zum digitalen Zentralbankgeld kann man besser verstehen, wenn man sich nicht von den „Vorzügen“ der Online-Bezahlung blenden lässt. Denn die digitale Währung soll keinesfalls den Bargelverkehr ergänzen.

Norbert Häring belegt das in seinem Beitrag „Der digitale Euro als das Ende finanzieller Privatheit, in den Worten des BIZ-Chefs“ vom 15.07.2021. Darin erinnert er an eine virtuelle Panel-Diskussion des Internationalen Währungsfonds am 19.10.2020.

Die Diskussion stand unter dem Titel „Cross Border Payment – A Vision for the Future„. Aus dem Diskussionsbeitrag von Augustin Carstens, Generalsekretär der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), zitiert Häring:

„In unseren Analysen zum digitalen Zentralbankgeld für die allgemeine Nutzung neigen wir dazu, von einer Äquivalenz zu Bargeld zu sprechen. Aber es gibt einen großen Unterschied. Zum Beispiel wissen wir beim Bargeld nicht, wer heute eine 100-Dollar-Note nutzt, oder einen 1000-Peso-Schein. Ein entscheidender Unterschied zum CBDC ist, dass die Zentralbanken absolute Kontrolle über die Regeln und Regulierungen haben werden, die die Nutzung [des digitalen Zentralbankgelds] regeln. Und wir werden auch die Technologie haben, das durchzusetzen. Diese beiden Aspekte sind sehr wichtig und machen einen riesigen Unterschied gegenüber dem Bargeld aus.“

Im weiteren Verlauf unterstrich Carstens zudem, dass niemand das digitale Zentralbankgeld nutzen könne, dem die Zentralbank das nicht gestatten möchte.

Der digitale Euro als das Ende finanzieller Privatheit, in den Worten des BIZ-Chefs

Entscheiden Sie selbst, welche Aussagen für Sie der Wahrheit näher kommen und wie sie unter diesem Blickwinkel handeln wollen.

Bargeldkomplott

Veröffentlicht in Bargeldverbot, Geldanlage | Hinterlassen Sie einen Kommentar